Usman dan Fodio

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Usman dan Fodio (* 1754 in Maratta, Nigeria; † 1817 in Sokoto) (auch: Shaikh Usman Ibn Fodio, Shehu Uthman Dan Fuduye, Shehu Usman dan Fodio) war ein militärischer und religiöser Anführer der Qadiriyya-Tariqa (siehe auch Sufismus) aus dem Volk der Fulbe.

Usman dan Fodio erhielt eine arabisch geprägte Bildung. Im Jahre 1794 hatte er eine Vision, bei der ihm der Prophet Mohammed und der Heilige Abd al-Qadir al-Dschilani erschienen und das „Schwert der Wahrheit“ verliehen. Zunächst trat er als religiöser Reformer auf, der die volkstümlichen Vorstellungen aus dem islamischen Glauben seines Volkes tilgen wollte. 1804 rief er einen Dschihad aus, als dessen Anführer er im gleichen Jahr ein Heer der Haussa schlug. In den folgenden Jahren eroberte Usman die meisten der Haussa-Staaten und schuf ein Fulbe-Reich in Nordnigeria, das auch unter dem Namen Sokoto-Kalifat bekannt wurde. Als Herrschaftssitz wählte er die Stadt Kano. Als Teil seines Dschihad beauftragte er 1806 seinen Schüler Modibo Adama mit Eroberungen; Adama gründete das Emirat Adamaua und blieb gegenüber Usman als Oberherrscher loyal. 1808 und 1810 erlitt Usman Niederlagen gegen die Reiche Bornu und Kanem.

Nach Usmans Tod wurde sein Reich in zwei Hälften aufgeteilt. Nomineller Herrscher über beide Teile wurde sein Sohn Mohammed Bello. Seine Tochter Nana Asma’u war eine bedeutende Dichterin und Vorkämpferin der Frauenbildung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Leonhard Harding: Jihad und Aufbruch in eine neue Zeit. Uthman dan Fodio und die Zeitenwende am Anfang des 19. Jahrhunderts. In: Sven Sellmer, Horst Brinkhaus (Hrsg.): Zeitenwenden. Historische Brüche in asiatischen und afrikanischen Gesellschaften. EB-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-930826-64-X (Asien und Afrika. Band 4), S. 15–37.
  • Mervyn Hiskett: The Sword of Truth. The Life and Times of the Shehu Usuman dan Fodio. Oxford University Press, New York u.a. 1973, ISBN 0-19501-647-5.
  • Omar Kane: Othman Dan Fodio. Fondateur de l'empire de Sokoto. ABC, Paris u.a. 1976, ISBN 2-85809-047-5.
  • D.M. Last Art. "ʿUthmān b. Fūdī" in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. X, S. 949b-951a.

Weblinks[Bearbeiten]