Trojan

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur weiteren Bedeutung von Trojan oder Troyan siehe Trojan (Begriffsklärung).
Trojan (Троян)
Wappen von Trojan Karte von Bulgarien, Position von Trojan hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Lowetsch
Einwohner: 22.357 (31. Dez. 2005)
Koordinaten: 42° 53′ N, 24° 43′ O42.88333333333324.716666666667400Koordinaten: 42° 53′ 0″ N, 24° 43′ 0″ O
Höhe: 400 m
Postleitzahl: 5600
Telefonvorwahl: (+359) 0670
Kfz-Kennzeichen: OB
Verwaltung
Bürgermeister: Minko Akimov
Website: www.troyan.bg
Tojan
Trojan (rotes Viereck) - Bulgarien - Nachbarorte: Gabrowo, Karlowo, Slatiza, Lowetsch

Trojan [troˈjan] (bulgarisch Троян) ist eine Stadt und administratives Zentrum einer gleichnamige Gemeinde im Norden Bulgariens in der Oblast Lowetsch derer zweitgrößte Stadt sie ist.

Lage[Bearbeiten]

Trojan liegt an den Nordhängen des Balkangebirges, im so genannten Vorbalkan, am Ufer des Beli-Ossam-Flusses. Trojan liegt 35 km südlich von Lowetsch. Südlich von Trojan liegt der Trojanpass (1525 m Über NN, bulg. Троянски проход; Trojanski Prochod), über den Karlowo und Plowdiw (120 km) zu erreichen sind. Nach Norden bestehen Straßenverbindungen nach Lowetsch, Tetewen, Sewliewo und Aprilzi.

Trojan ist Endpunkt der Eisenbahnlinie Lewski - Trojan.

Gemeinde Trojan[Bearbeiten]

Trojan ist administratives Zentrum der gleichnamigen Gemeinde Trojan in der 22 Orte eingegliedert sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde belegen, dass die Region bereits während der Altsteinzeit besiedelt war. während der Bronzezeit siedelten die Thraker in der Region - am Fluss Asamus (heute Ossam). Aus dieser Zeit stammen viele Funde von Bronze- und Keramikgefäßen, Waffen aus Eisen, sowie Schmuck.

Als vollwertige Siedlung entstand Trojan im 15. Jahrhundert als Wegstation (Wegsiedlung) am Zugang zum Trojanpass. Den Namen erhielt die Stadt von dem Namen der Straße: Via Traiana- siehe Römerstraße. Diese Straße verband im 1./2. Jahrhundert n.Chr. Oescus bzw. Novae an der Donau über Trojan, Philippopolis (Via Militaris) das Rhodopen-Gebirge zur Via Egnatia an der Ägäis.

Zu Beginn der türkischen Fremdherrschaft siedelten sich hier bulgarische Umsiedler aus der Donauebenen, und aus der Region Tschirpan, Berkowiza, Raslog und Ochrid an. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blühte in Trojan das Handwerk auf, insbesondere die Töpferkunst, aus der die unverwechselbare Trojaner Keramikschule hervorging.

1868 wurde Trojan zur Stadt erklärt. Während des Russisch-Türkischen Krieges (1877–1878) wurde die Stadt von den sich zurückziehenden türkischen Truppen 1877 niedergebrannt.

Die erste elektrische Glühbirne brannte 1911 in Trojan. Damit wurde die Stadt nach Sofia und Plowdiw die dritte elektrifizierte Stadt in Bulgarien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Stadt wird eine spezielle Keramik hergestellt, die bei Touristen sehr beliebt ist. Außerdem ist die Stadt bekannt für ihren Pflaumenschnaps. Kulturell sind besonders das Museum für Kunsthandwerk und Angewandte Künste, die St. Paraskeva-Kirche sowie der wiederhergestellte Nunki-Komplex mit regionaltypischer Architektur erwähnenswert. Zehn Kilometer südöstlich von Trojan liegt Bulgariens drittgrößtes Kloster mit alten Fresken und einer wertvollen Bibliothek, das wegen einer Ikone der dreihändigen Jungfrau ein beliebtes Pilgerziel ist.

Demografie[Bearbeiten]

Trojan hat 22.500 Einwohner, davon 49 % Männer und 51 % Frauen. Die Sterberate liegt bei durchschnittlich 15,9 pro anno und 1000 Einwohner, die Geburtenrate dagegen bei nur 4,03 pro anno und 1000 Einwohner.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trojan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien