Tunnel Augustaburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Tunnel Augustaburg ist ein 1404 Meter langer Eisenbahntunnel mit Nordostportal beim Streckenkilometer 100,5 der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt.

Das Bauwerk unterquert, bei einer Überdeckung von 11 bis 22 Metern[1], fünf Kilometer westlich der Erfurter Innenstadt bei dem Stadtteil Bischleben den Bergrücken Augustaburg. Er wurde von 2003 bis 2005 gebaut und kostete insgesamt ungefähr 28 Millionen Euro (davon Auftragssumme[1]: 20,7 Millionen). Tunnelpatin war Christine Lieberknecht, die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag.

Der Eisenbahntunnel hat eine lichte Höhe von 9,23 m ab Schienenoberkante sowie eine lichte Weite von 13,64 m, bei einem Maulprofil mit einer Nutzquerschnittsfläche von 92 m² über Schienenoberkante. Als Oberbau ist eine Feste Fahrbahn vorgesehen, der Gleisabstand beträgt 4,5 m bei einer Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h.

Geologie[Bearbeiten]

Die Tunnelröhre durchquert Lockergesteinschichten des oberen Muschelkalks mit Wechsellagerungen von Kalkstein, Tonstein und Mergelstein. Der Grundwasserspiegel steht bis zu 10 m über der Tunnelfirste, die Röhre ist daher druckwasserdicht ausgeführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bauausführung[Bearbeiten]

Der erste Spantenstich im Bauabschnitt Augustaberg der Neubaustrecke wurde am 11. September 2002 gefeiert.[2]

Der zweischalige Tunnel wurde zwischen Oktober 2003 und Oktober 2005 bei ungefähr 160 m² Ausbruchquerschnittsfläche[1] maschinell mit einem Tunnelbagger, teilweise auch mit Sprengungen, vom nördlichen Portal aus aufgefahren. Dabei wurde der Querschnitt in Kalotte, Strosse und Sohle unterteilt und mit einem Spritzbetonausbau nach der neuen österreichischen Tunnelbauweise gesichert. Der Tunnelausbruch betrug ungefähr 200.000 m³. Insgesamt 1364 m wurden bergmännisch aufgefahren, 40 m in offener Bauweise[1].

Der Durchschlag am südlichen Portal erfolgte im August 2004, die Innenschale wurde ab Januar 2005 hergestellt.

Rettungskonzept[Bearbeiten]

Entsprechend der Tunnel-Richtlinie des Eisenbahn-Bundesamtes[3] verfügt das Tunnelbauwerk u. a. über Rettungsplätze an beiden Portalen sowie einen Notausgang, 411 m vom südlichen Tunnelportal entfernt[1]. Dieser Ausgang verfügt über eine Schleuse und einen Stauraum und führt über einen 19 m langen Querstollen[1] und eine 22 m tiefe Schachttreppenanlage ins Freie.

Zu beiden Rettungsplätzen wurden Verbindungsstraßen zum öffentlichen Straßennetz errichtet. An den Portalen werden Löschwasserbehälter mit einem Volumen von je 100 m³ eingerichtet[1]. Die Feste Fahrbahn ist für Straßenfahrzeuge befahrbar.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tunnel Augustaburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Martin Muncke: Tunnel Augustaburg. In: Unterirdisches Bauen Deutschland 2005. Bauverlag, ISBN 3-9803390-3-3, S. 100.
  2. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Die Bahn baut für Thüringen. Halle/Erfurt, ca. 2002, S. 14.
  3. Richtlinie Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes an den Bau und Betrieb von Eisenbahntunneln mit Stand vom 1. November 2001

50.94138888888910.986111111111Koordinaten: 50° 56′ 29″ N, 10° 59′ 10″ O