Vandenberg AFB Space Launch Complex 6

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Space Launch Complex 6
Space Shuttle Enterprise Vandenberg AFB Space Launch Complex 6.jpg
Koordinaten 34° 34′ 42″ N, 120° 37′ 31″ W34.5783-120.6253Koordinaten: 34° 34′ 42″ N, 120° 37′ 31″ W
Typ Orbital Launch Site
Betreiber United States Air Force
Launch Pads 1
Raketen Athena (4 Starts)
Delta IV Medium (2 Starts)
Delta IV Heavy (1 Start)
Titan III (Geplant, nie durchgeführt)
Space Shuttle (Geplant, nie durchgeführt)
Min. Inklination 51°
Max. Inklination 145°
Baubeginn 12. März 1966
Erster Start 15. August 1995 (Athena 1)
Status aktiv

Space Launch Complex-6 (SLC-6, gesprochen „Slick Six“) ist ein Startgelände auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien, USA.

Bau[Bearbeiten]

SLC-6 ist ein Teil von Vandenbergs South Base. Am 1. März 1966 wurde ein Teil des Geländes der Sudden Ranch enteignet und von der US Air Force für fast zehn Millionen Dollar erworben. Am 12. März 1966 begann dann der Bau des SLC-6 auf diesem Gelände. Von diesem Startkomplex sollte die Titan-III-Rakete mit der bemannten Raumstation Manned Orbiting Laboratory (MOL) gestartet werden. Nachdem wesentliche Teile bereits fertiggestellt wurden, wurde das Projekt der US Air Force wegen der hohen Kosten und Terminverzögerungen am 10. Juni 1969 ohne einen Flug eingestellt.

Vorbereitungen für das Space Shuttle[Bearbeiten]

1972 wurde beschlossen, neben dem Startplatz in Florida hier einen westlichen Start- und Landeplatz für das Space Shuttle zu bauen, von dem es möglich ist das Shuttle in eine polare Umlaufbahn zu bringen. Umfangreiche Modifizierungen des Startplatzes waren nötig. Der mobile Serviceturm (Mobile Service Tower, MST) wurde umgebaut und zwei neue Feuerschächte für die Solid Rocket Booster des Space Shuttle errichtet. Tanks für flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff, ein Schallschutzsystem, ein Wasseraufbereitungssystem, ein Rettungssystem für die Besatzung und ein Shuttle Assembly Building, entsprechend dem VAB in Florida, wurde nötig.

Am 15. Oktober 1985 wurde der Startplatz eröffnet und offiziell in Betrieb genommen, obwohl noch weitere Tests und Baumaßnahmen erforderlich waren. Ein Jahr nach der Eröffnung, am 15. Oktober 1986, sollte die Raumfähre Discovery (STS-62-A) mit Robert Crippen als Kommandant in eine polare Umlaufbahn gestartet werden. Durch die Challenger-Katastrophe wurde das Shuttle-Programm jedoch für über zwei Jahre unterbrochen. Am 20. September 1988 wurde SLC-6 zunächst stillgelegt.

Ende des Jahres 1989 wurde von der US Air Force offiziell das Ende des Space-Shuttle-Programmes in Vandenberg bekannt gegeben. Die Kosten für die gesamten Aufwendungen werden auf ca. 4 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Erneuter Umbau[Bearbeiten]

Am 6. Juli 1990, bekam Lockheed den Auftrag von der US Air Force, den Startkomplex SLC-6 für die Rakete Titan 34D und Titan IV umzubauen. 1994 wurde SLC-6 erneut umgebaut. Über einem der Feuerschächte, die ursprünglich für die Booster des Space Shuttles gebaut wurden, konstruierte man eine Plattform zum Start kleiner Raketen (Small Spacecraft Technology Initiative, SSTI).

Am 15. August 1995 wurde die erste Rakete (LMLV-1, später Athena) auf dem Startkomplex SLC-6 gestartet. Wegen unkontrollierter Schwingungen der Rakete wurde sie jedoch zusammen mit der Nutzlast, dem kleinen Nachrichtensatellit GemStar zerstört. Nach Modifizierungen der Rakete gab es am 23. August 1997 einen erfolgreichen Start und der Satellit Lewis wurde in eine Umlaufbahn befördert. Lewis sollte drei Jahre im Orbit bleiben. Wegen technischer Probleme geriet er jedoch schon nach kurzer Zeit aus der Umlaufbahn und Lewis wurde beim Eintritt in Erdatmosphäre zerstört.

Nach einem weiteren erfolglosen Start einer Athena-2 am 27. April 1999, wurde am 25. September 1999 der Satellit IKONOS in eine polare Umlaufbahn gebracht.

Am 28. Juni 2006 wurde von hier zum ersten Mal eine Delta IV Medium+ (4,2) mit einem Spionagesatelliten gestartet.

Auch die schwere Delta IV Heavy kann von SLC-6 starten. Die erste beförderte am 20. Januar 2011 den Spionagesatelliten NROL 49 ins All.

Galerie[Bearbeiten]

Startliste[Bearbeiten]

Datum Zeit (UTC) Raketentyp Seriennummer Nutzlast Art der Nutzlast Anmerkungen
15. August 1995 22:30 Athena-1 GemStar 1 Nachrichtensatellit Fehlschlag: Rakete nach 160 Sekunden zerstört.
23. August 1997 06:51 Athena-1 LM-002 Lewis Kommunikationssatellit Erfolgreiche Rückkehr am 28. September 1997
27. April 1999 18:22 Uhr Athena-2 LM-005 IKONOS Erdbeobachtungssatellit Fehlschlag: Abriss des Signals nach 4 Minuten
24. September 1999 18:22 Uhr Athena-2 LM-007 IKONOS
(ursprünglich IKONOS 2)
Erdbeobachtungssatellit
28. Juni 2006 03:33 Delta IV Medium+ D317 D4-6 NROL-22 Spionagesatellit des NRO Erster Boeing-Start von Vandenberg
4. November 2006 13:53 Delta IV Medium D320 D4-7 DMSP 17 Militärischer Wettersatellit auf polarer Umlaufbahn
20. Januar 2011 21:10 Delta IV Heavy D352 NROL-49 Spionagesatellit des NRO
3. April 2012 23:12 Delta IV Medium+ D359 NROL-25 Spionagesatellit des NRO
28. August 2013 18:03 Delta IV Heavy D364 NROL-65 Spionagesatellit des NRO

Weblinks[Bearbeiten]