Tscheburaschka

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Tscheburaschka und Krokodil Gena auf einer sowjetischen Briefmarke zum Trickfilm

Tscheburaschka (russisch Чебурашка anhören?/i) ist eine Film- und Romanfigur, die ursprünglich aus der Sowjetunion stammt. Erfunden wurde die Figur vom russischen Kinderbuchautor Eduard Uspenski, der in Russland für seinen humorvollen und politisch unbelasteten Schreibstil bekannt ist. Tscheburaschka erschien erstmals in dem Film des großen russischen Animators Roman Katschanow im Jahr 1969. Es handelt sich um ein Phantasie-Tier mit übergroßen Ohren, freundlichem Gesicht und zotteligem braunen Fell. Der Name ist dem umgangssprachlichen russischen Verb чебурахнуться (tscheburachnutsja, deutsch hinfallen)[1] entlehnt: Als das Tier das erste Mal entdeckt wird, fällt es immer wieder um, als es hingesetzt wird. In den deutschen Ausgabe des Kinderbuchs wird Tscheburaschka mit Kullerchen (1974)[2] und Plumps (1988) übersetzt.[3]

Zur Figur[Bearbeiten]

Tscheburaschka wird von einem Obsthändler in einer Orangenkiste gefunden, er stammt vermutlich aus den Tropen. Er ist ein bisher der Wissenschaft völlig unbekanntes Tier, vermutlich ist er nach dem Verzehr von Orangen in der Kiste eingeschlafen und wurde so in seine neue Heimat transportiert. Er hat braunes Fell und sehr große Ohren. Der Obsthändler bringt Tscheburaschka zunächst zum Zoo, welcher das Tier jedoch nicht aufnehmen will. Tscheburaschka gerät nun an einen Krämer, für den er im Schaufenster arbeiten soll, und bewohnt eine Telefonzelle. Als das einsame Krokodil Gena Freunde sucht und zu diesem Zweck Zettel in der Stadt aufhängt, lernen sich Tscheburaschka und Gena kennen und leben fortan zusammen.

Zwar kommen im Buch für die Sowjetunion typische Personen und Dinge vor, genau wird aber nicht präzisiert, um welches Land oder welche Stadt dieser Erde es sich handelt. Krokodil Gena wohnte in einer sehr großen Stadt und war als Krokodil im Zoo angestellt. Ein schadenfrohes Großmütterchen namens Chapeau-Claque spielt den beiden immer wieder böse Streiche.

Zu neuer Bekanntheit gelangte Tscheburaschka, als er 2004 zum offiziellen Maskottchen für die russische Olympiamannschaft für die Olympischen Sommerspiele 2004 erklärt wurde. Auch bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 war er – allerdings mit weißem Fell – das Maskottchen der russischen Teilnehmer. 2008 war er mit rotem Fell das Maskottchen der russischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 und 2010 mit blauem Fell bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi wird es Tscheburaschka als Maskottchen in allen drei Nationalfarben geben.

Tscheburaschka ist auch heute noch als Plüschtier in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion zu finden. Seit 2001 gibt es Tscheburaschka auch in Japan.

Bücher[Bearbeiten]

  • Krokodil Gena und seine Freunde (Крокодил Гена и его друзья) (1966) — Buch (E. Uspenski)
  • Tscheburaschka und seine Freunde (Чебурашка и его друзья) (1970) — Theaterstück (E. Uspenski und R. Katschanow)
  • Krokodil Gena im Urlaub (Отпуск крокодила Гены) (1974) — Theaterstück (E. Uspenski und R. Katschanow)
  • Das Business des Krokodils Gena (Бизнес крокодила Гены) (1992) — Buch (E. Uspenski)

Deutsche Ausgaben[Bearbeiten]

Englische Ausgaben[Bearbeiten]

Trickfilme[Bearbeiten]

Trickfilme mit Tscheburaschka sind Puppentrickfilme in klassischer Animationstechnik. Es gibt vier Tscheburaschkafilme:

Mittlerweile sind die Filme in Deutschland auf DVD erschienen. Russischsprachige Fassungen sind in Deutschland bei einigen russischen Buchversendern erhältlich. Für Oktober 2009 plant TV Tokyo den Start einer Anime-Serie zu Tscheburaschka.[8]

Musik[Bearbeiten]

Der zweite Film von 1971 enthält das Lied des Krokodils Gena, auch Geburtstagslied genannt (Leider ist Geburtstag nur einmal im Jahr)[9], das zu einem der beliebtesten russischen Kinderlieder wurde und heute in russischsprachigen Ländern vielerorts zu Geburtstagen gesungen wird. Eine deutsche Interpretation des Liedes wurde von Gerhard Schöne eingespielt. Der dritte Film enthält das ebenfalls sehr bekannte Lied Goluboi Wagon (Blauer Waggon). Diese Lieder wurden von Wladimir Schajinski komponiert. Zwei andere Lieder aus den Filmen, Ja – Chapeau-Claque (Ich bin Chapeau-Claque) und Teper ja Tscheburaschka (Nun bin ich Tscheburaschka), sind weniger bekannt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tscheburaschka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. чебурахнуться im Wörterbuch dict.leo.org (russ.-dt.)
  2.  E. Uspenski; R. Katschanow: Kullerchen und seine Freunde. In: Treffpunkt Puppentheater. Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR, Leipzig 1974 (übersetzt von Jutta Balk, Margret Krähner), DNB 207953856.
  3. Eduard Uspenski: Krokokil Gena und seine Freunde, Der Kinderbuchverlag Berlin, 1988; aus dem Russischen von Irina Abelmann und Jeanette Poche, 1988, ISBN 3-358-00496-1
  4. animator.ru – Krokodil Gena
  5. animator.ru – Cheburashka
  6. animator.ru – Chapeau Klak
  7. animator.ru – Cheburashka idet v shkolu
  8. Anime News Network über die Anime-Serie
  9. Noten und Text vom Geburtstagslied mit Übersetzung (pdf-Datei; 1,6 MB)