Transfer (Stanisław Lem)

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In seinem Roman Transfer (auch erschienen unter dem Titel Rückkehr von den Sternen) von 1961 beschreibt Stanisław Lem eine futuristische Gesellschaft, in der alle Menschen durch eine Behandlung bei der Geburt ihre aggressiven Instinkte aufgegeben haben.

Personen[Bearbeiten]

Die Erzählperspektive ist die des Piloten Hal Bregg, der von einem 10-jährigen Raumflug zurückkehrt, währenddessen die Erde durch die Zeitdilatation 127 Jahre in die Zukunft gelangt ist. Er begegnet der Schauspielerin Aen Aenis, die die gehobene oberflächliche Lebensweise der Gesellschaft verkörpert und dem Mädchen Eri, in das Bregg sich verliebt.

Handlung[Bearbeiten]

Nach der Rückkehr von ihrem Raumflug erlebt die Besatzung eine dramatisch veränderte Menschheit. Die Veränderung ist, neben der technologischen Weiterentwicklung, vor allem gesellschaftlicher Art. Die Menschen leben durch die sogenannte Betrisierung gewaltfrei und ohne Aggressionen. Verteilungskämpfe und Konflikte finden nicht mehr statt, stattdessen machen gesellschaftliche Vergnügungen, virtuelle Erlebnisse, Kleidung, Konsum und oberflächlicher Umgang das Leben aus. In der Gesellschaft spielt Geld keine große Rolle mehr, da eine Vielzahl intelligenter Roboter nahezu alle Dienstleistungen und Produktion erledigt. Alles Gefährliche ist aus dem Leben entfernt worden, durch einen Antigravitationsmechanismus sind sogar Verletzungen bei Unfällen mit Fortbewegungsmitteln unmöglich geworden. Die Gesellschaft ist zwar komplex bis unbegreiflich und voller Gepflogenheiten und Umgangsformen, aber gleichzeitig energielos und langweilig, ohne Spannung und Neugier. Die Liebesbeziehungen sind erschreckend leblos und ohne jegliche Intensität.

Bregg erlebt die Bekanntschaft dreier Frauen, die sich wegen seiner einzigartigen Aggression, die wir für unsere Verhältnisse aber eher als Sanftmut bezeichnen müssen, von ihm angezogen fühlen. Die Beziehung aus der dritten Begegnung veranlasst ihn, sich doch mit dem Leben auf der Erde zu arrangieren.

Seine Mannschaft, die neben ihm als einzige in dieser Gesellschaft noch ihre natürliche menschliche Wildheit besitzen, kann sich nicht integrieren und sie beschließen, abgestoßen von dieser Art von Zukunft, einen Raumflug zu planen, der sie weg von der Erde zu den Sternen bringt.

Bewertung des Autors[Bearbeiten]

In einem Interview äußerte sich Lem nachträglich negativ über sein Frühwerk. Er beschreibt es als "eine vereinfachte, eindimensionale Geschichte. Wenn ich sie heute schreiben würde, würde ich es ganz anders machen".[1]

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Stanisław Lem: Powrót z gwiazd. Czytelnik, Warszawa 1961
  • Stanisław Lem: Transfer. (Deutsche Übersetzung von Maria Kurecka) Marion-von-Schröder-Verlag, Düsseldorf 1974
  • dieselbe Übersetzung auch erschienen als: Rückkehr von den Sternen. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1984
  • als Hörspiel unter dem Titel Rückkehr zur Erde (Regie Andreas Weber-Schäfer). SDR 1974.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bartholomäus Figatowski: Zwischen utopischer Idee und Wirklichkeit: Kurd Laßwitz und Stanislaw Lem als Vertreter einer mitteleuropäischen Science fiction. Wetzlar 2004

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. http://moreview.com/content/dynamic/view_text.php?text_id=1299