Die Astronauten
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Die Astronauten (polnisch Astronauci, erschienen 1951; deutsche Übersetzung auch unter dem Titel Der Planet des Todes) ist eines der Frühwerke Stanisław Lems. Der Science-Fiction-Roman behandelt die Erkundung des Planeten Venus.
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[Bearbeiten] Handlung
Der Roman spielt im Jahre 2003. Auf der Erde wird in der sibirischen Taiga in der Nähe der Tunguska, viele Jahre nach der dort stattgefundenen verheerenden Explosion, ein rätselhafter Gegenstand gefunden, der, wie sich herausstellt, außerirdischen Ursprungs ist und einem explodierten Raumschiff entstammt. Er enthält einen magnetisierten, kilometerlangen Draht. Es gelingt, die auf der Metallspule gespeicherte Nachricht zu entziffern. Die Nachricht besagt, dass das Raumschiff von der Venus kam und wahrscheinlich der Vorbote einer Invasion der Venusbewohner auf der Erde war. Es wird beschlossen, eine Expedition zur Venus zu schicken. An Bord des Expeditions-Raumschiffes Kosmokrator befinden sich Wissenschaftler und der Pilot Robert Smith, der auch der fiktive Erzähler ist. Die Charaktere, wie der russische Wissenschaftler Arsenjew, der Inder Chandrasekhar oder der Chinese Lao She sind durchweg positiv und harmonisch. Die Erde ist politisch geeint.
Die Venus stellt sich dagegen als ein höllischer Planet heraus. In der fremden Welt angekommen, finden die Raumfahrer die zivilisatorischen Überreste und die Chroniken der ehemaligen Venusbewohner. Aus ihnen geht hervor, dass diese Zivilisation tatsächlich eine Invasion der Erde plante und alles irdische Leben vernichten wollte. Es kam jedoch nicht dazu, weil sich die Eroberer vorher durch einen Atomkrieg selbst vernichteten.
[Bearbeiten] Zitate
„Die Bewohner der Venus besaßen eine hochentwickelte Kultur; aber alle die vorzüglichen Konstrukteure und Baumeister unter ihnen hatten sich und ihr ungeheures Können in den Dienst der Vernichtung gestellt. Eine solche Gemeinschaft von Lebewesen musste sich früher oder später gegen sich selbst kehren.“
„Wesen […] die sich die Vernichtung anderer zum Ziel setzten, tragen den Keim des eigenen Verderbens in sich - und wenn sie noch so mächtig sind.“
[Bearbeiten] Einordnung
Lem bewertet seinen Roman im Vorwort zur 8. polnischen Auflage als „naiv“. Er meint damit nicht nur die technischen Schilderungen, die inzwischen von der Realität überholt wurden (wie z. B. das „Elektronenhirn“ Marax), sondern auch den Geist der sozialistischen Utopie, der dem Roman zu Grunde liegt und der die Welt auf naive Art besser machen will, als sie tatsächlich ist.
Als ernster Science Fiction-Roman kann das Werk daher heute kaum mehr überzeugen. Als Zugang zu einer der „vergangenen Zukünfte“ hat es jedoch auch für den gegenwärtigen Leser noch seinen eigenen Charme.
[Bearbeiten] Weitere Infos
- Stanisław Lem: Die Astronauten. Suhrkamp, 1978, ISBN 3518369415.
- Die deutsche Übersetzung von Rudolf Pabel erschien auch unter dem Titel Der Planet des Todes.
- Dieser Roman war Vorlage für den ersten „utopischen Film“ der DDR, der 1960 unter der Regie von Kurt Maetzig als polnische Koproduktion unter dem Titel Der schweigende Stern bei der DEFA entstand.
Science-Fiction-Werke: 1951 Astronauci (dt. Der Planet des Todes, 1954) | 1955 Obłok Magellana (dt. Gast im Weltraum, 1956) | 1957 Dzienniki gwiazdowe (dt. Sterntagebücher, 1961) | 1960 Eden (dt. 1960) | 1961 Solaris | 1961 Powrót z gwiazd (dt. Transfer (Stanisław Lem), 1974) | 1964 Niezwyciężony (dt. Der Unbesiegbare, 1967) | 1964 Bajki robotów (dt. Robotermärchen, 1969) − Erzählungen | 1965 Cyberiada (dt. Kyberiade, 1983) | 1968 Głos Pana (dt. Die Stimme des Herrn, 1981) | 1969 Opowiadania (dt. Nacht und Schimmel, 1976) − Erzählungen | 1971 Kongres futurologiczny (dt. Der futurologische Kongreß, 1974) | 1981 Golem XIV (dt. Also sprach Golem, 1984) | 1987 Fiasko (Stanisław Lem)
Verschiedene: 1959 Die Untersuchung | 1978 Terminus (Roman) | 1964 Summa technologiae (dt. 1976)

