Tragischer Held

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Nach Schiller ist der tragische Held eine Figur, die sich in einem unauflösbaren Dilemma befindet und folgende Kriterien erfüllt, bzw. nach Ihnen handelt:

  • Die Hauptperson leidet.
  • Die Hauptperson steht vor einer Entscheidung.
  • Die Hauptperson entscheidet sich „unnatürlich“, d. h. sie entsagt persönlichen Gefühlen und Trieben und handelt moralisch korrekt, ohne Eigennutz.
  • Die Hauptperson muss mehr aushalten, als sie verdient.
  • Die Hauptperson hat ein schlechtes/dunkles Schicksal von Anfang an, aber sie kann die Verantwortung für ihre Schwäche nicht übernehmen.
  • Die Hauptperson ist von nobler Herkunft, aber so, dass das Publikum sich in ihr sehen kann.
  • Die Hauptperson muss ihr Schicksal sehen und verstehen können, genauso wie die Tatsache, dass ihr Handeln ihr zum Verhängnis wird.
  • Die Heldengeschichte sollte Angst und Einfühlungsvermögen vereinen.
  • Im Idealfall ist der tragische Held ein König oder Führer, so dass seine „Untertanen“ den Untergang mit ihm erleben.
  • Der Held muss intelligent sein, um aus seinen Fehlern zu lernen.

Eine andere Ansicht des tragischen Helden ist die, in der er oder sie eine tragische Tugend besitzen. In diesem Paradigma besitzt der Held Merkmale, die unter anderen Bedingungen als wünschenswert gelten würden, aber wegen der externen Umstände negativ gewertet werden.

Beispiel[Bearbeiten]

Eine Stadt wird von erbarmungslosen Barbaren belagert. Nach mehrmaligen Sturm gelingt es diesen jedoch nicht, die Stadt einzunehmen. Als die Barbaren schon mit dem Gedanken spielen, die Belagerung abzubrechen, gelingt es ihnen, die Kinder des Statthalters in ihre Gewalt zu bekommen.

Vor den Toren der Stadt setzten die Barbaren den Statthalter vor die Wahl: Entweder er übergebe die Stadt den Barbaren kampflos und bekommt seine Kinder wohlbehalten wieder, oder er beugt sich nicht, was das sofortige Ableben seiner Kinder zur Folge hat. Da entschließt sich der Statthalter, obwohl er seine Kinder über alles liebt, die Stadt nicht preiszugeben. Daraufhin ermorden die Barbaren die Kinder vor des Statthalters Augen und ziehen ab. Der Statthalter wird dadurch zum tragischen Helden.