Borna
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Regierungsbezirk: | Leipzig | |
| Landkreis: | Leipzig | |
| Höhe: | 159 m ü. NN | |
| Fläche: | 62,36 km² | |
| Einwohner: |
20.405 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 327 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04552 | |
| Vorwahl: | 03433 | |
| Kfz-Kennzeichen: | L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 29 050 | |
| Adresse der Kreisstadtverwaltung: |
Markt 1 04552 Borna |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeisterin: | Simone Luedtke (Die Linke) | |
| Lage der Kreisstadt Borna im Landkreis Leipzig | ||
Borna ist eine Große Kreisstadt in Sachsen, etwa 30 km südlich von Leipzig. Die Stadt ist der Verwaltungssitz des Landkreises Leipzig.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Borna liegt im südlichen Teil der Leipziger Tieflandsbucht, im Naturraum Bergbaurevier Südraum Leipzig. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Wyhra, der sich zuvor durch das Landschaftsschutzgebiet Wyhraaue schlängelt. In der heutigen Umgebung von Borna entstanden im Tertiär umfangreiche Braunkohlevorkommen, deren Förderung im Tagebau in den vergangenen 100 Jahren das Landschaftsbild wesentlich geprägt hat. So sind Berge aus den Abraumhalden der Tagebauaufschlüsse entstanden, und aus den Tagebaurestlöchern wurde durch Flutung das Leipziger Neuseenland mit den Speicherbecken Borna und Witznitz.
Südöstlich von Borna befindet sich das Kohrener Land, eine landschaftlich und kulturell reizvolle Gegend.
Die Stadt liegt inmitten der Metropolregion Mitteldeutschland, so ist Leipzig 33 km, Gera 50 km, Chemnitz 58 km, Halle 67 km, und Dresden 113 km entfernt. Benachbarte größere Städte sind Altenburg in 17 km, Grimma in 24 km und Zeitz in 35 km Entfernung.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Borna an:
| Neukieritzsch
6 km |
Espenhain
8 km |
Kitzscher
8 km |
| Deutzen
6 km |
Frohburg
10 km |
|
| Regis-Breitingen
9 km |
Haselbach, Treben, Fockendorf
9 km |
Frohburg
10 km |
Geschichte [Bearbeiten]
Auf dem heutigen Stadtgebiet Bornas gab es zuerst zwei Siedlungen; Altstadt und Wenigborn. Vor der Stadtgründung gab es auf dem Gebiet der Stadt seit dem 9. Jahrhundert eine Wasserburg. Eine erste urkundliche Erwähnung von Borna als Stadt gab es 1251. In den Kriegen des Mittelalters wurde Borna jedes Mal schwer zerstört und brannte fünfmal nieder. Durch den Ort führten wichtige Heeres- und Salzstraßen (heute B 95 und B 93). Im 12. Jahrhundert gab es bei der Altstadt eine Kaufmannssiedlung, zu der auch die Kunigundenkirche gehörte. Diese Kirche zählt zu den am besten erhaltenen romanischen Backsteinbauten des 12. Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Im 14. Jahrhundert wurden das Rathaus, die Stadtkirche St. Marien und die Stadtmauer mit ihren vier Toren errichtet. Von den Toren (Reichstor, Pegauer Tor, Roßmarktsches Tor, Altenburger Tor) blieb allein das Reichstor erhalten, in dem sich heute das städtische Museum befindet. Wirtschaftlich dominierte immer die Landwirtschaft, besonders der Anbau von Zwiebeln, was der Stadt den Spitznamen „Zwibbel-Borne“ einbrachte.
In Borna stand bis 1918 die Garnison des Karabinerregiments, das mit dem Ulanenregiment Nr. 21 die 4. sächsische Kavalleriebrigade bildete. Neben dem Rathaus existiert heute noch die Alte Wache, die den Soldaten als Wachlokal diente.
Mit dem Beginn des Braunkohlenabbaus um 1800 begann die Industrialisierung der Stadt. Dabei dominierte bis in die jüngste Vergangenheit die Braunkohleindustrie. Am 14. Januar 1867 wurde Borna auf Drängen des Bürgermeisters C. Heinrich durch den Bau der Strecke Borna–Neukieritzsch an das deutsche Eisenbahnnetz und somit in Neukieritzsch an die Bahnstrecke Leipzig–Hof (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn) nach Leipzig) angeschlossen. Dieser Bahnanschluss war durch private Gelder und die Stadtkasse finanziert worden und war somit die einzige städtische Bahn im Königreich Sachsen. Am 8. April 1872 wurde die Strecke über Geithain nach Chemnitz verlängert (Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz).
Berühmte Gäste der Stadt waren: Martin Luther 1522, Zar Alexander I. 1813, Napoleon Bonaparte.
Nach der Stadt ist ein Pferdevirus benannt, das Bornavirus (auch BDV – engl. Borna Disease Virus) der Familie Bornaviridae, weil die von ihm hervorgerufene Krankheit erstmals 1885 bei Kavalleriepferden der Stadt beschrieben wurde. Es ist verwandt mit dem Tollwutvirus beim Menschen.
1908 fand man in der Nähe der Stadt ein sehr gut erhaltenenes Mammutskelett, das daraufhin Bornaer Mammut genannt und im Museum für Völkerkunde zu Leipzig ausgestellt wurde, bis es im Dezember 1943 infolge eines Bombenangriffs fast vollständig verbrannte.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Haulwitz gehört seit 1840 zu Borna. Das Gut Bockwitz wurde 1853/1854 eingegliedert. Im Jahr 1934 wurden zwei Gemeinden eingegliedert. Görnitz kam 1965 hinzu. Eula folgte 1994. Im Jahr 2004 wurde Wyhratal eingemeindet.
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Altstadt Borna[2] | 1. April 1934 | |
| Blumroda[3] | 1. Januar 1960 | Eingemeindung nach Thräna, durch Braunkohlentagebau beseitigt (heute Speicher Borna) |
| Bockwitz, Gut[4] | 1853/1854 | durch Braunkohlentagebau beseitigt |
| Eula[5] | 1. März 1994 | |
| Gestewitz[2] | 1. April 1935 | Eingemeindung nach Eula |
| Gnandorf[2] | 1. April 1934 | |
| Görnitz[3] | 1. Januar 1965 | durch Braunkohlentagebau beseitigt (heute Speicher Borna) |
| Hartmannsdorf[3] | 1. Oktober 1948 | Eingemeindung nach Görnitz, durch Braunkohlentagebau beseitigt (heute Speicher Borna) |
| Haubitz[3] | 1. September 1948 | Eingemeindung nach Eula |
| Haulwitz | 1840 | |
| Kesselshain[2] | vor 1880 | Eingemeindung nach Eula |
| Neukirchen[3] | 1. Oktober 1948 | Zusammenschluss mit Wyhra zu Neukirchen-Wyhra |
| Neukirchen-Wyhra[5] | 1. Dezember 1993 | Zusammenschluss mit Zedtlitz zu Wyhratal |
| Plateka[2] | vor 1880 | Eingemeindung nach Zedtlitz |
| Raupenhain[2] | vor 1880 | Eingemeindung nach Zedtlitz |
| Thräna[5] | 1. Juli 1997 | Eingemeindung nach Wyhratal |
| Witznitz[2] | 1. Oktober 1940 | zum größten Teil durch Braunkohlentagebau beseitigt |
| Wyhra[3] | 1. Oktober 1948 | Zusammenschluss mit Neukirchen zu Neukirchen-Wyhra |
| Wyhratal[5] | 1. Januar 2004 | |
| Zedtlitz[5] | 1. Dezember 1993 | Zusammenschluss mit Neukirchen-Wyhra zu Wyhratal |
Eula [Bearbeiten]
Die Ortschaft Eula wurde im Jahre 1090 erstmals als Siedlung mit dem Namen „Hyla“ urkundlich erwähnt. Das Dorf Eula erhielt seinen Namen wahrscheinlich durch das slawisiche Wort „ilu“, Lehm, weil der Eula-Bach durch ein Lehmgebiet fließt. Das älteste Gebäude im Dorf ist die weit über die Eulaaue sichtbare Wiprechtskirche. Diese Kirche erbaute 1106 der bekannte Wiprecht von Groitzsch, der mit dem Hause der Wettiner verschwägert war und der die deutsche Ansiedlung zwischen Elster und Mulde vorantrieb. Die Kirche mit ihrem mächtigen Wehrturm ist im Besitz einer Urban-Kreuzbach-Orgel. Die Ortschaft ist nach wie vor von einem ländlichen Charakter geprägt, hat ein Gewerbegebiet, Eigenheimstandorte, zahlreiche Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe sowie Landwirtschaftsunternehmen. Ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist das neu entstandene Vereinshaus in Eula, wo ein reges sportliches und kulturelles Vereinsleben gepflegt wird.
Gestewitz [Bearbeiten]
Gestewitz liegt einen Kilometer nördlich von Eula an der B95. Es wurde erstmals 1378 als Gostewicz erwähnt und bedeutet so viel wie „Leute des Gastes“. 1935 wurde Gestewitz nach Eula eingemeindet.
Haubitz [Bearbeiten]
Das kleine Rundlingsdorf nördlich des Witznitzer Speicherbeckens wurde 1350 erstmals als Hugewicz genannt. Der Ortsname ergibt sich aus dem deutschaltsorbischen Mischnamen Hugovici „Ort der Leute eines Hugo“. Bis heute ist der Ort landwirtschaftlich geprägt und glänzt durch seine schönen Fachwerkhäuser. Haubitz wurde 1948 zu Eula eingemeindet. Haubitz ist schon jetzt ein beliebter Ausgangspunkt zum Hainer See und seiner umliegenden Landschaft.
Kesselshain [Bearbeiten]
Kesselshain schon 1350 so genannt, ist ein kleines Dorf, welches schon seit langer Zeit ein Ortsteil von Eula war, nur getrennt durch den Eulabach. Der Ortsname bedeutet so viel wie „die Siedlung, die am Hain im Kessel liegt“, also in einer Senke. Das Rittergut selbst ist teils von Obst- und Gemüsegärten, teils von Teichen und Grasgärten umgeben und liegt mit den wenigen Häusern des Dorfes in der freundlichen, von der Eula bewässerten Wiesenaue. Vor dem Rittergut befindet sich ein freier, mit hohen Linden bepflanzter Platz, an dessen Eingang eine mehrere Jahrhunderte alte, starke Eiche von seltenem Umfang mit gewaltigen Ästen steht. Sie hat den Namen „Luthereiche“, weil die Sage geht, dass Luther auf seiner Rückkehr von der Wartburg über Borna nach Grimma unter ihr gepredigt habe. Um 1920 entstanden die ersten Häuser der Siedlung Kesselshain, heute ein beliebtes Wohngebiet der Bornaer.
Neukirchen [Bearbeiten]
Erstmals wurde Neukirchen 1350 als Neunkirchen im Lehnbuch Friedrich des Strengen genannt. Der Ortsname bedeutet „Siedlung an der neuen Kirche“. Der Neubau für die St. Laurentius-Kirche ist 1568 erwähnt und dürfte damit einer der ältesten evangelischen Kirchenbauten sein. 1892 erhielt die Kirche eine Orgel des Bornaer Orgelbaumeisters Richard Kreutzbach.
Wyhra [Bearbeiten]
Der Ort Wyhra trägt den Namen an dessen Fluss er liegt. Erstmals taucht der Ortsname 1150 auf, als Flussname wurde er schon 1105 erwähnt. Die Kirche mit einer Richard-Kreuzbach-Orgel wurde 1494 erbaut. Sehenswert in Wyhra sind die vielen schönen Fachwerkgebäude. 1991 wurde in einem Vierseitenhof am Benndorfer Weg das Volkskundemuseum Wyhra eröffnet.
Zedtlitz [Bearbeiten]
Zedtlitz wurde erstmals 1190 als Cedliz erwähnt. Der Ortsname geht auf das altsorbische Wort Sedlica zurück und heißt so viel wie „Wohnsitz, Siedlung“. Weit über der Wyhraaue ist die 1494 erbaute Kirche mit ihren barocken Turmaufbau zu sehen. Zedtlitz ist der Geburtsort des Olympiasiegers Thomas Munkelt und Bahnrad-Weltmeister Maic Malchow.
Thräna [Bearbeiten]
Bis 1952 gehörte Thräna zu Thüringen, vorher zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Thräna, das heißt so viel wie „Kornelkirche, Hartriegel“, wurde 1269 vom Bergkloster Altenburg erworben. Anfangs von der Landwirtschaft geprägt, hielt auch hier Anfang des 19. Jahrhunderts der Bergbau Einzug.
Einwohner [Bearbeiten]
(jeweils zum 31. Dezember)
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1998 | 20.598 |
| 1999 | 20.365 |
| 2000 | 20.010 |
| 2001 | 19.616 |
| 2002 | 19.240 |
| 2003 | 23.200 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2004 | 22.850 |
| 2005 | 22.428 |
| 2006 | 22.561 |
| 2007 | 21.539 |
| 2009 | 20.920 |
| 2010 | 20.680 |
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Grabstätte und Gedenkstein an der Lobstädter Straße für 98 jüdische KZ-Häftlinge vom Außenlager Flößberg des KZ Buchenwald, die Opfer der Zwangsarbeit bei der Hugo Schneider AG („HASAG“) wurden
- Gedenkstein vor der ehemaligen Oberschule zur Erinnerung an den Widerstandskämpfer Georg Schwarz
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:
- Die Linke: 8 Sitze + die Oberbürgermeisterin Simone Luedtke
- CDU: 6 Sitze
- SPD: 5 Sitze
- FW: 2 Sitze
- FDP: 2 Sitze
- NPD: 1 Sitz
- fraktionslos: 2 Sitze
Oberbürgermeisterin [Bearbeiten]
Oberbürgermeisterin ist Simone Luedtke (Die Linke).
Städtepartnerschaft [Bearbeiten]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Orchester [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Museum der Stadt Borna
Bauwerke [Bearbeiten]
- Marktplatz mit Rathaus (1669–1676 erbaut), Alter Wache und Goldenem Stern (ehemaliger Gasthof)
- Martin-Luther-Denkmal neben den beiden Kirchen am Martin-Luther-Platz
- Stadtkulturhaus (ehemaliges Theater)
- Reichstor (letztes von vier Stadttoren, 1723 errichtet, auch Reste der Stadtmauer erhalten)
- Volksplatz Borna, eine Freilichtbühne im Stil eines Amphitheaters mit fast 10.000 Plätzen und Europas größter feststehender Filmwand
- Gymnasium „Am Breiten Teich“ (ehemaliges Königliches Realgymnasium, 1908 im Jugendstil errichtet)
- nachgeführtes Solarkraftwerk für 3,4 MW
- Brikettfabrik Witznitz, 1912 erbaut und 1992 stillgelegt, heute ein Ort für Veranstaltungen und klassische Konzerte
Kirchen [Bearbeiten]
- Stadtkirche St. Marien mit dem spätgotischen Flügelaltar von Hans Witten. Das Untergeschoss des Turmes stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. 1411 wurde der Chor neu erbaut, 1455 die Pfeiler und Gewölbe des Langhauses. Am 16. Oktober 1456 weihte der Merseburger Bischof das Bauwerk ein. Der Flügelaltar ist ein Zeugnis des Spätmittelalters und trägt über dem Mittelschrein das Entstehungsdatum 1511. Im Jahre 1555 erfolgte eine Aufstockung des Turmes. Während der Völkerschlacht bei Leipzig diente die Kirche als Lazarett, nach verschiedenen Renovierungsmaßnahmen prägt sie heute den ältesten Teil der Stadt.
- Emmauskirche von Heuersdorf. Der Ort lag westlich von Borna und wurde bis 2010 durch den Tagebau Schleenhain zerstört. Die Bewohner verloren ihre Heimat. Um dieses Kulturgut zu retten, wurde die Kirche 2007 auf 160 Rädern eines Speziallasters von Heuersdorf nach Borna umgesetzt. Das romanische Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert soll neben der Nutzung zu Gottesdiensten und öffentlichem Einlass auch ein Ort der Begegnung für ehemalige Bewohner sein. Die Kirche ist komplett eingerichtet und enthält eine Tafel mit den Orten, die dem Tagebau zum Opfer gefallen sind. Zur Weihnachtszeit wird eine Krippe aufgebaut. Geöffnet ist sie täglich, Besucher können im Innenraum gegen eine Spende Schriften mitnehmen.
- Kunigundenkirche (romanische Basilika)
- Wiprechtkirche zu Eula
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Abonnement- und Matineekonzerte des Westsächsischen Symphonieorchesters
- Zwiebellauf
- LVZ-Pressefest
- Sommerspektakel
- Stadtfest
- Open-Air-Sommerkino
Freizeit und Sport [Bearbeiten]
Borna besitzt mehrere Sportplätze und Turnhallen, eine Hockey-Bahn und ein Schwimmbad namens Jahnbad. Die modernste Sportanlage ist das Rudolf-Harbig-Stadion, in dem der Bornaer SV ab 2006 in der Landesliga Sachsen antritt.
Das Speicherbecken Borna („Adria“) ist ein Gewässer zum Baden, Angeln und Surfen. Aufgrund der Länge der Krone von 6500 m gehört es zu den größten Talsperren der Erde. Auch am östlich gelegenen Bockwitzer See kann man Angeln und Baden, ebenso dient er der Erholung. Ebenso das nordwestlich von Borna gelegene Speicherbecken Witznitz ist für den Wassersport geeignet.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wie bereits erwähnt, war die Braunkohle-Industrie seit der Entdeckung der Lagerstätten der dominante Wirtschaftszweig in Borna, bis fast alle Betriebe dieser Art nach der Wende wegen Unrentabilität geschlossen wurden.
Der größte Arbeitgeber der Stadt ist der Bornaer Teil der HELIOS Kliniken Leipziger Land, einem Regelversorger mit 455 Betten. Borna ist eines von 19 zertifizierten Brustzentren in Sachsen, eines von zehn Darmzentren sowie eines von 13 Schlaganfallzentren. Zudem besitzt die Klinik die erste Abteilung für Naturheilkunde in Ostdeutschland.[6]
In Borna ist im Mai 2006 eines der modernsten Solarkraftwerke der Welt ans Netz gegangen. 438 computergesteuert schwenkbare Kollektoren erzeugen eine Leistung von 3,44 Megawatt, mit denen rund 1800 Haushalte versorgt werden können.
Verkehr [Bearbeiten]
Borna liegt im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 93, B 95 und B 176. Einige Kilometer nördlich der Stadt befindet sich zudem die A 38. Im September 2006 wurde die 3,9 km lange östliche Ortsumgehung fertiggestellt. Diese soll einmal Teil der A 72 werden, die von Chemnitz über Borna bis nach Leipzig verlängert werden soll.
Die Stadt liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) GmbH; Borna liegt mit seinen Stadt- u. Ortsteilen, der Gemeinde Deutzen sowie den Städten Kitzscher und Regis-Breitingen in der Tarifzone 153. Ein Anschluss an das Schienennetz besteht seit 1872. Der Bahnhof Borna liegt an der Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz, die von der Bahnstrecke Leipzig–Hof in Neukieritzsch abzweigt. Borna wird mit den Zügen der Linie 2/70 (Leipzig Hbf – Borna – Geithain) von der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) im Stundentakt bedient.
Durch die LeoBus GmbH, einem Tochterunternehmen des LVB-Konzerns, ist Borna mit den Buslinien 101 und 141 Richtungen Espenhain, Zwenkau und Leipzig-Probstheida angebunden. Durch die Thüsac Personenverkehrsgesellschaft mbH werden die Regionalbuslinien 251, 254, 255, 258, 260, 271, 276, 277, 279 und 286 betrieben. Diese Regionalbuslinien verbinden Borna Richtung Süden und Südosten, außerdem verkehren sie in den Landkreis Altenburger Land im Freistaat Thüringen.
Die Thüsac Personenverkehrsgesellschaft mbH betreibt in der Stadt Borna auch einen Stadtbusverkehr mit den Linien A und B. Sie befahren das Stadtgebiet ringlinenförmig im Stundentakt. An ihrer Endstelle am Bahnhof Borna sind die Fahrten auf die Züge der Eisenbahnlinie MRB2/70 ausgerichtet.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
- Allgemeinbildende Schulen:
- Grundschule Borna-West (vormals Karl-Marx-Oberschule)
- Grundschule "Clemens Thieme" (ehemals Grundschule Borna-Nord, vormals POS Georg Schwarz)
- Grundschule Neukirchen
- Dinter-Mittelschule
- Gymnasium „Am Breiten Teich“
- Hans-Sachs-Schule (Privatschule)
- Förderschulen:
- Robinienhofschule Borna
- Schule zur Lernförderung Borna
- Berufsbildende Schulen:
- Berufliches Schulzentrum Leipziger Land, Schulteil Borna
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- 1836: Johann Karl Heinrich von Zobel
- 1895: Otto von Bismarck
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Martin Hayneccius (1544–1611), Gelehrter, Pädagoge und neulateinischer Dichter
- Heinrich Friedrich Innocentius Apel, (1732–1802), Jurist, Bürgermeister und Stifter
- Wincenty Ferdynand Lessel (um 1750 – nach 1825), Komponist
- Gustav Friedrich Dinter (1760–1831), Theologe, Pädagoge
- Karl Immanuel Nitzsch (1767–1868), Theologe
- Eduard Feodor Gloeckner (1812–1885), Jurist und Ehrenbürger von Wittenberg
- Rudolph Anton (1830–1884), deutscher Jurist und Politiker, MdL (Königreich Sachsen)
- Clemens Thieme (1861–1945), Erbauer des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig
- Karl Ryssel (1869–1939), deutscher Politiker (SPD; USPD)
- Martha Schrag (1870–1957), Malerin und Grafikerin
- Ludwig Külz (1875–1938), Professor für Tropenmedizin
- Wilhelm Külz (1875–1948), Politiker (DDP, LDPD), MdR, Reichsinnenminister
- Otto Scheibner (1877–1961), Arbeitspädagoge
- Kurt Pietzsch (1884–1964), Geologe
- Wolfgang Heyl (* 1921), Politiker (CDU)
- Horst Pehnert (1932–2013), Journalist und Parteifunktionär in der DDR
- Konrad Schaller (* 1943), Fußballspieler
- Thomas Munkelt (* 1952), Leichtathlet, Hürdenlauf Olympiasieger
- Michael Schweighöfer (*1952), Schauspieler
- Katrin Keller (* 1962), Pädagogin und Historikerin
- Maic Malchow (* 1962), Bahnradsportler
- Barbara Bollwahn (* 1964), Schriftstellerin und Journalistin
- Ilona Stumpe-Speer (* 1964), Schriftstellerin
- Sven Lehmann (1965–2013), Schauspieler
- Jens Streifling (* 1966), Musiker
- Heiko Herlofson (* 1969), Pornodarsteller
- Torsten Jülich (* 1974), Fußballspieler
- Jana Hensel (* 1976), Autorin und Journalistin
- Steffen Radochla (* 1978), Radrennfahrer
- Oliver Herber (* 1981), Fußballspieler
- Franziska Jünger (* 1986), Schauspielerin
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Christian Wilhelm Ludwig von Abeken (1826–1890), Staatsanwalt, Politiker
- Urban Kreutzbach (1796–1868), Orgelbauer
- Karl Wilhelm Gebert (1811–1875), deutscher Jurist und Politiker, MdR, MdL (Königreich Sachsen)
- Karl Heinrich (1822–1890), deutscher Jurist und Politiker, MdR, MdL (Königreich Sachsen), Bürgermeister in Borna
- Jacob Lossius (1596–1663), lutherischer Theologe und Superintendent Borna
Literatur [Bearbeiten]
- Richard Steche: Borna. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 7.
- Borna. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 452–454.
Weblinks [Bearbeiten]
- Stadt Borna
- Borna im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Westsächsisches Symphonieorchester
- Museum der Stadt Borna
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ a b c d e f g Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
- ↑ a b c d e f Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ Bockwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ a b c d e Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
- ↑ Pressemitteilung der HELIOS Kliniken Leipziger Land
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