František Chvalkovský

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von rechts: Hitler, Lammers, Hácha, Meissner, Chvalkovský am 15. März 1939 in der Reichskanzlei

František Chvalkovský (* 30. Juni 1885 in Jílové u Prahy; † 25. Februar 1945 in Berlin) war ein tschechischer Diplomat und Politiker.

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Von 1927 bis 1932 war Chvalkovský Gesandter der Tschechoslowakei in Berlin. Ab 1938 Außenminister seines Landes vertrat er die Tschechoslowakei bei den Verhandlungen die zum 1. Wiener Schiedsspruch führten. Er trat nach dem Münchner Abkommen für eine enge Anlehnung der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich ein. Im März 1939 begleitete er Staatspräsident Emil Hácha auf seiner Reise nach Berlin, deren Ergebnis die Zerschlagung der Rest-Tschechei und die Bildung des Protektorates Böhmen und Mähren war.

Chvalkovský wurde Minister ohne Geschäftsbereich in der Protektoratsregierung und war ab Juni 1939 Gesandter des Protektorats in Berlin. Als Vertreter der Protektoratsregierung in Berlin war er lediglich für den formalen Kontakt zur Reichskanzlei zuständig. Alle das Protektorat betreffenden Anfragen anderer deutscher Behörden hatten über den Reichsprotektor in Prag zu erfolgen. Die auswärtige Vertretung des Protektorats Böhmen und Mähren erfolgte durch das deutsche Auswärtige Amt. Er verblieb auf seinem zunehmend einflussloseren Posten. Die Gesandtschaft des Protektorats Böhmen und Mähren befand sich im Kurfürstendamm Nr. 190/92 / Ecke Schlüterstraße.

Am 25. Februar 1945 kam er bei einem alliierten Bombenangriff auf Berlin ums Leben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Schumann (Herausgeber): Europa unterm Hakenkreuz, Band 1: Österreich und die Tschechoslowakei. Dt. Verl. d. Wiss., Berlin 1986, ISBN 3-326-00411-7.

Weblinks[Bearbeiten]