Unternehmen Advent

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Unternehmen Advent war der Deckname einer deutschen Angriffsoperation im Dezember 1943 in der Sowjetunion.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Mit rund 730.000 Soldaten griff die 1. Ukrainische Front der Roten Armee die Heeresgruppe Süd der deutschen Wehrmacht im Abschnitt östlich von Kiew an. Kiew wurde am 6. November 1943 von der Roten Armee zurückerobert. Im Rahmen dieser zehntägigen Angriffsoperation drangen sowjetische Truppen rund 150 Kilometer in Richtung Westen vor. Ein deutscher Gegenangriff schlug zunächst fehl. Bis zum 30. November 1943 gelang es jedoch Generalfeldmarschall Erich von Manstein unter Aufbietung aller verfügbaren Reservekräfte, die Front vor Kiew zu stabilisieren.[1]

Das Unternehmen[Bearbeiten]

Am 6. Dezember 1943 befahl Manstein dem XXXXVIII. deutschen Panzerkorps, das zu diesem Zeitpunkt nur noch über rund 200 Panzerfahrzeuge verfügte, den Angriff zur Rückeroberung von Kiew. In einer komplexen zick-zackförmigen Angriffsoperation gelang es drei deutschen Panzerdivisionen, die sowjetische Front zu durchbrechen und eine Zangenbewegung zu beginnen, die zu einer Einschließung von drei sowjetische Panzer- und vier Schützenkorps im Gebiet um den Ort Meleni ("Sack von Meleni") führte. Während dieser Operation wurden bei einem gefallenen sowjetischen Offizier Lagekarten entdeckt, die die Vorbereitung eines sowjetischen Großangriffs in diesem Abschnitt zeigten. Um die Vernichtung der deutschen Einschließungstruppen zu verhindern, wurde auf eine Ausräumung des Sackes von Meleni verzichtet und eine Rückzugbewegung eingeleitet. Der Militärhistoriker Friedrich Wilhelm von Mellenthin prägte für diese kühne taktische Angriffsoperation den Begriff Miniatur-Tannenberg in Anlehnung an den operativen Verlauf der Schlacht von Tannenberg in Ostpreußen im Jahre 1914. Es war die letzte taktisch zunächst erfolgreiche Militäroperation von Mansteins im Deutsch-Sowjetischen Krieg.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Welt online vom 12. Dezember 2013, abgerufen am 12. Dezember 2013