Trennschärfe

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Trennschärfe in der Funktechnik. Für allgemein-technische Prozesse siehe Trennverfahren, für die statistische bzw. mathematische Trennschärfe siehe Trennschärfe (Statistik) bzw. Univariat, für die Erkennbarkeit ("Trennung") von Doppelsternen siehe teleskopisches Auflösungsvermögen bzw. freiäugige Augenprüfer, für die Verfahrenstechnik siehe Klassieren bzw. Trennverfahren (Verfahrenstechnik), und für die Trennschärfe von Begriffen siehe Operationale Definition.


Trennschärfe (auch Nahselektion) bezeichnet die Fähigkeit eines Empfangsgerätes, einen gewünschten Sender von einem im Frequenzband eng benachbarten Sender zu trennen.

Die wichtigste Größe ist dabei die Bandbreite zwischen oberer und unterer Grenzfrequenz. Weitere Einflussgrößen sind:

Preselektor[Bearbeiten]

lat.: pre=vor, selektor= Auslese(r)

Bei modernen Empfangsgeräten wird die Trennschärfe durch Filter verschiedenen Art in der ZF " weit vorne ", also möglichst direkt hinter der Mischstufe bestimmt, um die folgenden Stufen nicht mit Signalen zu belasten, die außerhalb des gewünschten Frequenzsegmentes liegen.

Einige Breitbandempfängerkonzepte, u. a. RACAL, arbeiten mit Mischstufen direkt als Eingangsstufe und ohne weitere Vorselektion, wobei der Mischer u. U. sehr hohen Feldstärken außerhalb des gewünschten Bereiches ausgesetzt ist. Das funktioniert nur zufriedenstellend bei starken Nutzsignalen, möglichst selektiver Antenne und extrem belastbaren, somit hochlinearen, aufwendigen Mischern. Wird der Empfang schwacher Nutzsignale trotz anderer, starker einfallender Sender gewünscht, ist ein Empfänger ausreichender Großsignalfestigkeit (s. a. Empfängerdynamik, Intermodulation, Kreuzmodulation, ...) erforderlich um Störeffekten möglichst zu entgegenen.

Verstärkende, ohne Selektion arbeitende, Vorstufen verschärfen diese Probleme und stellen oftmals die Grundlage für durch Summensignalleistungen überlastete Mischstufen dar.

Abhilfe schaffen Vorstufen (oder, besser selektive Pre-Selektoren) die keine oder nur wenig Verstärkung liefern und durch Bandfilter, Tief- oder Hochpässe, Saugkreise oder andere geeignete Siebmittel die unerwünschten Signale bestmöglich unterdrücken. Sie können in den Empfänger integriert oder als selbständige Geräte zwischen Antenne und Empfänger geschaltet werden.

AFC[Bearbeiten]

Bei einer hohen Trennschärfe wird die Stabilität der frequenzbestimmenden Bauteile besonders wichtig. Da eine Temperatur- und Alterungsabhängigkeit unvermeidlich ist, sind die Empfänger heute mit einer AFC-Schaltung ausgestattet.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ralf Rudersdorfer, unter Mitarbeit von Ulrich Graf und Hans Zahnd: Funkempfängerkompendium - Funktionsweise verstehen, Einsatzgebiete und internationale Zuteilungen, Kenngrößen ermitteln und interpretieren, Empfangssysteme optimieren. 1. Auflage. Elektor International Media B.V., Aachen 2010, ISBN 978-3-89576-224-6.