Polyneikes

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Dieser Artikel behandelt den mythologischen König. Der nach ihm benannte Asteroid wird unter (20947) Polyneikes beschrieben.
Eteokles und Polyneikes werden davongetragen, nachdem sie sich gegenseitig getötet haben.
(Church, Alfred J., Rev., 1829-1912)
Stammbaum von Polyneikes

Polyneikes (altgriechisch Πολυνείκης, latinisiert Polynices oder Polyneices) ist in der griechischen Mythologie der älteste Sohn des Ödipus und der Iokaste oder der Euryganeia. Seine Geschwister sind Antigone, Ismene und Eteokles.[1] Von seinen Söhnen beleidigt, verflucht Ödipus ihn und seinen Bruder.

Der Fluch des Ödipus[Bearbeiten]

In der Thebaïs verflucht Ödipus seine beiden Söhne wegen zweier Vergehen. Das erste Mal servierten sie ihm ein Mahl auf dem silbernen Tisch des Kadmos und verwendeten eine goldene Tasse, obwohl er es ihnen verboten hatte. Ein anderes Mal schickten sie ihm den Schenkel eines Opfertieres statt der Schulter. Daraufhin verfluchte er seine Söhne.

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Eine andere Variante berichtet, dass Eteokles und Polyneikes Ödipus gefangen nahmen, um die Schande, dass ihr Vater seine eigene Mutter geheiratet hatte, vor der Öffentlichkeit zu verbergen, worauf Ödipus sie verfluchte.

Streit um die Herrschaft von Theben[Bearbeiten]

Nach einer von Pausanias überlieferten Version verließ Polyneikes noch zu Lebzeiten seines Vaters Theben und ging nach Argos. Nach Ödipus' Tod kehrte er zurück und geriet mit seinem Bruder in Streit um die Herrschaft.[2]

Herodot berichtet, dass die beiden Brüder sich die Regierung teilen wollten. Jeder sollte ein Jahr regieren und dann dem anderen die Macht überlassen. Polyneikes regierte als erster, wollte jedoch nach Ablauf des Jahres Theben nicht seinem Bruder Eteokles überlassen, woraufhin er verbannt wurde. So kam er nach Argos zu König Adrastos. Er heiratete Argeia, die Tochter des Adrastos,[3] und zeugte mit ihr den Thersandros.[4]

Sieben gegen Theben[Bearbeiten]

Adrastos hatte versprochen, Polyneikes zu helfen, Theben zurückzuerobern. So wollte er ein Heer sammeln. Der Seher Amphiaraos sah jedoch voraus, dass alle bis auf Adrastos sterben würden, weigerte sich am Kriegszug teilzunehmen und verängstigte so auch alle anderen. Von Iphis, dem Sohn des Alektor, erfuhr Polyneikes, wie er Amphiaraos umstimmen könne. Er versprach der Eriphyle, der Frau des Amphiaraos, das Halsband der Harmonia, wenn sie ihren Gatten bewegte, am Krieg teilzunehmen.

Mit Amphiaraos zogen nun sieben Feldherren gegen Theben. Schnell errangen die Thebaner die Oberhand und die Argiver flüchteten. In einem Zweikampf töteten sich Eteokles und Polyneikes gegenseitig.[5]

Bestattung[Bearbeiten]

Nachdem Eteokles und Polyneikes tot waren, übernahm Kreon die Herrschaft über Theben. Er verbot, Polyneikes und alle, die mit ihm im Kampf gegen Theben gefallen waren, zu beerdigen, und ließ die Körper bewachen. Antigone, Polyneikes' Schwester, wurde gefasst, als sie Polyneikes begraben wollte. Kreon bestimmte, dass sie lebendig begraben werden solle, obwohl sie mit seinem Sohn Haimon verlobt war. Antigones Schwester Ismene erklärte daraufhin, Antigone geholfen zu haben, und forderte das gleiche Schicksal für sich.[6]

Der blinde Prophet Teiresias verkündete die Unzufriedenheit der Götter mit Kreons Entscheidung. Dieser widerrief seine Anordnung und bestattete Polyneikes selbst. Antigone hatte sich in der Zwischenzeit selbst getötet, um nicht lebendig begraben zu werden. Haimon tötete sich, im Zorn auf den Vater und in Liebe zu Antigone, selbst, worauf auch seine Mutter Eurydike Selbstmord beging und Kreon zudem Schuld an des Sohnes Tod zuwies.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bibliotheke des Apollodor, 3, 55.
  2. Pausanias, Reisen in Griechenland, 9, 5, 12.
  3. Apollodor, Bibliotheke, 3, 57 - 59.
  4. Herodot, Historien, 4, 147.
  5. Apollodor, Bibliotheke, 3, 60 - 74.
  6. Apollodor, Bibliotheke, 3, 78.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polyneikes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Ödipus König von Theben
13. Jahrh. v. Chr.
(fiktive Chronologie)
Kreon