Usonia

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Im Rosenbaum House

Usonia ist ein Begriff, der von dem US-amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright in Hinsicht auf seine Vision für die Landschaft der USA, deren Städteplanung und Architektur prägte.

Verwendung[Bearbeiten]

Usonia war Wrights persönliches Synonym für Amerika. So nennt er auch sein visionäres Amerika. Es besteht aus einer von ihm erdachten neuen urbanen Form: Broadacre City (Weite Stadt). Nur hier genössen die Menschen „wahre Individualität“ (und nicht „robuste Individualität“ = Egoismus) in einer echten ganzheitlichen Demokratie. Kennzeichnend für diese Vision sind die Werte der Unabhängigkeitserklärung. Da alle potentiellen Führer (Politiker, Philosophen, Künstler …) versagt hätten, wird Usonien von einem Architekten geleitet. Die Regierung nimmt nur noch Verwaltungsaufgaben wahr. Usonia ist radikal föderal, gegen jede zentralisierende Machtballung gekehrt.

Das wahre Zentrum (die einzige zulässige Zentralisierung) in der usonischen Demokratie ist der einzelne in seinem wahrhaft usonischen Familienheim. [1]

Der Begriff Usonia bezieht sich auch auf etwa 50 Mittelschichtshäuser, die Frank Lloyd Wright ab dem Jahr 1936 zusammen mit der Firma Jacobs House errichten ließ.

Oberlichter in Kentuck Knob

Diese Häuser waren normalerweise kleine, einstöckige Häuser ohne Garagen oder großen Lagerraum, die Wright vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise errichten ließ. In diesem Zusammenhang prägte er auch das Wort Carport.

Die Usonia-Häuser hatten eine L-Form, die auf zwei Seiten eine Gartenterrasse umgab. Mit Rücksicht auf die Umwelt hatten sie überhängende Dächer für die Solarheizung und natürliche Kühlung.

Die 1938 bis 1940 für Theodore Baird, einen Englischprofessor des Amherst College, erbaute Theodore Baird Residence in Amherst (Massachusetts), zeichnet sich äußerlich durch eine Backsteinfassade und Flachdach aus; innen ist das Heizsystem beachtenswert, bei dem Heißwasserrohre die Wärme durch einen Betonboden transportieren.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort Usonia ist eng verwandt mit dem Esperanto-Wort für die Vereinigten Staaten, Usono, das sich wiederum von der Abkürzung USA herleitet.

Usonia-Häuser[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roland Reisley, John Timpane: Usonia, New York: Building a Community with Frank Lloyd Wright. Princeton: Architectural Press, 2001. ISBN 1-568982453
  • Priscilla Henken, David Henken: Realizations of Usonia: Frank Lloyd Wright in Westchester. Hudson River Museum, 1985. ISBN 0943651123

Quellennachweis[Bearbeiten]

  1. http://www.stockwerk.org/dritte_ausgabe/schaufenster4.html

Weblinks[Bearbeiten]