Walden Bello

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Walden Bello (* 1945 in Manila) ist Professor für Soziologie an der Universität der Philippinen und ein bekannter Globalisierungskritiker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wirken

Seine Thesen werden vor allem in den südlichen Ländern rezipiert und treffen die Stimmung vieler dortiger Aktivisten. Er ist Träger des Alternativen Nobelpreises.

Bello versucht, der Globalisierung eine Deglobalisierung gegenüberzustellen: „Jedes Land muss die Möglichkeit haben, für seine eigenen Werte und seinen eigenen Rhythmus auch eine eigene Politik zu entwickeln. “Wenn über Globalisierung gesprochen werde, sollten Alternativen nicht verschwiegen werden. Die Deglobalisierung stelle die Frage, wie die Macht der Staaten des Norden in wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten eingeschränkt werden könne. Er schlägt vor, Entwicklungsländer sollten wieder vermehrt für ihre jeweiligen lokalen Märkte produzieren und ihren Export einschränken. Dem einheitlichen neoliberalen Denken soll in Form dezentraler wirtschaftlicher Prozesse in lokalen Gemeinschaften Vielfalt entgegen gestellt werden. Die internationalen Organisationen, wie WTO, IWF und Weltbank sollten mithin ihren Einfluss abgeben und den ökonomisch schwächeren Staaten keine sogenannten Strukturanpassungsprogramme auferlegen.

[Bearbeiten] Bello in Rostock 2007

Walden Bello geriet in die Kritik, als er am 2. Juni 2007 während einer Kundgebung in Rostock, die sich gegen den G8 Gipfel richtete, einen Aufruf an die Demonstrationsteilnehmer richtete. Die auf der Kundgebung vorgetragene Rede richtete sich gegen die gewählten Staatsführer der G8 Nationen, Gruppe der Acht, und die durch sie betriebene Politik. In Verbindung mit der Rede wird Walden Bello vorgeworfen, maßgeblich zur Eskalation beigetragen zu haben. Während Bello diese Rede hielt, waren gewalttätige Ausschreitungen zwischen autonomen Randalierern und der Polizei im Gang, bei denen 1000 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden.[1]

Dabei sind insbesondere Passagen im Zusammenhang mit dem sog. Geist von Genua und dem Irakkrieg umstritten. Bello proklamierte den Geist von Genua mit den Worten: "Today we do not have the spirit of Gleneagles, today we have the spirit of Genoa",[2] was live übersetzt wurde mit "Heute haben wir nicht den Geist von Gleneagles. Heute haben wir den Geist von Genua".

Weiter sagte Bello: "We have to bring the war right into this meeting - because without peace there can be no justice." [3] Dieser Aufruf war in der Presse zunächst wiedergegeben worden als "Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts". Die globalisierungskritische Gruppe Attac beruft sich darauf, dass ein Übersetzungsfehler vorläge.[3] Die missverstandene Passage bezog sich auf den Krieg im Irak: Dieser Krieg müsse zum Thema auf dem Gipfel gemacht werden, denn ohne Frieden seien alle Anstrengungen vergeblich: "“Two years ago they said: Do not bring the war into the discussions. Just focus on poverty reduction. Well, we say: We have to bring the war right into this meeting. Because without peace there can be no justice.”[4]

[Bearbeiten] Literatur

  • Walden Bello: DEGLOBALIZATION Ideas for a new world economy. Bello reviews the institutions’ crisis of legitimacy and examines the major new ideas for reform. Zed Books, 2002, ISBN 1-84277-305-4.
  • Walden Bello: De-Globalisierung. Widerstand gegen die neue Weltordnung. Herausgegeben von Oliver Nachtwey und Peter Strotmann. VSA-Verlag, 2005, ISBN 3-89965-091-3.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Online-Ressource, 03.06.2007
  2. [Phoenix Live, Fernsehsender, ausgestrahlt am 02. Juni 2007]
  3. a b [Reuter, Helmut, (Steine, Stinkefinger, brennende Autos), Spiegel Online, URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,486256,00.html, Stand 04.06.2007]
  4. [Das Leben einer Falschmeldung, ZDFblog, URL: http://www.zdf.de/ZDFblog/g8/G8/DasLebeneinerFalschmeldung/, Stand 04.06.2007]
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen