Villa Kennedy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Villa Speyer als Zentralgebäude des Hotelensembles Villa Kennedy
Historische Fotografie

Villa Kennedy ist ein Luxushotel in Frankfurt am Main. Es gehört zur englischen Rocco Forte-Gruppe. Es liegt an der Kennedyallee in Frankfurt-Sachsenhausen.

Villa Speyer[Bearbeiten]

Die Hotelanlage besteht aus dem unter denkmalgeschützten Zentralbau, der „Villa Speyer“, sowie den im gleichen Stil errichteten Neubauten. Die Villa wurde nach Entwürfen des Frankfurter Architekten Alfred Günther um 1901 in den historisierenden Formen der Gotik und der Renaissance und mit einer hochwertigen Werksteinfassade errichtet. Es besitzt eine Risalitgliederung und wird auf der östlichen Seite von einem Eckturm abgeschlossen.[1] Ursprüngliche Bauherrin des Gebäudes an der Forsthausstraße 62 (heute Kennedyallee 70) war die Familie des jüdischen Bankiers Eduard Beit von Speyer, einer der vermögendsten Deutschen zur Zeit des Kaiserreichs.[2] 1938 wurde die Villa „arisiert“ und ging in das Eigentum der Stadt Frankfurt über, die es der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften als Kaiser-Wilhelm-Institut für Biophysik zur Verfügung stellte (ab 1948: Max-Planck-Gesellschaft bzw. Max-Planck-Institut für Biophysik).[3] Das Institut war Arbeitsstätte des Biophysikers Boris Rajewsky, der wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen geachtet, wegen seiner pro-nationalsozialistischen Einstellung aber nicht unumstritten war.

Villa Kennedy[Bearbeiten]

Anfang der 2000er Jahre kaufte der Frankfurter Projektentwickler FAY das gesamte Anwesen auf, ließ die Villa Speyer durch das Londoner Architekturbüro Demetri Porphyrios umplanen und durch Neubauten erheblich erweitern. In der Villa Speyer befinden sich heute die Hotellobby und, unter anderen im Turm, die „Speyer-Suite“, die mit über 300 m² als eine der größten Präsidentensuiten Europas gilt. Die Villa erhielt ihr ursprüngliches Fassadenbild zurück, das durch Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main verloren gegangen war. Dabei wurde insbesondere der Giebel und der Fassadenschmuck erneuert und das aus der Nachkriegszeit stammende oberste Geschoss abgetragen und rekonstruiert. Als Pächter konnte die englische Rocco Forte-Gruppe gewonnen werden.

Die Neubauten, die heute 90 % des Hotelkomplexes ausmachen, wurden in den gleichen historisierenden Formen und einer sorgfältigen Architektur mit ursprünglichem Fassadenmaterial ausgeführt. Die Villa Kennedy stellt sich heute als geschlossenes Ensemble dar, das, obwohl weitgehend im 21. Jahrhundert errichtet, dem Typus des großen Palasthotels der vorhergehenden Jahrhundertwende entspricht. Das 5-Sterne Hotel verfügt über 163 Zimmer, ein Restaurant und Tagungsräume.[4]

Die JFK‘s Bar in der Villa Kennedy ist 2012 mit dem „Glenfiddich Award für Barkultur 2011“ ausgezeichnet worden. Mit diesem Award erhalten die Bar und das Team um Barmanager Krischan Knoll eine der begehrtesten Auszeichnungen in der Barszene.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Vinz de Rouet: Ich liebe Sachsenhausen! 33 Gründe Sachsenhausen zu lieben. Berlin 2010, ISBN 978-3-86931-738-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Villa Speyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmaltopografie der Stadt Frankfurt am Main. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7973-0576-1, S. 267.
  2. Geschichte de Villa Kennedy / Villa Speyer by Palace Hotels of the World (in englisch)
  3. Doris Kaufmann: Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Wallstein, Göttingen 2000, ISBN 3-89244-423-4 / ISBN 978-3-89244-423-7, S. 406.
  4. Eva von Engelberg-Dočkal (PDF; 2,1 MB): Rekonstruktion als Architektur der Gegenwart? Historisierendes Bauen im Kontext der Denkmalpflege. Vortrag am Bauhaus Dessau am 31. März 2007
  5. magazine4 - Bericht über die Auszeichnung

50.0969444444448.6694444444444Koordinaten: 50° 5′ 49″ N, 8° 40′ 10″ O