Wärmedurchlasswiderstand
Der Wärmedurchlasswiderstand R (früher 1/
) ist der Widerstand, den ein homogenes Bauteil oder bei mehrschichtigen Bauteilen eine homogene Bauteilschicht dem Wärmestrom bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin auf einer Fläche von 1 m² zwischen seinen Oberflächen entgegensetzt. Er ist der Kehrwert des Wärmedurchlasskoeffizienten (Wärmedurchlasszahl).
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[Bearbeiten] Definition
Der Wärmedurchlasswiderstand charakterisiert das Verhältnis der Dicke zur Wärmeleitfähigkeit eines Bauteils und ist definiert als Kehrwert des Wärmedurchlasskoeffizienten.[1]
- Je höher der Wärmedurchlasswiderstand, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft des Bauteils oder einer Schicht.
[Bearbeiten] Berechnung
Der Wärmedurchlasswiderstand errechnet sich aus dem Quotienten der Dicke d und der Wärmeleitfähigkeit (Wärmeleitzahl)
des Materials eines homogenen Bauteils. Bei Bauteilen aus mehreren homogenen Schichten addieren sich deren Einzelwiderstände.
bzw. 
- Die Maßeinheit hierfür ist (m²·K)/W
Für nicht homogene Bauteile wird auf Ebene des Wärmedurchgangswiderstandes ein Näherungsverfahren (Mittelwertbildung aus einem oberem und einem unterem Grenzwert) angewendet[2]. Dieses beachtet die Wärmeleitungen an den Baustoffgrenzen und ermöglicht eine ausreichend genaue Ermittlung des sich über das Gesamtbauteil einstellenden Wärmedurchlasswiderstandes. Genormt ist das Berechnungsverfahren in ISO 6946:2005-06 Abschnitt 6.2
[Bearbeiten] Anwendung
In der Norm DIN 4108 und Gesetzgebung zum Wärmeschutz sind einerseits Anforderungen bezüglich des Wärmedurchlasswiderstandes für einzelne Bauteile vorgegeben; andererseits fließt er in die Berechnung des U-Wertes (früher: k-Wert) der Gebäudehüllflächen ein, über welchen dann der Energiebedarf eines Gebäudes ermittelt wird.
[Bearbeiten] Wärmedurchlasskoeffizient
Der Wärmedurchlasswiderstand ist der Kehrwert des Wärmedurchlasskoeffizienten, auch Wärmedurchlasszahl, (nach DIN 4108-1:
, heute ohne Formelzeichen). Der Wärmedurchlasskoeffizient ergibt sich aus der stoffbezogenen Wärmeleitfähigkeit
welche durch die entsprechende Schichtdicke d des Materials geteilt wird.

- Die Maßeinheit hierfür ist W/(m²·K)
Der Wärmedurchlasskoeffizient gibt die Wärmemenge in Joule je Sekunde (J/s) – das ist die Wärmeleistung in Watt – an, welche durch 1 m² eines Stoffes mit einer bestimmten Dicke (d) hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied der beiden Oberflächen 1 Kelvin beträgt.
- Je höher der Wärmedurchlasskoeffizient, desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft der Schicht.
[Bearbeiten] Herleitung des Wärmedurchlasskoeffizienten
Der Wärmedurchlasskoeffizient kann über die Integration der Differenzialgleichungen der Wärmestromdichte q
und
= 0
zu
(C ist hier Integrationskonstante)
und weiter zu
mit 
hergeleitet werden[1]. Der Wärmedurchlasskoeffizient ist gleich der Wärmestromdichte q für eine Temperaturdifferenz von 1k zwischen den Bauteiloberflächen und damit ein Maß für den Durchgang von Wärme durch eine homogene Materialschicht bestimmter Stärke, wenn beide Seiten eine Temperaturdifferenz von 1 Kelvin aufweisen. Der Wärmedurchlasskoeffizient in W/(m²·K) ist ein spezifischer Kennwert eines Materials einer bestimmten Dicke d.
[Bearbeiten] Durchlasswiderstand und Durchgangswiderstand
Die Addition der gesamten Wärmedurchlasswiderstände von Stoffschichten eines Bauteils und der Wärmeübergangswiderstände (beide Außenseiten) ergibt den Wärmedurchgangswiderstand (Gesamtwiderstand der Wärmewanderung von einer zur anderen Seite).
- Wärmedurchgangswiderstand = Wärmedurchlasswiderstände + Wärmeübergangswiderstände.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ a b Lutz, Jenisch, Klopfer, Freymuth, Krampf: Lehrbuch der Bauphysik, Stuttgart 1989, S.147ff
- ↑ W.M.Willems, K.Schild, S.Dinter: Handbuch der Bauphysik Teil 1, Wiesbaden 2006 S.2.17f
[Bearbeiten] Normen
- EN ISO 6946, als DIN :1996-11 Bauteile - Wärmedurchlaßwiderstand und Wärmedurchgangskoeffizient - Berechnungsverfahren
- EN ISO 7345, als DIN :1996-01 Wärmeschutz - Physikalische Größen und Definitionen
- EN ISO 9346, als DIN :1996-08: Wärmeschutz - Stofftransport - Physikalische Größen und Definitionen
[Bearbeiten] Weblinks
- M. Reick, S. Palecki: Auszug aus den Tabellen und Formeln der DIN EN ISO 6946. Institut für Bauphysik und Materialwissenschaft. Universität GH Essen. Stand: 10/1999. (Webdokument, PDF 168 KB)
bzw. 
