Weihen (Gattung)

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Weihen
Kornweihe (Circus cyaneus)

Kornweihe (Circus cyaneus)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Gattung: Weihen
Wissenschaftlicher Name
Circus
Lacepede, 1799

Die Weihen (Circus) sind eine Vogelgattung, die zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) aus der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes) gehört.

Die Weihen sind mittelgroße Greifvögel, die sich vor allem durch ihren schlanken Körperbau und lange Beine auszeichnen. Charakteristisch ist auch der Gaukelflug der Weihen, bei dem sie in niedriger Höhe über dem Boden fliegen und nach Beute suchen. Die Weihen verfügen, ähnlich wie die Eulen, über einen Gesichtsschleier, der es ihnen ermöglicht, ihre Beute mit dem Gehör zu orten.[1]

Merkmale und Aussehen[Bearbeiten]

Weihen weisen, wie auch viele andere Habichtartige, einen umgekehrten Geschlechtsdimorphismus auf. Dabei sind die Männchen einer Art leichter und kleiner als die Weibchen. Dieser Unterschied variiert von Art zu Art; er ist vor allem bei auf Singvögel spezialisierten und sehr kleinen Arten besonders ausgeprägt. Die Art mit dem größten Dimorphismus ist die südamerikanische Weißbrauenweihe (C. buffoni).

Die kleinsten Arten sind die Steppenweihe (C. macrourus) und die Wiesenweihe (C. pygargus), die größten und schwersten sind Sumpfweihe (C. approximans) und Madagaskarweihe (C. macrosceles).[2]

Verbreitung und Wanderungen[Bearbeiten]

Weihen sind, mit Ausnahme der Polarregionen, weltweit verbreitet und haben im Lauf ihrer Entwicklungsgeschichte auch abgelegene Inseln wie Hawaii oder Neuseeland erreicht. Das größte Verbreitungsgebiet hat die Kornweihe (C. cyaneus), deren Brutgebiete von der Iberischen Halbinsel bis nach Kamtschatka reichen. Die Reunionweihe (C. maillardi) hat hingegen das kleinste Verbreitungsgebiet aller Weihen, das nur die 2507 km² große Insel Réunion umfasst. Auffällig ist, dass keine der holarktischen Arten südlich von 30° nördlicher Breite brütet.[3] In Mitteleuropa kommen drei Arten als Brutvögel vor, diese sind Kornweihe, Rohrweihe und Wiesenweihe.

Systematik[Bearbeiten]

Weißbrauenweihe (C. buffoni)

Die Weihen sind am nächsten mit den Habichten und Sperbern (Accipiter) verwandt, von denen sie sich vor etwa fünf bis sieben Millionen Jahren getrennt haben. Am nächsten stehen den Weihen dabei der Habicht (A. gentilis) und der Rundschwanzsperber (A. cooperii). Derzeit werden der Gattung 16 lebende und zwei ausgestorbene Arten zugerechnet, wobei der taxonomische Status der Papuaweihe (C. spilothorax) unklar ist, da sie sowohl eine Unterart der Sumpf-, als auch der Mangrovenweihe sein könnte, ebenso gut jedoch auch eine eigene Art. Auch über die Phylogenese der ausgestorbenen Waldweihe (C. dossenus) aus Hawaii und der ebenfalls ausgestorbenen Eyles-Weihe (C. eylesi) aus Neuseeland ist nichts bekannt. [4]

Innerhalb der Gattung Circus lassen sich grob zwei Typen unterscheiden: Der der „Trockenlandweihen“ und der der „Feuchtlandweihen“. Erstere bewohnen vornehmlich trockene Habitate und nisten bisweilen in Bäumen; zweitere leben in der Regel in Feuchtgebieten.

Der phylogenetische Baum folgt einer Analyse der mitochondrialen Cytochrom-b-Gene von 14 Weihenarten durch Michael Wink und Robert Simmons aus dem Jahr 2000.[5]

 Habichtartige (Accipitridae)

 Habichte und Sperber (Accipiter)


 Weihen (Circus)

 Weißbrauenweihe (C. buffoni)


     
„Trockenlandweihen“

 Fleckenweihe (C. assimilis)


     


 Hudsonweihe (C. hudsonius)


     

 Kornweihe (C. cyaneus)



     

 Steppenweihe (C. macrourus)


     

 Mohrenweihe (C. maurus)


     

 Grauweihe (C. cinereus)






„Feuchtlandweihen“

 Wiesenweihe (C. pygargus)


     


 Sumpfweihe


     

 Rohrweihe (C. aeruginosus)


     

 Madagaskarweihe (C. macrosceles)


     

 Réunionweihe (C. maillardi)





     

 Froschweihe (C. ranivorus)


     

 Mangroveweihe (C. spilonotus)








Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weihen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert E. Simmons: Harriers of the World: Their Behaviour and Ecology. Oxford University Press, 2000, ISBN 0-19-854964-4, S. 53.
  2. Simmons 2000, S. 29.
  3. Simmons 2000, S. 30.
  4. Simmons 2000, S. 25.
  5. Simmons 2000, S. 25.