Tscherwonez

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Tscherwonez-Goldmünze zu zehn Rubel, 1976

Der Tscherwonez (russ.: Червонец; auch Tscherwonetz geschrieben, Plural: Tscherwonzen; von червенньй - hochrot/hellrot) ist eine russische Goldmünze, später auch ein Geldschein. Heutzutage werden im russischsprachigen Raum in der Umgangssprache Banknoten verschiedener Währungen mit einem Wert von zehn Währungseinheiten ebenfalls mit Tscherwonez bezeichnet.

Ursprünglich wurden im Russischen Reich westliche Goldmünzen als Tscherwonez (червонец) bezeichnet. Nach der Oktoberrevolution und dem Scheitern der Übergangs-Währung Sowsnak wurde 1923 erstmals eine russische Goldmünze mit dieser Bezeichnung geprägt. Sie trug den Namen und das Wappen der Russischen SFSR und nicht der gerade neu gegründeten Sowjetunion. Ihr Raugewicht beträgt 8,60260 Gramm bei einem Feingehalt von 900/1000 (Feingewicht 7,74234 Gramm – knapp 1/4 Unze) und ihr Wert entsprach zehn Rubel. Diese Goldmünze wurde im Jahre 1923 und später wieder im Zeitraum von 1975–1982 geprägt. 1925 wurde ebenfalls ein Tscherwonez geprägt, hiervon ist aktuell aber nur ein Exemplar bekannt!

Ab 1922 war der Tscherwonez auch Währungsbezeichnung auf sowjetischen Banknoten. Mit der Währungsreform von 1947 wurden diese Noten aber abgeschafft. Da 10 alte Rubel einem neuen Rubel entsprachen, war ein alter Tscherwonez gleichwertig mit einem neuen Rubel.[1]

Die Münzen aus dem Jahre 1925 tragen auf der Rückseite den Schriftzug СССР (dt.: SSSR), die anderen Ausgaben sind mit РСФСР (dt.: RSFSR) geprägt.

1927 kam es zur sogenannten „Tscherwonzenaffäre“, als durch mehrere Mitglieder einer georgischen Freiheitsbewegung versucht wurde, mittels in Frankfurt gefälschter Tscherwonez-Noten die Sowjetunion zu destabilisieren. 120000 Scheine wurden gedruckt, 12000 davon kamen in Umlauf.[2]

Zwischen 1975 und 1981 prägte die Sowjetunion erneut Gold-Tscherwonzen mit dem alten Motiv. Diese waren zum Verkauf als Bullionmünzen ins Ausland gedacht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Nikolay Nenovsky: Lenin and the currency competition: reflections on the NEP experience 1922–1924 (ICER Working Paper 22/2006). (PDF) , Turin2006.
  2. Johanna Lutteroth: Der Schein des Anstoßes, Einestages. Zeitgeschichten auf Spiegel Online (abgerufen am 18. Februar 2012)