Wälzkörpergetriebe

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Ausführungen mit veränderlichen Übersetzungen

Das Wälzkörpergetriebe ist eine kraftschlüssige Getriebebauform. Dabei rollen die rotationssymmetrischen Wälzkörper gegeneinander ab. Ein Wälzkörpergetriebe besteht im einfachsten Fall aus zwei Wellen oder Walzen, die aufeinander abrollen (Reibradgetriebe). Um die gewünschte Übersetzung zu erreichen werden die Abrollradien entsprechend variiert. Bei Getrieben für höhere Leistungen verhindert ein Ölfilm auf den Körpern einen direkten metallischen Kontakt zwischen ihnen. In diesem Ölfilm nehmen mit steigendem Drehmoment die Scherkräfte und der Gradient der Scherkräfte zwischen treibendem und getriebenem Wälzkörper zu.

Das Übersetzungsverhältnis für die Winkelgeschwindigkeiten („Drehzahlen“) verhält sich umgekehrt wie die Radien. Wie bei anderen Getrieben auch ist das Übersetzungsverhältnis für das übertragene Drehmoment der Kehrwert des Übersetzungsverhältnisses für die Drehzahl.

Der Vorteil dieses Getriebes liegt darin, dass die Sicherheitskupplung sozusagen gleich mit eingebaut ist, da es im Überlastungsfall zum Durchrutschen der Reibpaarung kommt.

Der wesentliche Nachteil liegt darin, dass im Normalbetrieb der Schlupf wesentlich größer ist als bei anderen Getriebearten, und dass dadurch der Wirkungsgrad niedriger ist. Unter Umständen ist – je nach Bauart – ein höherer Verschleiß zu verzeichnen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die hohen notwendigen Anpreßkräfte auch hohe Lagerbelastungen zur Folge haben, auch steigen bei sinkenden Rollradien die zur Übertragung eines Momentes notwendigen Anpreßkräfte an, womit einer kompakte Bauweise Grenzen gesetzt sind.

Die Firma Nissan hat ein solches Getriebe unter dem Namen "Extroid-CVT" realisiert und in Fahrzeugen eingesetzt.

Reibradgetriebe[Bearbeiten]

Reibradgetriebe mit sich schneidenden Achsen
Reibradgetriebe

Reibradgetriebe sind eine Sonderbauform der Wälzkörpergetriebe. Dabei rollt ein Rad auf einem anderen Rad, oder einem anderen anzutreibenden Körper ab.

Eine beliebte Anwendung war lange Zeit der Antrieb des Plattentellers bei Plattenspielern. Über ein Reibradgetriebe ließen sich kostengünstig bei konstanter Antriebsmotor-Drehzahl unterschiedliche Plattentellerdrehzahlen realisieren.

Siehe auch[Bearbeiten]