Waisenhausmesse

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Wolfgang Amadeus Mozarts Messe in c-Moll KV 139 (KV3 114a/KV6 47a) wird Waisenhausmesse genannt, in der Annahme, dass sie zur Einweihung der Waisenhauskirche in Wien am 7. Dezember 1768 komponiert wurde. Der Entstehungszeitraum konnte durch Untersuchungen am Autograph (Wasserzeichen und Format) auf 1768/69 eingegrenzt werden.

Erste Aufführung[Bearbeiten]

Mozart Komposition erklang zu einer feierlich zelebrierten Messe (der ersten in der neuen Kirche gelesenen) und ist auch von der musikalischen Seite her durch Orchesterbesetzung und Anlage der Komposition als Missa solemnis zu bezeichnen.

Anlage der Komposition[Bearbeiten]

Mozart bediente sich der Form der Kantatenmesse. Arien, Duette und Chöre sind hier die äußeren Merkmale. Die Abschnitte Cum sancto spiritu des Gloria und Et vitam venturi saeculi des Credo sind jeweils als Fuge komponiert.

Die langsamen Teile der Messe sind fast alle in einer Moll-Tonart komponiert: Die Eröffnung des Kyrie (Adagio), das Qui tollis des Gloria (f-Moll), das pastorale Et incarnatus est, das Crucifixus und zuletzt der Beginn des Agnus Dei werden zusätzlich durch langsame Tempi in ihrer zentralen liturgischen Bedeutung hervorgehoben.

Mozarts Waisenhausmesse steht in ihren anderen Teilen den expressiven Ausdrucksmitteln der zeitgenössischen Oper sehr nah.

Zugehöriges Offertorium[Bearbeiten]

Zu dem Zyklus des Ordinarium Missae vertonte Mozart, dem feierlichen Anlass entsprechend, noch einen Teil des Proprium Missae: das Offertorium Benedictus sit Deus. Zwei Sätze für Chor und Orchester umrahmen einen Satz für Solo-Sopran und Orchester. Die Instrumentierung entspricht der Vertonung des Ordinariums. Ein weiteres Beispiel für den expressiven „Opernstil“ innerhalb der Komposition ist der letzte Satz des Offertoriums, und dort besonders die Schlusstakte über die Worte „Jubilate“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]