Verb-Subjekt-Objekt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

In der Sprachtypologie sind VSO-Sprachen (Verb-Subjekt-Objekt-Sprachen) diejenigen Sprachen, in denen Verb, Subjekt und Objekt im Normalfall in dieser Reihenfolge auftreten.

In Sprachen wie dem Deutschen existieren ähnliche Abfolgen, d. h. Verb-Erst-Sätze, bei bestimmten Satztypen, z. B. bei ja/nein-Fragen: Hast du Bier da? VSO-Sprachen zeichnen sich hingegen dadurch aus, dass die V-S-O-Abfolge der Normalfall ist, d.h. sowohl in Aussage- als auch Fragesätzen und sowohl in Haupt- als auch Nebensätzen vorkommt. Viele VSO-Sprachen erlauben auch SVO-Stellung als eine häufige Variante.

Beispiele für natürliche Sprachen des Typus VSO sind die westsemitischen Sprachen (u. a. Arabisch), die inselkeltischen Sprachen (u. a. Irisch, Walisisch) und viele austronesische Sprachen, z. B. Hawaiianisch oder Chamorro. Im klassischen Arabisch ist es die bevorzugte Satzstellung; im biblischen Hebräisch galt ebenfalls VSO, während im modernen Hebräisch (Ivrit) die Reihenfolge SVO gilt.

Während die Wortstellungstypen SVO und SOV bei weitem am verbreitetsten sind, gilt VSO als der häufigste unter den übrigen Nebentypen. In der Datenbank des World Atlas of Language Structures gehören in einer Stichprobe von 1377 Sprachen 95 zum Typ VSO (also 6,9 %).[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://wals.info/chapter/81

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Haarmann: Elementare Wortordnung in den Sprachen der Welt. Buske, Hamburg 2004.