Lactose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

(Weitergeleitet von Laktose)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Lactose
Allgemeines
Name Lactose
Andere Namen
  • Laktose
  • Milchzucker
  • Sandzucker (Lactose-Monohydrat, allgem. Handelsform)
  • D-Galactopyranosyl-β-(1→4)-D-glucopyranose
  • D-Galactopyranosyl-β-(1→4)-D-glucopyranosid
  • 4-(β-D-Galactopyranosyl)-D-glucopyranose (IUPAC)
Summenformel C12H22O11
CAS-Nummer 63-42-3
PubChem 6134
Kurzbeschreibung farbloser, kristalliner Feststoff [1]
Eigenschaften
Molare Masse 342,29 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,525 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

223 °C [1]

Dampfdruck

vernachlässigbar

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser [1]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: keine R-Sätze
S: keine S-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Lactose (auch Milchzucker, Sandzucker oder Laktose), abgeleitet vom lat. lac, lactis für Milch und der Endung -ose für Zucker, ist ein in Milch und Milchprodukten in Mengen von 1,5–8 % enthaltener Zucker.

Lactose gehört zur Gruppe der Disaccharide (Zweifachzucker) und besteht aus den beiden Molekülen D-Galactose und D-Glucose, die über eine β-1,4-glycosidische Bindung verbunden sind. Nach IUPAC wird Lactose als 4-(β-D-Galactopyranosyl)-D-glucopyranose bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Eigenschaften und Aufbau

Lactose in der Sesselfom

Lactose ist eine kristalline farblose Substanz und weniger wasserlöslich als andere Zucker, wie etwa Maltose. Milchzucker ist optisch aktiv und zählt zu den reduzierenden Zuckern.

Als Feststoff liegt Lactose in einer Form vor, bei der die ringförmigen Moleküle Galactose und Glucose über eine β-1,4-glycosidische Bindung miteinander verbunden sind. In wässrigen Lösungen liegen die α- und β-D-Glucosemoleküle in den Lactosemolekülen über die offenkettige Form im Gleichgewicht vor und es kann eine Mutarotation beobachtet werden. In neutralen wässrigen Lösungen existieren in Lactosemolekülen zusätzlich neben ringförmigen Glucopyranosemolekülen auch kettenförmige Glucosemoleküle in sehr geringen Anteilen. In alkalischen wässrigen Lösungen befindet sich zusätzlich neben der ringförmigen Glucopyranose auch die kettenförmige Glucose in Lactosemolekülen in großen Konzentrationen. Saure wässrige Lösungen enthalten sehr wenige kettenförmige Glucose in Lactosemolekülen. Es ist nicht möglich in saurer Lösung mit der Seliwanow-Probe die Aldehydgruppe einer kettenförmigen Glucose nachzuweisen. Dies gelingt mit der Tollensprobe oder der Fehlingschen Probe bei alkalischen pH-Werten problemlos. Bei den beiden zuletzt genannten Nachweisproben zeigen sich die Merkmale reduzierend wirkender Disaccharide.

[Bearbeiten] Herstellung

Lactose kann aus Süß- oder Sauermolke gewonnen werden. Lactose ist bis zu 47 g pro Liter[2] in Kuhmilch gelöst. Durch aufwendige Mehrfachtrocknung von 2 bis 30 Stunden kristallisiert aus diesem Molkenpermeat Lactose. Durch Decalciumphosphatierung, Elektrodialyse und einem Ionenaustausch in dem herkömmlichen Prozess lässt sich jedoch die Ausbeute erheblich erhöhen.[3] Die so gewonnene kristalline Lactose wird zerkleinert, gesiebt und in Säcke verpackt. Es gibt sie in vier verschiedenen Korngrößen. [4]

[Bearbeiten] Ernährungsphysiologische Bedeutung

Lactose hat reduzierende Eigenschaften und ist als Inhaltsstoff Muttermilch bei der Ernährung von jungen Säugetieren wichtig. Um Lactose verwerten zu können, muss sie bei der Verdauung in beide Einfachzucker D-Galactose und D-Glucose gespalten werden. Hierzu ist das körpereigene Enzym Lactase notwendig, das im Erwachsenenalter nur noch in geringerer Menge gebildet wird. Kann Lactose aufgrund eines Mangels an Lactase nicht verdaut (und somit auch nicht aufgenommen) werden, so spricht man von Lactoseunverträglichkeit oder -intoleranz. Bei Völkern, die milcherzeugende Landwirtschaft betreiben, beispielsweise bei Nordeuropäern und bei einigen afrikanischen Völkern, haben sich Mutationen durchgesetzt und der Organismus kann auch im Erwachsenenalter Lactase in notwendigen Menge bereitstellen.[5]

Lactose

[Bearbeiten] Lebensmitteltechnik

  • Ausgangsprodukt zur Herstellung von Milchsäure
  • Texturverändernd für Tiefkühlkost
  • Hydrolyse ergibt einen Glucose/Galactose-Sirup
  • Lebensmittelhersteller erzeugen mit Lactose einen cremigen Geschmack, Lactose wird daher sehr vielen Produkten hinzugefügt.

Mit Sandzucker wird außer Lactose auch eine Form des gewöhnlichen Grießzuckers bestimmter Korngröße bezeichnet.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d e Eintrag zu Lactose in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 14. Okt. 2007 (JavaScript erforderlich)
  2. Nährwertangabe auf Tetra Pak Frische Alpenmilch von Molkerei Weihenstephan GmbH & Co. KG
  3. Darstellung des Gewinnungsprozesses von Westfalia Separator
  4. Kurzer Darstellung des Herstellungsprozesses durch die Sachsenmilch AG
  5. Florian Horn u. a.: Biochemie des Menschen. 3. Auflage, Thieme Verlag 2005, ISBN 3-13-130883-4

[Bearbeiten] Weblinks

Gesundheitshinweis
Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen