Wall AG

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Wall AG
Logo der Wall AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1976
Sitz Berlin
Leitung Daniel Wall
Mitarbeiter 1.063 (Stand: 30. September 2012)[1]
Branche Außenwerbung, Stadtmöblierung
Produkte Stadtmöbel, Außenwerbemittel und Transportmittelwerbung
Website www.wall.de
Wall Produktionswerk im Businesspark Velten.
City-Toilette der Wall AG in Berlin-Westend
City Pissoir der Wall AG in Düsseldorf

Die Wall AG ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin, das sich auf die Entwicklung und Produktion von Stadtmöbeln und die Vermarktung hinterleuchteter Werbeflächen spezialisiert hat. Der Stadtmöblierer und Außenwerber ist in Deutschland und der Türkei vertreten. Seit 2009 ist das Unternehmen Teil der JCDecaux-Gruppe.

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsmodell [Bearbeiten]

Die Wall AG bietet Städten im Rahmen von Stadtverträgen individuell konzipierte Stadtmöbel an, die sie kostenfrei installiert, reinigt und wartet. Das Unternehmen refinanziert die kostenfreien Produkte und Dienstleistungen über die Vermarktung der in die Stadtmöbel integrierten Werbeflächen. Darüber hinaus werden die Städte an den Einnahmen der Außenwerbung beteiligt.

Unternehmensentwicklung [Bearbeiten]

Hans Wall gründete 1976 in Ettlingen die Wall Verkehrsanlagen GmbH, ein Unternehmen zur Fertigung von Stadtmöbeln und baulichen Werbeträgern.

Nach gewonnener internationaler Ausschreibung über 1.000 Wartehallen mit beleuchteter Plakatwerbung in Berlin wurde der Unternehmenssitz 1984 dorthin verlegt. Wall führte die Vermarktung des City Light Posters (CLP) in Deutschlands größter Stadt ein.

1988 wurde eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden mit Niederlassungen in Amsterdam und Arnhem gegründet.

Im Jahr 1991 wurde die erste City-Toilette in Berlin-Friedrichshain aufgestellt. Sie ist barrierefrei und braucht im Durchmesser nicht mehr Platz als eine Litfaßsäule.

Im Jahr 1992 folgte die Gründung einer russischen Tochtergesellschaftseit in Moskau.

1994 nahm das unternehmenseigene Produktionswerk in Velten bei Berlin den Betrieb auf. In dem 10.000 m² großen Werk inklusive Produktepark werden seitdem Stadtmöblierungsprodukte und Werbeträger vom Prototyp bis zur Serienreife hergestellt.

Im Jahr 1997 wurde eine amerikanische Tochtergesellschaft mit Sitz in Boston gegründet. Die Unternehmensexpansion nach Ungarn und in die Türkei folgte Ende der neunziger Jahre.

Seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1999 besteht die deutsche Wall AG in ihrer heutigen Form.

Im Jahr 2000 erhielt Berlin als erste Stadt die modernen Wartehallen der Designlinie “Intelligent Series“: Zwei Wartehallen dieses Typs, ausgestattet mit Solardach und e-info Terminal, wurden am Potsdamer Platz den Berlinern übergeben.

2004 führte die Wall AG die City-Toilette 2=1 in der Hauptstadt ein. Durch einen automatischen Raumteiler kann die 2-Kabinen-Toilette bei Bedarf in eine behindertengerechte Toilette verwandelt werden.

Als im Sommer 2006 der Berliner Senat die VVR Berek, eine im gleichen Marktsegment tätige Tochtergesellschaft der landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe, privatisieren wollte, bot die Wall AG im Rahmen einer Ausschreibung 83 Millionen Euro für die Übernahme des Unternehmens. Der französische Werbekonzern JCDecaux, der 2001 der Landesbank Berlin einen Anteil von 11,5 % abkaufte und inzwischen sogar zu 35 % an der Wall AG beteiligt war, bot dagegen 103 Millionen und erhielt letztlich den Zuschlag. Hans Wall kündigte daraufhin am 23. August 2006 den Umzug des Unternehmens nach Hamburg an, weil er sich nach eigenen Worten „vom Berliner Senat im Stich gelassen“ gefühlt habe und mit der Wirtschaftspolitik des Senats unter Klaus Wowereit unzufrieden sei. Seiner Ansicht nach dürfe bei einer Ausschreibung nicht allein der Kaufpreis entscheiden, sondern auch die Frage, ob Arbeitsplätze, Innovationsleistungen und Engagement für den lokalen Standort eine Rolle spielen würden.

Nachdem sowohl der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, als auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck mit Hans Wall zunächst telefonisch Kontakt aufnahmen, erklärte dieser nach einem persönlichen Treffen mit Platzeck am 25. August 2006, die Umzugspläne nunmehr wieder verworfen zu haben und weiterhin an den Standorten Berlin und Velten bleiben zu wollen.

Im Jahr 2007 erfolgte der Führungswechsel: Unternehmensgründer Hans Wall übergab den Vorstandsvorsitz des Unternehmens an seinen Sohn Daniel Wall und übernahm selbst den Vorsitz des Aufsichtsrates.

2007 erwarb die Wall AG zwei deutsche Außenwerbeunternehmen, die Düsseldorfer G. Zacharias GmbH sowie die Berliner VVR Decaux GmbH, und veräußerte im Gegenzug ihre russische und niederländische Tochtergesellschaft. Durch den Erwerb der VRR avancierte der Außenwerber zum Vollsortimenter und Komplettdienstleister. Aus diesem Prozess ging 2008 das Tochterunternehmen Die Draussenwerber GmbH hervor, das für die Vermarktung der lokalen Werbemedien der Wall AG in der Hauptstadt verantwortlich ist. Zum Portfolio gehören neben Plakatflächen auf klassischen Litfaßsäulen und in Bus- und Tramwartehallen auch Werbeflächen im U-Bahnbereich sowie Mastenschilder an Straßenlaternen.

Im Jahr 2008 beteiligte sich die Wall AG an der Trans-Marketing GmbH, einem Dienstleistungsunternehmen für Lkw-Werbung. 2009 folgte die Beteiligung des Unternehmens am Fahrradverleihsystem nextbike GmbH, um diese Dienstleistung bei öffentlichen Ausschreibungen als weiteren Service anbieten zu können.

Firmengründer Hans Wall verkaufte 2009 seine kompletten Unternehmensanteile an der Wall AG an den französischen Konzern JCDecaux SA. Das Unternehmen mit Firmensitz in Paris wurde somit zum Mehrheitseigentümer der Wall AG. Der Vollzug des Erwerbs wurde am 15. Dezember 2009 vom Bundeskartellamt freigegeben. [2] Der Vorstandsvorsitzende Daniel Wall ist mit 9,9 Prozent weiterhin Mitgesellschafter der Wall AG und führt die Geschäfte des Unternehmens, nun als Teil des Konzerns JCDecaux, in Deutschland wie auch der Türkei.

Im Juli 2010 nahm die Wall AG den Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße als ersten U-Bahnhof Deutschlands mit ausschließlich digitalen Werbeflächen in Betrieb. 2011 stellte die Wall AG in Berlin das erste Netz digitaler Werbeträger im öffentlichen Straßenland bereit.

2011 führten die Wall AG und die JCDecaux Deutschland GmbH ihre Vertriebsbereiche zusammen. Die neue Vertriebseinheit „WallDecaux Premium Outdoor Sales“ vermarktet seitdem in fünf regionalen Verkaufsbüros alle Werbeflächen beider Unternehmen in Deutschland. Das nationale Angebot umfasst analoge und digitale Außenwerbung an mehr als 79.000 leistungsstarken Werbeflächen in rund 60 Städten, im AirportNet, im ShoppingNet, im Leipziger Hauptbahnhof, während der Berlinale, im digitalen Kunden- und Stadtinformationsnetz bluespot, auf Transportmedien und als innovatives LKW-Werbemedium RollAd. [3]

In der Türkei vermarktet die Wall AG Premium-Plakatflächen in mehr als 40 Städten. Das Unternehmen ist mit mehr als 13.700 Werbeflächen in der Millionenmetropole Istanbul, in den Haupt-Touristengebieten Bodrum und Izmir sowie in der Provinzstadt Konya vertreten. [4]

Im März 2012 schied Firmengründer Hans Wall satzungsgemäß mit Erreichen des 70. Lebensjahres als Aufsichtsratsvorsitzender der Wall AG aus dem Unternehmen aus. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Jean-François Decaux, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von JCDecaux SA, der bisher als stellvertretender Vorsitzender des Gremiums fungierte.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Wall AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen [Bearbeiten]

  1. http://www.wall.de/de/company/facts
  2. http://www.bundeskartellamt.de/wDeutsch/download/pdf/Fusion/Fusion09/Kurzberichte/B06-123-09-endg1.pdf
  3. http://www.wall.de/de/company/wall_worldwide
  4. http://www.wall.de/de/company/wall_worldwide