Alphabetisierung (Verschriftlichung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Verschriftlichung)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Dieser Artikel ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Als Alphabetisierung (auch Verschriftlichung, Verschriftung) bezeichnet man in der Ethnologie sowie der Medien- und Kulturwissenschaft den Prozess der Verschriftlichung einer zuvor schriftlosen Sprache. Dazu müssen die Laute und die Phoneme der Sprache analysiert und entsprechenden Schriftzeichen zugeordnet werden.[1] Da es sich bei den heutigen noch schriftlosen Sprachen in der Regel um Sprachen von Minderheiten in einem Staat handelt, der bereits eine Schrift für seine Amtssprache hat, so ist diese Schrift bei der Alphabetisierung zu berücksichtigen.

Hilfsmittel[Bearbeiten]

Als Hilfsmittel bei der Alphabetisierung dient heute die internationale Lautschrift, die auch in der Wikipedia verwendet wird, sowie der Unicode für die Verarbeitung der Schriftzeichen mit dem Computer.

Geschichte der Alphabetisierung[Bearbeiten]

Die Alphabetisierung wurde früh von der christlichen Mission vorangetrieben, um den Völkern die Bibel in ihrer eigenen Sprache zu bringen. Das bekannteste historische Beispiel hierfür ist die nach Kyrill von Saloniki benannte Kyrillische Schrift.[2] Manche Staaten, bei denen noch nicht verschriftete Sprachen heimisch sind, bemühen sich darum, eine schriftliche Form zu entwickeln. Über Russlands kulturpolitische Bemühungen, die auch die Schaffung von Schriftsystemen umfasst, berichtet Haarmann.[3] Weitere Initiativen gehen von Linguisten aus, die sich um die Erfassung bedrohter Sprachen bemühen. Eine wichtige Institution ist in dieser Hinsicht das Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nimwegen mit seiner Dokumentation Bedrohter Sprachen (DoBeS), das ebenfalls Alphabetisierungsprobleme bewältigen muss, wie Meyer-Arlt am Beispiel der im Amazonasgebiet gesprochenen Sprache der Aweti berichtet.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Glück (Herausgeber): Metzler Lexikon Sprache. 4., aktualisierte und überarbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02335-3, Artikel Verschriftung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aspekte dieses Problems behandelt: David Crystal: Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache, Campus Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-593-34824-1, Seite 365. Am Beispiel der Creolsprachen geht auf das gleiche Problem ein: Hans Joachim Störig: Abenteuer Sprache. Ein Streifzug durch die Sprachen der Erde. 2., überarbeitete Auflage. Humboldt-Taschenbuchverlag, München 1997, ISBN 3-581-66936-6, Seite 359f.
  2. Auf das Problem der Zuschreibung der kyrillischen Schrift geht ein: Bernard Comrie, Stephen Matthews, Maria Polinsky (Herausgeber): Bildatlas der Sprachen. Ursprung und Entwicklung der Sprachen. Nikol Verlag, Hamburg 2007, ISBN 3-937872-84-1, Seite 193f.
  3. Harald Haarmann: Die Sprachenwelt Europas. Geschichte und Zukunft der Sprachnationen zwischen Atlantik und Ural. Campus Verlag, Frankfurt/New York 1993, ISBN 3-593-34825-X, Seite 251ff.
  4. Ronald Meyer-Arlt: Jäger des verlorenen Satzes. In: Eichsfelder Tageblatt, Nummer= 125, 1. Juni 2013, Seite 33f, Seite 34.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Verschriftlichung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen