Ulrich Pinder

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Ulrich Pinder, auch Ulrich Pinter[1] und Ulrich Binder[2] († 1. Januar 1519 in Nürnberg)[3] war ein Mediziner, von 1489 bis 1493 Leibarzt des Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen, Herausgeber und Buchdrucker.

Leben[Bearbeiten]

Der aus Nördlingen stammende Pinder war seit 1493 als Stadtarzt in Nürnberg und als Verfasser medizinischer Schriften tätig. Pinder erwarb sich zudem Verdienste als Herausgeber und Buchdrucker. Seine Drucke waren mit exzellenten Holzschnitten versehen. Das 1507 in seiner eigenen Druckerei hergestellte Betrachtungsbuch über das Leiden Christi Speculum passionis domini nostri Ihesu christi ist eines der am reichsten illustrierten Bücher (die Illustrationen stammen wahrscheinlich von Hans Baldung Grien, der in der fraglichen Zeit oder etwas früher in Dürers Werkstatt vermutet werden kann).

Familie[Bearbeiten]

Ehevereinbarung und Ehevertrag mit Friedrich Peypus[Bearbeiten]

Entsprechend der Übereinkunft vom 25. Juli 1512 mit dem Drucker und späteren Buchhändler Friedrich Peypus übergab Pinder seiner Tochter zwei Typenalphabethe mit 70 Gulden berechnet, Bücher im Wert von 30 Gulden und 50 Gulden in bar zu gemeinsamen Händen. Diese Vereinbarung wurde durch die Mediziner Johann Löchner und Hartmann Schedel bestätigt.

Eine weitere Quelle gibt das Sterbedatum in dem Zeitraum ab dem 15. Dezember 1518 und bis 16. März 1519 an.[4]

Schriften[Bearbeiten]

  • Der beschlossen gart des rosenkrantz Mariae. Nürnberg 1505
  • Epiphaniae medicorum. Nürnberg 1506
  • Speculum passionis domini nostri Ihesu christi. Nürnberg 1507 (Im Bestand der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart)[5]
  • Speculum intellectuale felicitatis humanae. Compendium breue de bonae valitudinis cura. Nürnberg 1510
  • Speculum passionis domini nostri Iesu Christi. Friedrich Peypus Druckerei Nürnberg 1519
  • Speculum phlebotomyae. Friedrich Peypus Druckerei Nürnberg 1510

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Braun: Pinder, Ulrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 26, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 149 f.
  • Ewald Lassnig: Dürers "MELENCOLIA-I" und die Erkenntnistheorie bei Ulrich Pinder. In: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 57 (2008), S. 51-95. Online bei Google Books.
  • Birgit Ulrike Münch: Cum figuris magistralibus. Das „Speculum passionis“ des Ulrich Pinder (Nürnberg 1507) im Rahmen der spätmittelalterlichen Erbauungsliteratur. Ein Passionstraktat mit Holzschnitten der Dürer-Werkstatt. In: MVGN 92 (2005), S. 1–91.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M. Georg Wolfgang Panzers Schafferrs an der Hauptpfarrkirche zu St. Sebald in Nürnberg. Annalen der älteren deutschen Literatur oder Anzeige und Beschreibung derjenigen Bücher welche von der Buchdruckerkunst bis MDXX. in deutscher Sprache gedruckt worden sind..., Nürnberg by Ernst Christoph Grattenauer., Nürnberg 1788., 464 S., Google Books, online, S. 268 und 354
  2. Nördlingische Wöchentliche Nachrichten, in welchen mit Hochobrigkeitlicher Erlaubnis angezeigt werden: ...., Den 25. Novembr. 1768., Nro. 48., Carl Gottlob Beck, Gelehrte Anmerungen., Google Books, online
  3. Eike Frietsch (Red.): Wiener Jahrbuch fur Kunstgeschichte., LVII., Böhlau Verlag., Wien 2008, Google Books, auszugsweise online, S. 51ff. , ISBN 978-3-205-78288-9
  4. Christoph Reske: Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet: auf ..., Google Books, online, S. 662 und 663
  5. Drucke des 16. bis frühen 19. Jahrhunderts der Hofbibloithek, S. 17, F 2, abgerufen am 22. Juni 2014