Trotzkopf (Insekt)

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Trotzkopfkäfer
Trotzkopf

Trotzkopf

Systematik
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Nagekäfer (Ptinidae)
Unterfamilie: Anobiinae
Gattung: Hadrobregmus
Art: Trotzkopfkäfer
Wissenschaftlicher Name
Hadrobregmus pertinax
(Linnaeus, 1758)

Der Trotzkopf (Hadrobregmus pertinax) ist ein Käfer aus der Familie der Nagekäfer (Ptinidae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Käfer erreichen eine Körperlänge von 4,5 bis 6 Millimetern. Ihr Körper ist breit walzenförmig, ist sehr fein, kurz und schütter behaart und hat eine schwarzbraune Farbe. Das Halsschild ist auf der Vorderseite breit gerundet und seitlich eingedrückt. Auch an der Basis befinden sich zwei große Eindrücke, die am Außenrand hell behaart sind. In der Mitte des Halsschildes befindet sich ein hoher Höcker, der auf der Vorderseite U-förmig eingedrückt ist. Die Deckflügel (Elytren) tragen zahlreiche Längsreihen mit großen, länglichen Punkten. Die Fühler sind braun gefärbt. Bei den Männchen sind die letzten drei Glieder gemeinsam gleich lang, wie die übrigen zusammen. Bei den Weibchen sind sie kürzer.

Synonyme[Bearbeiten]

  • Dermestes bipunctatus Schrank, 1776[1]
  • Anobium fagi Herbst, 1783[1]
  • Ptinus rufus Gmelin, 1790[1]
  • Ptinus rugosus Gmelin, 1790[1]
  • Anobium striatum Fabricius, 1787[1]
  • Dendrobium pertinax Mulsant & Rey, 1863[1]
  • Coelostethus pertinax LeConte, 1861[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Art kommt in Europa, bis über den Polarkreis hinaus vor. Im Süden findet man sie auch in höheren Lagen. Auf den Britischen Inseln und in den Niederlanden fehlt die Art. Die ursprünglich weit verbreitete Art ist mittlerweile durch ihre chemische Bekämpfung nicht mehr so häufig. Man findet sie selten auch in verbautem Holz in Gebäuden, überwiegend in Nadelholz, selten aber auch in dem von Laubbäumen. Die Flugzeit ist von Mai bis August.

Lebensweise[Bearbeiten]

Wie bei verschiedenen anderen Nagekäferarten auch, spielt Holz im Lebenszyklus des Trotzkopfkäfers eine wichtige Rolle, da dieses den Larven als Lebensraum und Nahrung dient. Dabei sind die Larven auf pilzlich vorgeschädigtes Holz angewiesen. Der Trotzkopf wird daher (wie z. B. auch der Gescheckte Nagekäfer) als „Faulholzinsekt“ bezeichnet und kann als Indikator für einen vorhandenen Pilzbefall angesehen werden.

Die Larven entwickeln sich im Holz von Fichten und Kiefern. Die Weibchen legen sechs bis acht Eier in etwa 10 Millimeter langen Gänge im Holz ab. Die Larven benötigen zwei Jahre für ihre Entwicklung. Das Holz ist bei fortgeschrittenem Befall kreuz und quer von Fraßgängen durchzogen und weist an der Oberfläche kreisrunde Ausfluglöcher von ca. zwei bis drei Millimetern Durchmesser auf. Die Imagines schlüpfen im Herbst, fliegen aber erst nach einer Überwinterung aus.

Bekämpfung[Bearbeiten]

Ein Befall durch den Trotzkopf kann die Zerstörung von pilzbefallenem Holz stark beschleunigen, stellt jedoch immer eine Sekundärschädigung dar. Vorrangig ist daher die Ursachenbeseitigung und Bekämpfung des Pilzbefalls in Angriff zu nehmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHadrobregmus pertinax (Linnaeus 1758). Fauna Europaea, Version 1.3, 19.04.2007, abgerufen am 21.10.2007.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Wilhelm Harde, Frantisek Severa und Edwin Möhn: Der Kosmos Käferführer: Die mitteleuropäischen Käfer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co KG, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-06959-1.
  • Klaus Kempe: Holzschädlinge. 3. bearb. u. erw. Auflage, Verlag Bauwesen, Berlin 2004, ISBN 3-345-00827-0
  • Hans-Peter Sutter: Holzschädlinge an Kulturgütern erkennen und bekämpfen. 4. Aufl., Haupt Verlag, Bern 2002, ISBN 3-258-06443-1
  • Edmund Reitter: Fauna Germanica - Die Käfer des Deutschen Reiches. Band 3 S. 312, K. G. Lutz, Stuttgart 1911
  • Edmund Reitter: Fauna Germanica - Die Käfer des Deutschen Reiches. 5 Bände, Stuttgart K. G. Lutz 1908 - 1916, Digitale Bibliothek Band 134, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2006, ISBN 3-89853-534-7
  • Jiři Zahradník, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas, Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1

Weblinks[Bearbeiten]