Unsicherheit

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Als Unsicherheit bezeichnet man einen bewusst wahrgenommenen Mangel an Sicherheit oder (im wissenschaftlichen Kontext) an Reliabilität und Validität. Ein tatsächlicher Mangel an Sicherheit wird auch als Gefahr bezeichnet.

Unsicherheit in der Entscheidungstheorie[Bearbeiten]

In der Entscheidungstheorie werden mit Unsicherheit zukünftige Umweltzustände beschrieben, für welche keine Wahrscheinlichkeiten vorliegen. Unsicherheit wird dabei in Ungewissheit, Risiko und Unwissen unterteilt. Bei der Ungewissheit sind die möglichen Auswirkungen bekannt, man verfügt jedoch nicht über Informationen zur Eintrittswahrscheinlichkeit. Beim Risiko ist als zusätzliche Information die Eintrittswahrscheinlichkeit bekannt, nicht aber der Zeitpunkt. Beim Unwissen sind auch die Auswirkungen der untersuchten Handlungsalternativen nicht vollständig bekannt. Die Entscheidungstheorie bietet verschiedene Methoden zur Entscheidung unter Ungewissheit, Entscheidung unter Unsicherheit und Entscheidung unter Risiko.[1]

Selbstunsicherheit in der Psychologie[Bearbeiten]

Daneben gibt es die Bedeutung der Selbstunsicherheit als subjektiv-emotionaler Zustand eines Lebewesens infolge von fehlendem Vertrauen oder Ängstlichkeit im Gegensatz zur Selbstsicherheit. Dieser Zustand kann sich beim Menschen als Persönlichkeitseigenschaft in Vermeidungsverhalten äußern und wird in der Psychiatrie auch als Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung bezeichnet. [2]

Unsicherheit in Naturwissenschaften[Bearbeiten]

Beim Messen einer physikalischen Größe entsteht typischerweise eine Unbestimmtheit, die verschiedenste Ursachen haben kann. Sie wird als Messunsicherheit bezeichnet.

Dass gewisse Messgrößen generell nicht gleichzeitig exakt gemessen werden können, ist ein fundamentales Prinzip der Quantenmechanik und findet seine Formulierung in der heisenbergschen Unschärferelation.

Unsicherheit im Risikomanagement[Bearbeiten]

Die Norm ISO 31000 definiert Risiko als Effekt der Unsicherheit auf den Grad der Zielerreichung. Unsicherheit wird hierbei mit dem "gänzlichen oder teilweise Fehlen von Informationen"[3] beschrieben.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. W. Müller: Risiko und Ungewißheit. In: Waldemar Wittmann, Werner Kern, Richard Köhler, Hans-Ulrich Küpper, Klaus von Wysocki (Hrsg.): Handwörterbuch der Betriebswirtschaft. Teilband 3. 5. Auflage. Enzyklopädie der Betriebswirtschaftslehre. Band 1. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 1993, ISBN 3-7910-8033-4
  2. Selbstunsicher, ängstlich, gehemmt, unbeholfen und kontaktscheu, Volker Faust - Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Gesundheit
  3. Weis, Udo: Risikomanagement nach ISO 31000 - Risiken erkennen und erfolgreich steuern. WEKA MEADIA GmbH & Co. KG, Augsburg 2012, ISBN 978-3827629678, S. 39