1. Panzerarmee (Wehrmacht)

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Truppenverbandsabzeichen der Panzergruppe 1 / 1. Panzerarmee vom 22. Juni 1941 bis Ende 1942. Das K wies auf den Oberbefehlshaber Generaloberst Ewald von Kleist hin.

Die 1. Panzerarmee / Panzerarmeeoberkommando 1 (PzAOK 1) war ein Großverband des Heeres der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges. Sie war Oberkommando jeweils wechselnder Armeekorps sowie zahlreicher Spezialtruppen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die 1. Panzerarmee ging aus der Panzergruppe 1 hervor, die am 16. November 1940 unter Generaloberst Ewald von Kleist aus dem Generalkommando XXII. Armeekorps (mot.) aufgestellt wurde und bis Anfang 1941 im besetzten Frankreich stationiert war. Vorgänger war der Panzergruppe von Kleist genannte Verband, der am 1. März 1940 unter von Kleist aufgestellt wurde.[1] Diese Panzergruppe war der erste derartige Verband der Wehrmacht, der gepanzerte und motorisierte Truppen in Form mehrerer Korps bündelte und führte den ersten operativ unabhängige Einsatz der Panzertruppe in der Kriegsgeschichte. Sie bestand aus fünf Panzer- (die Hälfte der Panzerdivisionen der damaligen Wehrmacht) und drei motorisierten Divisionen und bündelte somit rund die Hälfte der beim Angriff auf Frankreich verfügbaren Kampfpanzer.[2] Beim Westfeldzug stieß diese Truppe durch die Ardennen, bei Sedan über die Maas bis zur Kanalküste vor und trug wesentlich dazu bei, die alliierten Truppen in Nordfrankreich und Belgien abzuschneiden. Im späteren Verlauf des Feldzugs drang sie bis nach Lyon, Orléans und Bordeaux vor. Insgesamt legte sie in knapp acht Wochen 3000 km zurück und machte beinahe eine halbe Million Gefangene.[1]

Im April 1941 nahm die Panzergruppe als Teil der 12. Armee unter Generalfeldmarschall Wilhelm List am Balkanfeldzug im Raum Nord-Jugoslawien teil. Die Panzergruppe Kleist vernichtete in kürzester Zeit die jugoslawische 5. und 6. Armee, bevor sie am 12. April 1941 Belgrad eroberte.

Im Mai 1941 war die Panzergruppe im Rahmen des Krieges gegen die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa) Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedts Heeresgruppe Süd unterstellt. Die Panzergruppe 1 kämpfte im südlichen Abschnitt der Ostfront gegen die Rote Armee. Am 6. Oktober 1941 wurde die Panzergruppe nach der erfolgreichen Eroberung von Kiew in 1. Panzerarmee umbenannt. Von Kleist blieb dabei ihr Oberbefehlshaber. Danach begann die 1. Panzerarmee ihren Vorstoß gegen Rostow. Mit der Leibstandarte-SS Adolf Hitler unter SS-Obergruppenführer Sepp Dietrich unternahm von Kleist widerwillig den Angriff auf Rostow. Seine 1. Panzerarmee eroberte die Stadt im November, aber der Roten Armee gelang die Rückeroberung acht Tage später.

Im Januar 1942 wurde die Armeegruppe Kleist, die aus der 1. Panzerarmee und der 17. Armee bestand, unter ihrem Namensgeber, von Kleist, als Oberbefehlshaber aufgestellt. Die Armeegruppe Kleist spielte eine Hauptrolle beim Zurückschlagen des sowjetischen Angriffs in der Zweiten Schlacht von Charkow im Mai 1942. Im selben Monat wurde die Armeegruppe aufgelöst. Die immer noch von Kleist geführte 1. Panzerarmee wurde im Juli der Heeresgruppe A unter Generalfeldmarschall Wilhelm List unterstellt. Die Heeresgruppe A hatte den Auftrag, den Schlag gegen den Kaukasus während der Operation Blau zu führen und Grosny und die Ölfelder von Baku einzunehmen. Die 1. Panzerarmee war die Speerspitze dieses Angriffs. Der Angriff war zu Beginn erfolgreich; Rostow, Maikop, Krasnodar und das gesamte Einzugsgebiet des Flusses Kuban wurden besetzt.

Jedoch wurde im September 1942 die Offensive der Heeresgruppe A im Kaukasus gestoppt, was zur Ablösung Lists führte. Danach übernahm Hitler selbst die persönliche Kontrolle über die Heeresgruppe A. Er ernannte von Kleist am 21. November 1942 zu ihrem Oberkommandierenden. Den Befehl über die 1. Panzerarmee übernahm General der Kavallerie Eberhard von Mackensen. Im Dezember 1942, als die 6. Armee im Kessel von Stalingrad eingeschlossen war, startete die Rote Armee eine erfolgreiche Offensive gegen die Heeresgruppe A. Es folgte ein eiliger Rückzug aus dem Kaukasus. Die 1. Panzerarmee wurde im Januar 1943 durch Rostow abgezogen und entging somit der Einschließung im Kuban-Brückenkopf.

Im Januar 1943 wurde von Mackensens 1. Panzerarmee der Heeresgruppe Don unter Generalfeldmarschall Erich von Manstein unterstellt. Im darauf folgenden Monat verband von Manstein die 1. Panzerarmee mit der 4. Panzerarmee, um sowjetische Einbruchsversuche an seiner Nordflanke zurückzuweisen. Die 1. Panzerarmee trug zum Erfolg der Dritten Schlacht von Charkow im März 1943 bei. Im Oktober 1943 überschritten sowjetische Kräfte den Dnepr zwischen Dnjepropetrowsk und Krementschug. Die 1. Panzerarmee startete gemeinsam mit der 8. Armee einen Gegenangriff, schaffte es aber nicht, die sowjetischen Truppen zurückzuwerfen. Am Ende des Monats, als sich die Rote Armee Kiew näherte, wurde von Mackensen von General der Panzertruppe Hans-Valentin Hube abgelöst.

Im März 1944 brachen zwei sowjetische Panzerarmeen in der Ukraine durch und drohten die 1. Panzerarmee und die 8. Armee abzuschneiden. Es entstand eine Krise bei der 1. Panzerarmee, als sie von den zwei sowjetischen Heeresgruppen im Kessel von Kamenez-Podolski eingeschlossen wurde. Ein erfolgreicher Ausbruch wurde durchgeführt, bei dem zwar die meisten Soldaten entkamen, aber die schwere Ausrüstung verlorenging. Ab Juli 1944 zog sie sich aus der Ukraine und Polen zurück, bevor sie mit der Heeresgruppe A in der Slowakei kämpfte. Hier bildete sie zusammen mit der 1. ungarischen Armee die Armeegruppe Heinrici. Sie wurde am 8. Mai 1945 aufgelöst.

Oberbefehlshaber[Bearbeiten]

(Dienstgrade zum Zeitpunkt ihrer Funktion als Oberbefehlshaber der 1. Panzerarmee)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Correlli Barnett: Hitler’s Generals. Grove Weidenfeld, New York 1989, ISBN 1-55584-161-9.
  •  Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 2. Die Landstreitkräfte 1–5. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1973, ISBN 3-7648-0871-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschichte des Geschlechts von Kleist – Paul Ludwig Ewald. Familienverband derer v. Kleist e.V., abgerufen am 16. Juli 2013.
  2.  Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940. 4. Auflage. Oldenbourg, München 2012, ISBN 3-486-71544-5, S. 117–121.

Weblinks[Bearbeiten]