Torgny Lindgren

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Torgny Lindgren 2007

Torgny Lindgren (Aussprache: [ˌtɔɹːgny ˈlinːdgɹeːn], * 16. Juni 1938 in Raggsjö, Västerbotten) ist ein schwedischer Schriftsteller.

Er hat 1965 als Lyriker mit „Plåtsax, hjärtats instrument“ debütiert. 1970 erschien die Gedichtsammlung „Dikter från Vimmerby“. Seinen Durchbruch als einer der erfolgreichsten Autoren Schwedens erreichte er jedoch mit seinen Romanen. Torgny Lindgren ist Mitglied der Schwedischen Akademie.

Leben[Bearbeiten]

Torgny Lindgren wurde als Sohn von Andreas Lindgren und Helga Björk geboren. Hier wuchs er in einer Mehrgenerationen-Familie auf.

Lindgrens Erzählweise ist geprägt durch die Landschaft, in der er aufwuchs, und durch die Geschichten, die seine Großmutter in seiner Kindheit erzählte. Darüber reflektierte er später: „Sie erzählte unablässig und langsam, während die ganze Familie um sie herumsaß. Nichts konnte sie daran hindern, die langen, dunklen Winterabende mit biblischen Geschichten und mit Anekdoten aus ihrem Leben und dem der Vorfahren zu füllen ... Die mündlichen Überlieferungen, mit denen ich aufgewachsen bin, haben mich geprägt“. Lindgren verließ schon früh seine nordschwedische Heimat und zog nach Småland, wo er als Lehrer arbeitete. Anfang der 1970er-Jahre trat er in die Sozialdemokratische Partei Schwedens ein, wo er sich kritisch engagierte. 1971 erschien seine Auseinandersetzung mit der schwedischen Sozialdemokratie „Hur skulle det vara om man vore Olof Palme?“ (dt.: „Wie wäre es, Olof Palme zu sein?“). Hierin würdigte er den schwedischen Premierminister als „letzten signifikanten Prediger“.

In den folgenden Jahren schrieb er eine Reihe Satiren über Fragen der Politik und Schulbildung. Sie erschienen in der Sammlung „Skolbagateller medan jag försökte skriva till mina överordnade“. Sein erster Roman „Övriga frågor“ (deutsch: „Einige andere Geschäfte“) wurde 1973 veröffentlicht, zwei Jahre später, 1975 folgte „Hallen“ (deutsch: „Die Halle“), beide Romane setzen sich kritisch mit der wachsenden Kluft zwischen Führung und Basis innerhalb der schwedischen Sozialdemokratie auseinander. Danach wurde es eine Zeit lang still um ihn. Er plane, so verkündete er damals, einen längeren realistischen Roman. Sein erster großer Erfolg stellte sich tatsächlich auch mit „Ormens väg på hälleberget“, deutsch: „Der Weg der Schlange (auf den Felsen)“, 1982 ein. In diesem Buch kehrte er gedanklich nach Västerbotten zurück, dorthin, wo er seine Kindheit verbracht hatte. Der Roman behandelt die Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung im Nordschweden des 19. Jahrhunderts.

Mit „Ormens väg på hälleberget“ kreierte der Autor zugleich die einzigartige, artifizielle Lindgrensche Sprache seiner späteren Romane: sparsam, deutlich, direkt, hemmungslos, ja, der Roman spricht eine ungebändigte Sprache, ist voller dialektaler Anspielungen, voll von makabrem Humor und biblischen Verweisen. „Ormens väg på hälleberget“ wurde von Bo Widerberg verfilmt.

Torgny Lindgrens Sammlung Kurzgeschichten „Merabs skönhet“ („Merabs Schönheit“) wird von vielen Kritikern, auch vom Autor selbst, als sein Meisterwerk angesehen.

Um 1980 konvertierte er zum Katholizismus.

Ins historische Fach begab er sich 1984 mit dem Roman Bathsheba (Bat Seba), der die biblische Erzählung um Bathseba und König David thematisiert. Mit diesem Buch wurde er auch in Deutschland sehr bekannt. In Frankreich erhielt der Roman (franz.: „Bethsabée“) 1986 den von der Zeitschrift Fémina gestifteten „Le Prix Fémina Étranger“ für den besten ausländischen Roman.

Torgny Lindgren veröffentlichte in der Folge zahlreiche Romane und Erzählungsbände. Er zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Schwedens und ist seit 1991 Mitglied der Schwedischen Akademie.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • 1982 „Ormens väg på hälleberget“ (deutsch: „Der Weg der Schlange“, deutsche Übersetzung 1999 von Gisela Kosubek)
  • 1983 „Merabs skönhet“ (deutsch: „Merabs Schönheit“, übersetzt von Verena Reichel), Kurzgeschichten
  • 1984 "Bat Seba". P. A. Norstedt & Söners Förlag, Stockholm.
    • 1987: deutsch: „Bathseba“, Roman; übersetzt von Verena Reichel, Karl Hanser Verlag, München/Wien, ISBN 3-446-14283-5.
    • 1991: als dtv-Taschenbuch, München, ISBN 3-423-11409-6.
  • 1989 „Die Legende vom Lügen“, Legenden, übersetzt von Verena Reichel
  • 1997 „Hummelhonung“ (deutsch: „Hummelhonig“), Roman, übersetzt von Verena Reichel
  • 2002 „Pölsan“ (engl.: „The hash“ deutsch: „Das Höchste im Leben“ 2003), Roman, übersetzt von Verena Reichel

Weblinks[Bearbeiten]