Weizensteinbrand

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Weizensteinbrand
Tilletia caries (DC.) Tul. & C. Tul..JPG

Weizensteinbrand (Tilletia caries)

Systematik
Unterabteilung: Ustilaginomycotina
Klasse: Ustilaginomycetes
Ordnung: Brandpilzartige (Ustilaginales)
Familie: Tilletiaceae
Gattung: Tilletia
Art: Weizensteinbrand
Wissenschaftlicher Name
Tilletia caries
(DC.) Tul. & C. Tul.

Der Weizensteinbrand (Tilletia caries) ist ein parasitischer Pilz, der Weizen befällt. Befallssymptome zeigen sich etwa ab der Blüte. Später erscheinen in den Fruchtständen Brandbutten, die im Gegensatz zu normalen Körnern aufgrund der enthaltenen Pilzsporen schwarz gefärbt sind. Daraus ergibt sich ein unmittelbarer Ertragsausfall. Der Weizen ist für eine Vermahlung und im Extremfall auch als Futtermittel ungeeignet.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Ähren des Wirtes ist mit Sori gefüllt, teilweise sind sie von den Spelzen verdeckt. Sie sind vier bis acht Milleter lang mit einem ähnlichen Durchmesser wie eine nicht infizierte Ähre. Die pulverige, rötlichbraune bis schwärzliche und stinkende Sporenmasse besteht aus Sporen und sterilen Zellen. Letztere sind kugelig, hyalin, dünnwandig, glatt und messen 10-20 µm (meist etwa 13&nbspµm). Die Sporen besitzen keine Hülle und sind kugelig bis eiförmig, hell bis rötlich braun und messen 14-23 µm Durchmesser (im Schnitt etwas 18 µm). Ihre Wände sind netzförmig mit einer Tiefe von 0,5-1,5 µm und weniger als 3 µm Weite.[1]

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Vom ähnlichen ebenfalls auf Weizen vorkommenden Tilletia laevis(Syn. Tilletia foetida) unterscheidet die Art sich von der Morphologie der Teliosporen: Sie sind beim Weizensteinbrand netzartig ornamentiert, bei Tilletia laevis aber glatt.[2]

Schadbild[Bearbeiten]

Bereits die Keimblätter könnten kleine chlorotische Flecken aufweisen, die leicht zu übersehen sind. Die Ährenfarbe verändert sich zu blaugrün bis schmutziggrau. Schon ab einem optisch nicht erkennbaren Sporenbesatz von 10.000 Sporen je Korn kann man den Weizensteinbrand riechen. Die Ährenalagen sind oft deutlich gespreitzt und enthalten Brandbutten, die nach Fisch stinken. Die dort enthaltene Sporenmasse ist anfänglich schmierig schwarz und später trocken. Die Länge der Pflanze verkürzt sich etwas, aber nicht so sehr, wie beim Zwergsteinbrand.[3] Dafür bleiben die Halme befallener Pflanzen länger grün. Nach dem Dreschen bleiben die Sporen am Saatgut, besonders dem Bärtchen, äußerlich haften.[4]

Biologie[Bearbeiten]

keimende Sporen

Der Weizensteinbrand kommt neben dem Weizen auch auf Arten der Gattungen Aegilops, Agropyron, Trespen, Quecken, Gersten, Rispengräser, Roggen, Sitanion, Weizen und Triticale vor. [1] Die Sporen sind in den Brandbutten jahrzehntelang lebensfähig. Sie keimen nach der Aussaat gleichzeitig mit den Körnern. Der Kornkeimling kann bis zu einer Wuchsgröße von zwei Zentimetern infinziert werden. Optimale Infektionsbedingungen herrschen bei fünf bis zehn Grad Celsius. Auf Lehmboden reicht eine geringe Feuchtigkeit aus, Sandboden muss mittel feucht sein und Moorboden braucht eine hohe Feuchtigkeit von 20 bis 60 Prozent.[4]

Gegenmaßnahmen[Bearbeiten]

Um Weizensteinbrand zu verhindern, muss zuerst möglichst reines Saatgut verwendet werden. Dazu muss zuallererst auf einen sauberen Drusch geachtet werden. Gegebenenfalls kann man eine Saatgutbürstmaschine einsetzen, das Saatgut mit heißem Wasser beizen oder Pflanzenschutzmittel auf Basis von Pseudomonas chlororaphis verwenden. Hilfreich sind eine frühe Winterweizenaussaat und eine späte Sommerweizenaussaat sowie Saatgut mit hoher Triebkraft.[4]

Systematik[Bearbeiten]

Der Weizensteinbrand besitzt eine Anzahl an Synonymen. Das bekannteste ist Tilletia triticis.[2] [5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Mordue, J.E.M.; Waller, J.M. 1981. 719:1-2: Tilletia caries. CMI Descriptions of Pathogenic Fungi and Bacteria.. In: IMA Fungus. 719, 1981, S. 1-2 (abergufen über Mycobank am 24. April 2015).
  2. a b AgroAtlas: Interactive Agricultural Ecological Atlas of Russia and Neighboring countries: Tilletia caries (DC.) Tul., Tilletia laevis Kuehn - Common bunt (Stinking smut, Bunt smut, Covered smut) abgerufen am 25. 4. 2015.
  3. Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg: Der Weizensteinbrand. (PDF-Datei; 118 kB) vom August 2011 m.w.N.
  4. a b c Oekolandbau.de Weizensteinbrand (Tilletia caries), Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2010.
  5.  R. F. N. Langdon, J. F. Kdlmorgen, J. Walker: The nomenclature of the smuts of wheat, barley, oats, rye and certain grasses. In: Australian Plant Pathology Society Newsletter. 5, Nr. 4, 1976, S. 52-54 ([1]).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tilletia caries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien