Vladimír Clementis

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Vladimír Clementis

Vladimír Clementis (* 20. September 1902 in Tisovec, Österreich-Ungarn, heute Slowakei; † 3. Dezember 1952 in Prag, Tschechoslowakei) war ein slowakischer Politiker, Jurist, Schriftsteller und Übersetzer.

Leben[Bearbeiten]

Clementis besuchte zuerst die slowakische evangelische Volksschule in Tisovec und dann das achtjährige Gymnasium in Skalica. Dann studierte er seit 1921 Jura an der Karls-Universität Prag, wo er sich zum ersten Mal in der sozialistischen Bewegung engagierte. Eine Vereinigung der slowakischen sozialistischen Studenten wurde 1922 begründet, die sich den Studien von Marxismus und russischer Kunst widmete. Clementis wurde zum inoffiziellen Führer dieser Gruppe. Er gründete 1924 auch ein Literaturmagazin namens DAV, von dem auch die Bezeichnung davisti für eine Reihe slowakischer linksorientierter Autoren abgeleitet wurde. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSČ).

Nach dem Studienabschluss arbeitete Clementis 1925–1930 als juristischer Konzipient, 1931–1939 als Anwalt in Bratislava und 1935-1938 war er Abgeordneter in der Nationalen Versammlung der Tschechoslowakei für die KSČ.

Nachdem die Kommunistische Partei ihre Aktivitäten im November 1938 einstellen musste, emigrierte Clementis über Polen und die Sowjetunion nach Frankreich. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er von den französischen Behörden als Kommunist verhaftet. Aus der Haft ist er entlassen worden, weil er sich freiwillig zur Tschechoslowakischen Armee in Frankreich meldete. Infolgedessen, aber auch wegen seiner Kritik am Nichtangriffspakt zwischen Ribbentrop und Molotow und dem Winterkrieg zwischen der Sowjetunion und Finnland wurde er aus der KSČ ausgeschlossen. Dann emigrierte er mit seiner Gruppe nach London, wo sie zuerst interniert, später jedoch entlassen wurden, und arbeitete danach für den tschechoslowakischen Rundfunk in London als Journalist und Sprecher.

1945 kehrte Clementis in die Tschechoslowakei zurück, wurde erneut in die KSČ aufgenommen und zum Staatssekretär des Außenministeriums in der Regierung Klement Gottwald I ernannt. Kurz nach der Machtübernahme der KSČ in der Tschechoslowakei wurde er Außenminister (1948–1950) und dann auch Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei (1949–1951). Ende Januar 1951 wurde er inhaftiert und ein Jahr später im November 1952 in Rahmen des Slánský-Prozesses zum Tode verurteilt und am 3. Dezember 1952 in Prag hingerichtet. Im Jahr 1963 wurde er durch die KSČ rehabilitiert.

Werke[Bearbeiten]

Clementis war im engeren Sinne kein Schriftsteller, da er weder Prosa noch Poesie schrieb. Er war jedoch ein Publizist und Autor mehrerer Reportagen und politischen Beiträgen in verschiedenen Zeitschriften.

Publizistische Werke:

  • 1942: Usmerňované Slovensko (Gelenkte Slowakei)
  • 1943: Medzi nami a Maďarmi (Zwischen uns und Ungarn)
  • 1943: Panslavizmus kedysi a teraz (Panslawismus gestern und heute)
  • 1943: Slováci a Slovanstvo (Die Slowaken und das Slawentum)
  • 1945: Československá zahraničná politika (Außenpolitik der Tschechoslowakei)
  • 1946: Slovanstvo kedysi a teraz (Das Slawentum früher und heute)
  • 1947: Odkazy z Londýna (Hinweise aus London)

Weblinks[Bearbeiten]