Vanadylsulfat

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Kristallstruktur
Strukturformel von Vanadylsulfat
Vanadylsulfat-Pentahydrat
__ V     __ S     __ O
Allgemeines
Name Vanadylsulfat
Andere Namen
  • Vanadin(IV)-oxidsulfat
  • Vanadiumoxysulfat
  • Vanadium(IV)-oxidsulfat
  • Vanadylsulfat
Verhältnisformel VOSO4
O5SV
CAS-Nummer
  • 27774-13-6 wasserfrei
  • 123334-20-3 Hydrat
  • 12439-96-2 Pentahydrat
Kurzbeschreibung

blauer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 163,00 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,09 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

105 °C[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Hydrat

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: keine P-Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)

Hydrat

R- und S-Sätze R: 22
S: 36
Toxikologische Daten

448 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Vanadylsulfat, VOSO4, ist eine anorganische Verbindung des Vanadiums.

Vorkommen[Bearbeiten]

Wie die meisten wasserlöslichen Sulfate, findet man es sehr selten in der Natur. Die wasserfreie Form ist Pauflerit, ein Mineral fumarolen Ursprungs. Die Hydrate sind ebenfalls sehr selten; Hexahydrat (Stanleyit), Pentahydrate (Minasragrit, Orthominasragrit und Anorthominasragrit) und Trihydrat (Bobjonesit).

Darstellung[Bearbeiten]

Die Darstellung von Vanadylsulfat erfolgt gewöhnlich durch die Reduktion von Vanadium(V)-oxid durch Schwefeldioxid:

\mathrm{V_2O_5 + 7\ H_2O + SO_2 + H_2SO_4 \longrightarrow}\mathrm{ 2\ [V(O)(H_2O)_4]SO_4}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Vanadylsulfat

Der stark hygroskopische, blaue Feststoff ist eine der gebräuchlichsten Quellen von Vanadium im Labor. Es enthält das Vanadylion, VO2+, welches als das "stabilste zweiatomige Ion" bezeichnet wurde.

In wässriger Lösung kristallisiert das Salz als Pentahydrat, das fünfte Wasser ist nicht an das Metall gebunden. Als Komplex gesehen, hat dieser eine oktaedrische Struktur, mit Sauerstoff, vier Wasser und einem Sulfat als Liganden. Die V=O-Bindungslänge beträgt 160 pm, sie ist somit 50 pm kürzer als die V–OH2-Bindungen. In Lösung dissoziiert das Sulfat-Ion sehr schnell.

Das Pentahydrat und das Trihydrat haben eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P21/a.[4]

In saurer Lösung ergibt die Oxidation von Vanadylsulfat gelbfarbene Vanadyl(V)-Derivate. Eine Reduktion, z. B. durch Zink, ergibt Vanadium(III)- und Vanadium(II)- Derivate, welche charakteristisch grün und violett sind.

Verwendung[Bearbeiten]

Zumeist ist Vanadylsulfat ein gebräuliches Edukt für andere Vanadylderivate, wie Vanadium(IV)-oxy(acetylacetonat):

\mathrm{ [V(O)(H_2O)_4]SO_4  +  C_5H_8O_2 + Na_2CO_3 \longrightarrow}\mathrm{ [V(O)(C_5H_7O_2)_2]  +  Na_2SO_4  +  4\ H_2O  + CO_2}

Vanadylsulfat ist ein Zwischenprodukt in der Extraktion von Vanadium aus Erdölresten, einer kommerziellen Hauptquelle von Vanadium.

Vanadylsulfat ist vor allem im Ausland, beispielsweise in den USA, in einigen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Vor allem im Bereich des Bodybuildings werden hilfreiche Effekte von Vanadylsulfat beworben, ein belegbarer Effekt konnte jedoch nicht festgestellt werden.[5] Vanadylverbindungen sollen den Effekt von Insulin nachahmen, die Wirkungsweise wird ähnlich der von Chrompicolinat beschrieben.[6] In Deutschland ist Vanadylsulfat als Mineralstoff nicht zugelassen.[5]

Quellen[Bearbeiten]

  •  Norman Neill Greenwood, Alan Earnshaw: Chemistry of the elements. Pergamon Press, Oxford 1984, ISBN 978-008022056-7, S. 1157.
  •  Günter Bauer, Volker Güther, Hans Hess, Andreas Otto, Oskar Roidl, Heinz Roller, Siegfried Sattelberger: Vanadium and vanadium compounds. In: Ullman’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. A27, Wiley-VCH, Weinheim 2002, S. 367–386 (PDF).
  •  Burl E. Bryant, W. Conard Fernelius, Daryle H. Busch, R. Carl Stoufer, Wilmer Stratton: Vanadium(IV) Oxy(acetylacetonate). In: Inorganic Syntheses. 1957, S. 113–116, doi:10.1002/9780470132364.ch30.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu CAS-Nr. 123334-20-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 17. Juni 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Datenblatt Vanadium(IV) oxide sulfate hydrate, ≥99.99% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 17. Juni 2012 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4.  M. L. Smith, J. Marinenko: A reexamination of minasragrite. In: American Mineralogist. 58, 1973, S. 531–534 (PDF).
  5. a b Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe: Verbotene Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln
  6. Pharmazeutische Zeitung online: Vorsicht vor der Prohormon-Falle, 10/2004.