Borna

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Borna (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Borna
Borna
Deutschlandkarte, Position der Stadt Borna hervorgehoben
51.11666666666712.5159Koordinaten: 51° 7′ N, 12° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 159 m ü. NHN
Fläche: 62,36 km²
Einwohner: 19.259 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 309 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04552
Vorwahl: 03433
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 050
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
04552 Borna
Webpräsenz: www.borna.de
Oberbürgermeisterin: Simone Luedtke (Die Linke)
Lage der Stadt Borna im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
Über dieses Bild

Borna ist eine Große Kreisstadt in Sachsen, etwa 30 km südlich von Leipzig. Die Stadt ist der Verwaltungssitz des Landkreises Leipzig.

Geographie[Bearbeiten]

Speicherbecken Borna

Borna liegt im südlichen Teil der Leipziger Tieflandsbucht, im Naturraum Bergbaurevier Südraum Leipzig. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Wyhra, der sich zuvor durch das Landschaftsschutzgebiet Wyhraaue schlängelt. In der heutigen Umgebung von Borna entstanden im Tertiär umfangreiche Braunkohlevorkommen, deren Förderung im Tagebau in den vergangenen 100 Jahren das Landschaftsbild wesentlich geprägt hat. So sind Berge aus den Abraumhalden der Tagebauaufschlüsse entstanden, und aus den Tagebaurestlöchern wurde durch Flutung das Leipziger Neuseenland mit den Speicherbecken Borna und Witznitz.

Südöstlich von Borna befindet sich das Kohrener Land, eine landschaftlich und kulturell reizvolle Gegend.

Die Stadt liegt inmitten der Metropolregion Mitteldeutschland, so ist Leipzig 33 km, Gera 50 km, Chemnitz 58 km, Halle 67 km, und Dresden 113 km entfernt. Benachbarte größere Städte sind Altenburg in 17 km, Grimma in 24 km und Zeitz in 35 km Entfernung.

Panorama des Bornaer Ostrandes

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Borna an:

Neukieritzsch

6 km

Espenhain

8 km

Kitzscher

8 km

Nachbargemeinden Frohburg

10 km

Regis-Breitingen

9 km

Haselbach, Treben, Fockendorf

9 km

Frohburg

10 km

Geschichte[Bearbeiten]

Reichstor
Historische Ansichtskarte von Borna

Auf dem heutigen Stadtgebiet Bornas gab es zuerst zwei Siedlungen; Altstadt und Wenigborn. Vor der Stadtgründung gab es auf dem Gebiet der Stadt seit dem 9. Jahrhundert eine Wasserburg. Eine erste urkundliche Erwähnung von Borna als Stadt gab es 1251. In den Kriegen des Mittelalters wurde Borna jedes Mal schwer zerstört und brannte fünfmal nieder. Durch den Ort führten wichtige Heeres- und Salzstraßen (B 93 und ehemalige B 95). Im 12. Jahrhundert gab es bei der Altstadt eine Kaufmannssiedlung, zu der auch die Kunigundenkirche gehörte. Diese Kirche zählt zu den am besten erhaltenen romanischen Backsteinbauten des 12. Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Im 14. Jahrhundert wurden das Rathaus, die Stadtkirche St. Marien und die Stadtmauer mit ihren vier Toren errichtet. Von den Toren (Reichstor, Pegauer Tor, Roßmarktsches Tor, Altenburger Tor) blieb allein das Reichstor erhalten, in dem sich heute das städtische Museum befindet. Wirtschaftlich dominierte immer die Landwirtschaft, besonders der Anbau von Zwiebeln, was der Stadt den Spitznamen „Zwibbel-Borne“ einbrachte.

In Borna stand bis 1918 die Garnison des Karabinerregiments, das mit dem Ulanenregiment Nr. 21 die 4. sächsische Kavalleriebrigade bildete. Neben dem Rathaus existiert heute noch die Alte Wache, die den Soldaten als Wachlokal diente.

Mit dem Beginn des Braunkohlenabbaus um 1800 begann die Industrialisierung der Stadt. Dabei dominierte bis in die jüngste Vergangenheit die Braunkohleindustrie. Am 14. Januar 1867 wurde Borna auf Drängen des Bürgermeisters C. Heinrich durch den Bau der Strecke Borna–Neukieritzsch an das deutsche Eisenbahnnetz und somit in Neukieritzsch an die Bahnstrecke Leipzig–Hof (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn) nach Leipzig angeschlossen. Dieser Bahnanschluss war durch private Gelder und die Stadtkasse finanziert worden und war somit die einzige städtische Bahn im Königreich Sachsen. Am 8. April 1872 wurde die Strecke über Geithain nach Chemnitz verlängert (Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz).

Berühmte Gäste der Stadt waren: Martin Luther 1522, Zar Alexander I. 1813, Napoleon Bonaparte.

Nach der Stadt ist ein Pferdevirus benannt, das Bornavirus (auch BDV – engl. Borna Disease Virus) der Familie Bornaviridae, weil die von ihm hervorgerufene Krankheit erstmals 1885 bei Kavalleriepferden der Stadt beschrieben wurde. Es ist verwandt mit dem Tollwutvirus beim Menschen.

1908 fand man in der Nähe der Stadt ein sehr gut erhaltenes Mammutskelett, das daraufhin Bornaer Mammut genannt und im Museum für Völkerkunde zu Leipzig ausgestellt wurde, bis es im Dezember 1943 infolge eines Bombenangriffs fast vollständig verbrannte.

Borna und seine Hauptgebäude um 1840

Wappen[Bearbeiten]

Rathaus am Bornaer Markt

Das Wappen der Stadt Borna ist ein dreigeteilter Schild mit den Grundfarben Gold und Blau. Im ersten Feld zeigt das Wappen den nach rechts gewandten schwarzen Meißner Löwen, im zweiten Feld einen silbernen Helm mit Helmzier. Dieser besteht aus einem rot und silbernen gestreiften Männerrumpf, dem sogenannten Meißner Judenkopf. Sein bärtiges Haupt trägt eine rot-silbern gestreifte Mütze, die mit einem Pfauenwedel besteckt ist. In der blauen Spitze des Wappens steht eine goldene Kirche mit drei Türmen.

Diese drei Wappenbilder gehen auf die Überlieferung des ältesten Stadtsiegels zurück. Winzig klein sind dort schon der Löwe und der Helm mit dem Judenhut zu erkennen – beide führten auch die Markgrafen von Meißen in ihrem Wappen, und mit ihnen dokumentierte die Stadt ihre Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Meißen. In der Mitte des Siegels dominierte allerdings eine große, dreitürmige Kirche, die von dem Historiker Prof. O. Kittel als Symbol des Bistums Merseburg bestimmt wurde, in dessen Herrschaftsbereich sich unsere Stadt entwickelte. Seine Stadtfarben Gold und Blau hat Borna aus dem Stammwappen des Hauses Wettin abgeleitet. Sie gehörten zum Osterland und zur Mark Landsberg und begegnen uns auch im Leipziger Stadtwappen als blau-goldene „Landsberger Pfähle“.

Bevor das Wappen seine heutige Gestalt erhielt, war seit dem Jahre 1845 eine bunt bemalte, vergrößerte Form des Stadtsiegels in Gebrauch, die allen Regeln der Heraldik widersprach, so dass das Innenministerium Änderung verlangte. Als Kuriosum kann dieses Wappen an der kostbaren Kassettendecke des Ratssaales im Rathaus betrachtet werden. Im August 1897 wurde das Wappen, durch das Königl. Sächs. Ministerium des Innern offiziell bestätigt und ist seit dieser Zeit unverändert gültig geblieben.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Haulwitz gehört seit 1840 zu Borna. Das Gut Bockwitz wurde 1853/1854 eingegliedert. Im Jahr 1934 wurden zwei Gemeinden eingegliedert. Görnitz kam 1965 hinzu. Eula folgte 1994. Im Jahr 2004 wurde Wyhratal eingemeindet.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altstadt Borna[2] 1. April 1934
Blumroda[3] 1. Januar 1960 Eingemeindung nach Thräna, durch Braunkohlentagebau beseitigt (heute Speicher Borna)
Bockwitz, Gut[4] 1853/1854 durch Braunkohlentagebau beseitigt
Eula[5] 1. März 1994
Gestewitz[2] 1. April 1935 Eingemeindung nach Eula
Gnandorf[2] 1. April 1934
Görnitz[3] 1. Januar 1965 durch Braunkohlentagebau beseitigt (heute Speicher Borna)
Hartmannsdorf[3] 1. Oktober 1948 Eingemeindung nach Görnitz, durch Braunkohlentagebau beseitigt (heute Speicher Borna)
Haubitz[3] 1. September 1948 Eingemeindung nach Eula
Haulwitz 1840
Kesselshain[2] vor 1880 Eingemeindung nach Eula
Neukirchen[3] 1. Oktober 1948 Zusammenschluss mit Wyhra zu Neukirchen-Wyhra
Neukirchen-Wyhra[5] 1. Dezember 1993 Zusammenschluss mit Zedtlitz zu Wyhratal
Plateka[2] vor 1880 Eingemeindung nach Zedtlitz
Raupenhain[2] vor 1880 Eingemeindung nach Zedtlitz
Thräna[5] 1. Juli 1997 Eingemeindung nach Wyhratal
Witznitz[2] 1. Oktober 1940 zum größten Teil durch Braunkohlentagebau beseitigt
Wyhra[3] 1. Oktober 1948 Zusammenschluss mit Neukirchen zu Neukirchen-Wyhra
Wyhratal[5] 1. Januar 2004
Zedtlitz[5] 1. Dezember 1993 Zusammenschluss mit Neukirchen-Wyhra zu Wyhratal

Eula[Bearbeiten]

Die Ortschaft Eula wurde im Jahre 1090 erstmals als Siedlung mit dem Namen „Hyla“ urkundlich erwähnt. Das Dorf Eula erhielt seinen Namen wahrscheinlich durch das slawische Wort „ilu“, Lehm, weil der Eula-Bach durch ein Lehmgebiet fließt. Das älteste Gebäude im Dorf ist die weit über die Eulaaue sichtbare Wiprechtskirche. Diese Kirche erbaute 1106 der bekannte Wiprecht von Groitzsch, der mit dem Hause der Wettiner verschwägert war und der die deutsche Ansiedlung zwischen Elster und Mulde vorantrieb. Die Kirche mit ihrem mächtigen Wehrturm ist im Besitz einer Urban-Kreuzbach-Orgel. Die Ortschaft ist nach wie vor von einem ländlichen Charakter geprägt, hat ein Gewerbegebiet, Eigenheimstandorte, zahlreiche Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe sowie Landwirtschaftsunternehmen. Ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist das neu entstandene Vereinshaus in Eula, wo ein reges sportliches und kulturelles Vereinsleben gepflegt wird.

Gestewitz[Bearbeiten]

Gestewitz liegt einen Kilometer nördlich von Eula an der B95. Es wurde erstmals 1378 als Gostewicz erwähnt und bedeutet so viel wie „Leute des Gastes“. 1935 wurde Gestewitz nach Eula eingemeindet.

Haubitz[Bearbeiten]

Das kleine Rundlingsdorf nördlich des Witznitzer Speicherbeckens wurde 1350 erstmals als Hugewicz genannt. Der Ortsname ergibt sich aus dem deutschaltsorbischen Mischnamen Hugovici „Ort der Leute eines Hugo“. Bis heute ist der Ort landwirtschaftlich geprägt und glänzt durch seine schönen Fachwerkhäuser. Haubitz wurde 1948 zu Eula eingemeindet. Haubitz ist schon jetzt ein beliebter Ausgangspunkt zum Hainer See und seiner umliegenden Landschaft.

Kesselshain[Bearbeiten]

Kesselshain schon 1350 so genannt, ist ein kleines Dorf, welches schon seit langer Zeit ein Ortsteil von Eula war, nur getrennt durch den Eulabach. Der Ortsname bedeutet so viel wie „die Siedlung, die am Hain im Kessel liegt“, also in einer Senke. Das Rittergut selbst ist teils von Obst- und Gemüsegärten, teils von Teichen und Grasgärten umgeben und liegt mit den wenigen Häusern des Dorfes in der freundlichen, von der Eula bewässerten Wiesenaue. Vor dem Rittergut befindet sich ein freier, mit hohen Linden bepflanzter Platz, an dessen Eingang eine mehrere Jahrhunderte alte, starke Eiche von seltenem Umfang mit gewaltigen Ästen steht. Sie hat den Namen „Luthereiche“, weil die Sage geht, dass Luther auf seiner Rückkehr von der Wartburg über Borna nach Grimma unter ihr gepredigt habe. In den Jahren 1936/37 entstanden die ersten Häuser der Siedlung Kesselshain.

Neukirchen[Bearbeiten]

Laurentiuskirche Neukirchen

Erstmals wurde Neukirchen 1350 als Neunkirchen im Lehnbuch Friedrich des Strengen genannt. Der Ortsname bedeutet „Siedlung an der neuen Kirche“. Der Neubau für die St. Laurentius-Kirche ist 1568 erwähnt und dürfte damit einer der ältesten evangelischen Kirchenbauten sein. 1892 erhielt die Kirche eine Orgel des Bornaer Orgelbaumeisters Richard Kreutzbach.

Wyhra[Bearbeiten]

Volkskundemuseum Wyhra

Der Ort Wyhra trägt den Namen, an dessen Fluss er liegt. Erstmals taucht der Ortsname 1150 auf, als Flussname wurde er schon 1105 erwähnt. Die Kirche mit einer Richard-Kreuzbach-Orgel wurde 1494 erbaut. Sehenswert in Wyhra sind die vielen schönen Fachwerkgebäude. 1991 wurde in einem Vierseitenhof am Benndorfer Weg das Volkskundemuseum Wyhra eröffnet.

Zedtlitz[Bearbeiten]

Zedtlitz wurde erstmals 1190 als Cedliz erwähnt. Der Ortsname geht auf das altsorbische Wort Sedlica zurück und heißt so viel wie „Wohnsitz, Siedlung“. Weit über der Wyhraaue ist die 1494 erbaute Kirche mit ihren barocken Turmaufbau zu sehen. Zedtlitz ist der Geburtsort des Olympiasiegers Thomas Munkelt und Bahnrad-Weltmeister Maic Malchow.

Thräna[Bearbeiten]

Bis 1952 gehörte Thräna zu Thüringen, vorher zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Thräna, das heißt so viel wie „Kornelkirche, Hartriegel“, wurde 1269 vom Bergkloster Altenburg erworben. Anfangs von der Landwirtschaft geprägt, hielt auch hier Anfang des 19. Jahrhunderts der Bergbau Einzug.

Einwohner[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1998 20.598 2006 22.561
1999 20.365 2007 21.539
2000 20.010 2008 21.211
2001 19.616 2009 20.920
2002 19.240 2010 20.680
2003 23.200 2011 20.405
2004 22.850 2012 19.424
2005 22.428 2013 19.259

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 46,3 % (2009: 40,8 %)
 %
30
20
10
0
28,2 %
23,4 %
13,5 %
4,3 %
4,7 %
4,7 %
1,8 %
19,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-1,0 %p
+1,0 %p
-6,1 %p
-10,9 %p
-2,4 %p
+0,3 %p
-0,3 %p
+19,4 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 26 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • LINKE: 8 Sitze
  • CDU: 6 Sitze
  • Bürger für Borna (BfB): 5 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • NPD: 1 Sitz
  • Freie Wähler Borna (FW): 1 Sitz

Oberbürgermeisterin[Bearbeiten]

Oberbürgermeisterin ist Simone Luedtke (Die Linke).

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Orchester[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Museum der Stadt Borna
  • Volkskundemuseum Wyhra
Altes Ansichtskartenmotiv an einem Haus in der Bahnhofstraße

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Marktplatz mit Rathaus (1669–1676), „Alter Wache“ (Tourist- und Stadtinformation Borna) und Bürgerhaus „Goldener Stern“
  • Martin-Luther-Denkmal neben den beiden Kirchen am Martin-Luther-Platz
  • Stadtkulturhaus (ehemaliges Theater)
  • Reichstor (1723), letztes von vier Stadttoren, auch Reste der Stadtmauer erhalten
  • Volksplatz Borna, eine Freilichtbühne im Stil eines Amphitheaters mit fast 10.000 Plätzen und Europas größter feststehender Filmwand
  • Gymnasium „Am Breiten Teich“ (1907–1908 als Königliches Realgymnasium Borna errichtet)
  • Brikettfabrik Witznitz (1912), 1992 stillgelegt, heute ein Ort für Veranstaltungen und klassische Konzerte
  • Brikettfabrik Neukirchen, jetzt Sport- und Freizeitzentrum "Terra Cultura"
  • Neuholländermühle Wyhra

Kirchen[Bearbeiten]

Erinnerungstafel für bergbaubedingte Umsiedlungen in der Emmauskirche
Stadtkirche St. Marien
Emmauskirche mit Martin Luther Denkmal
Kunigundenkirche
  • Stadtkirche St. Marien mit dem spätgotischen Flügelaltar von Hans Witten. Das Untergeschoss des Turmes stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. 1411 wurde der Chor neu erbaut, 1455 die Pfeiler und Gewölbe des Langhauses. Am 16. Oktober 1456 weihte der Merseburger Bischof das Bauwerk ein. Der Flügelaltar ist ein Zeugnis des Spätmittelalters und trägt über dem Mittelschrein das Entstehungsdatum 1511. Im Jahre 1555 erfolgte eine Aufstockung des Turmes. Während der Völkerschlacht bei Leipzig diente die Kirche als Lazarett, nach verschiedenen Renovierungsmaßnahmen prägt sie heute den ältesten Teil der Stadt.
  • Emmauskirche von Heuersdorf. Der Ort lag westlich von Borna und wurde bis 2010 durch den Tagebau Vereinigtes Schleenhain zerstört. Die Bewohner verloren ihre Heimat. Um dieses Kulturgut zu retten, wurde die Kirche 2007 auf 160 Rädern eines Speziallasters von Heuersdorf nach Borna umgesetzt. Das romanische Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert soll neben der Nutzung zu Gottesdiensten und öffentlichem Einlass auch ein Ort der Begegnung für ehemalige Bewohner sein. Die Kirche ist komplett eingerichtet und enthält eine Tafel mit den Orten, die dem Tagebau zum Opfer gefallen sind. Zur Weihnachtszeit wird eine Krippe aufgebaut. Geöffnet ist sie täglich, Besucher können im Innenraum gegen eine Spende Schriften mitnehmen.
  • Kunigundenkirche (romanische Basilika, zählt zu den frühesten Backsteinbauten Mitteldeutschlands)
  • Wiprechtkirche zu Eula
  • katholische Kirche St. Joseph in der Staufenbergstraße, ehemals Casino bis 1919
  • Kirche der Freien Evangelischen Kirche
  • Neuapostolische Kirche in der Oststraße

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Abonnement- und Matineekonzerte des Leipziger Symphonieorchesters
  • Sommerspektakel
  • Stadtfest
  • Open-Air-Sommerkino
  • Sparkassen Neuseen Classics
  • 7-Seen-Wanderung
  • Lutherlauf
  • Zwiebellauf

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Das Rudolf-Harbig-Stadion

In Borna und seinen Ortsteilen befinden sich mehrere Sporthallen und Sportfelder. Die modernste Sportanlage der Stadt ist die Glückauf-Sporthalle, die zusammen mit dem Rudolf-Harbig-Stadion, in dem der Bornaer SV 91 seine Heimspiele austrägt, zum Sportzentrum Borna-Nord gehört. Darüber hinaus befindet sich in der Stadt eine Hockey-Bahn und eine Tennisanlage. Seit dem erfolgten Umbau zum Schwimmsportzentrum trägt die städtische Schwimmhalle den Namen „Jahnbad Borna“ und lädt zum Schwimmen, Saunieren und Entspannen ein.

Das Speicherbecken Borna („Adria“) ist ein Gewässer zum Baden, Angeln und Surfen. Aufgrund der Länge der Krone von 6500 m gehört es zu den größten Talsperren der Erde. Auch am östlich gelegenen Bockwitzer See kann man Angeln und Baden, ebenso dient er der Erholung. Ebenso das nordwestlich von Borna gelegene Speicherbecken Witznitz ist für den Wassersport geeignet.

Borna ist eine Station am Lutherweg Sachsen. Des Weiteren verlaufen die Neuseenland-Radroute und die Wyhratal-Radroute durch die Stadt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wie bereits erwähnt, war die Braunkohle-Industrie seit der Entdeckung der Lagerstätten der dominante Wirtschaftszweig in Borna, bis fast alle Betriebe dieser Art nach der Wende wegen Unrentabilität geschlossen wurden.

Klinikum

Der größte Arbeitgeber der Stadt ist das Klinikum Borna, das neben dem Krankenhaus Zwenkau zu den Kliniken Leipziger Land gehört. Die Kliniken Leipziger Land sind ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung und verfügen derzeit über 480 Betten in zehn bettenführenden Fachabteilungen mit elf chefarztgeführten Kliniken und Instituten. Seit 1. Februar 2014 gehören die Kliniken einer Gesellschaft des Gründers der Rhön-Kliniken Eugen Münch[7]. Das Klinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig. Borna ist eines von 19 zertifizierten Brustzentren in Sachsen, eines von zehn Darmzentren sowie eines von 13 Schlaganfallzentren. Zudem besitzt die Klinik die erste Abteilung für Naturheilkunde in Ostdeutschland.[8]

In Borna ist im Mai 2006 eines der modernsten Solarkraftwerke der Welt ans Netz gegangen. 438 computergesteuert schwenkbare Kollektoren erzeugen eine Leistung von 3,44 Megawatt, mit denen rund 1800 Haushalte versorgt werden können.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Sachsenallee (B 93 und B 176), im Hintergrund das Bornaer Hochhaus

Die Bundesautobahn 72 von Chemnitz nach Leipzig endet seit dem 9. August 2013 vorläufig an der künftigen Anschlussstelle Borna-Nord, über die die Stadt, ebenso wie über die Anschlussstelle Borna-Süd, an das Fernstraßennetz angebunden ist. Die weitere Streckenführung bis Rötha befindet sich derzeit im Bau und soll voraussichtlich im 3. Quartal 2017 fertiggestellt sein. Einige Kilometer nördlich der Stadt befindet sich zudem die A 38, bis zu der die A72 zukünftig verlaufen soll.

Darüber hinaus liegt Borna im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 93, B 95 und B 176.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV). Borna liegt mit seinen Stadt- und Ortsteilen, der Gemeinde Deutzen sowie den Städten Kitzscher und Regis-Breitingen in der Tarifzone 153. Ein Anschluss an das Schienennetz besteht seit 1872. Der Bahnhof Borna liegt an der Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz, die von der Bahnstrecke Leipzig–Hof in Neukieritzsch abzweigt.

Seit der Eröffnung des Citytunnels Leipzig am 15. Dezember 2013 ist Borna über folgende S-Bahnlinie an das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland angeschlossen:

Linie Zuglauf Takt (min.)
S 4 Hoyerswerda – Falkenberg (Elster) – Torgau – Eilenburg – Leipzig Hbf (tief) – Markkleeberg – Borna (Leipzig) – Geithain
  • 60 Geithain – Borna
  • 30 Borna – Leipzig-Thekla
  • 30/60/30 Leipzig-Thekla – Eilenburg/Torgau (nur HVZ)
  • 120 Eilenburg/Torgau – Hoyerswerda

Durch die Personenverkehrsgesellschaft Muldental ist Borna mit den Buslinien 101 und 141 in Richtung Espenhain, Zwenkau und Leipzig-Probstheida angebunden. Durch die Thüsac Personenverkehrsgesellschaft mbH werden die Regionalbuslinien 251, 254, 255, 258, 260, 271, 276, 277, 279 und 286 betrieben. Diese Regionalbuslinien verbinden Borna Richtung Süden und Südosten, außerdem verkehren sie in den Landkreis Altenburger Land im Freistaat Thüringen.

Die Thüsac Personenverkehrsgesellschaft mbH betreibt in der Stadt Borna auch einen Stadtbusverkehr mit den Linien A und B. Sie befahren das Stadtgebiet ringlinenförmig, jeweils eine halbe Stunde versetzt zueinander. Wochenends verkehren beide Linien jeweils abwechselnd im Zweistundentakt. An ihrer Endstelle am Bahnhof Borna sind die Fahrten auf die Züge der S-Bahnlinie S4 ausgerichtet.

Gymnasium "Am Breiten Teich"

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Grundschule "Clemens Thieme"
  • Allgemeinbildende Schulen:
  • Förderschulen:
    • Robinienhofschule Borna
    • Schule zur Lernförderung Borna

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Denkmal für Gustav Friedrich Dinter vor der Dinterschule
Gedenktafel für Clemens Thieme
Tafel am Geburtshaus von Wilhelm Külz

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Borna. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 7.
  • Borna. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 452–454.
  • Christliches Umweltseminar Rötha e.V., Kulturbüro Espenhain, Heimatverein Regis-Breitingen und Umgebung e.V. (Hrsg.): Erinnerungen an die Dörfer Blumroda, Hartmannsdorf, Görnitz, Deutzen und Schleenhain. Regis-Breitingen 1996, ISBN 3-930044-07-2
  • Stefan Hänsel: Ortsfamilienbuch Neukirchen bei Borna 1580-1793. Berlin: epubli 2014, ISBN 978-3-8442-9665-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Borna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f g Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  3. a b c d e f Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. Bockwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5. a b c d e Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  7. Pressemitteilung der Helios-Kliniken vom 27. Januar 2014
  8. Pressemitteilung der HELIOS Kliniken Leipziger Land
  9. Pester bei geschichte-borna.de