Ustilaginomycotina

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Ustilaginomycotina
Maisbeulenbrand (Ustilago maydis)

Maisbeulenbrand (Ustilago maydis)

Systematik
ohne Rang: Opisthokonta
ohne Rang: Nucletmycea
Reich: Pilze (Fungi)
Unterreich: Dikarya
Abteilung: Ständerpilze (Basidiomycota)
Unterabteilung: Ustilaginomycotina
Wissenschaftlicher Name
Ustilaginomycotina
R. Bauer, Begerow, J. P. Samp., M. Weiß & Oberw.

Ustilaginomycotina ist eine Unterabteilung der Ständerpilze (Basidiomycota) mit rund 1.500 Arten. Bei ihnen handelt es sich um obligate Parasiten, vorwiegend auf Pflanzen, lediglich Malassezia parasitiert Tiere. Ihren Namen haben die Arten von den dunklen Sporen, wodurch befallene Pflanzenteile wie verbrannt aussehen.

Merkmale[Bearbeiten]

Die diagnostischen Merkmale für die Unterabteilung sind eine 5S RNA vom Typ B und eine Zellwand, die durch das Dominieren von Glucose und das Fehlen von Xylose charakterisiert ist.[1]

Die Arten sind dimorphisch: Sie haben eine haploide Phase, die hefenartig wächst und saprobiontisch lebt sowie eine dikaryotische Phase, die Hyphen bildet und parasitisch lebt. Nicht alle Vertreter bilden Teliosporen, hier Brandsporen. Sie fehlen bei Graphiola, Exobasidium, Microstroma und einigen kleineren Gattungen.

Die Septalporen sind auf beiden Seiten von Membrankappen umschlossen, ein Merkmal, dass sie von den anderen beiden Gruppen der Ständerpilze unterscheidet. In den Interaktionszonen mit dem Wirt gibt es Ablagerungen, die auf Exozytose von primären Interaktions-Vesikeln zurückgehen.

Lebenszyklus[Bearbeiten]

Die dunklen Teliosporen des Maisbeulenbrands unter dem Lichtmikroskop

Der charakteristische Lebenszyklus der Ustilaginomycotina-Arten sieht folgendermaßen aus: Die Basidiosporen keimen aus und bilden hefeartige Stadien, die saprobiontisch leben. Beim Zusammentreffen mit einer kompatiblen Zelle kommt es durch Konjugation zur Bildung einer paarkernigen (dikaryotischen) Zelle, die zu einem dikaryiotischen Myzel auswächst. Dieses Myzel lebt parasitisch. Die Infektion der Wirtspflanze ist nur dikaryotischen Zellen möglich. Das Myzel bildet Probasidien, die Teliosporen. Diese sind meist dickwandig und lösen sich vom Myzel. Die Teliosporen werden im Parenchym von unterschiedlichen Organen des Wirts gebildet: in Wurzeln, Stämmen, Blättern, Blütenständen, Antheren und Samenanlagen. Die Teliosporen haben eine pulvrige Konsistenz und dunkelbraune bis schwarze Farbe, weshalb sie auch Brandsporen heißen. In den Teliosporen kommt es zur Kernpaarung und nachfolgend zur Meiose, beim Auskeimen entsteht eine Basidie mit vier Basidiosporen.

Ökologie[Bearbeiten]

Gemeine Preiselbeer-Nacktbasidie
Exobasidium vaccinii

Die überwiegende Mehrheit der Ustilaginomycotina-Arten parasitiert Blütenpflanzen. Malassezia lebt auf der Haut von warmblütigen Tieren einschließlich des Menschen. Zwei Arten Melaniella parasitieren Moosfarne, eine Art von Exoteliospora auf Farnen und zwei Arten von Uleiella auf Nadelbäumen. Alle anderen parasitieren auf Blütenpflanzen, darunter vorwiegend auf Einkeimblättrigen: 57 % der Arten parasitiert auf Süßgräsern, 12 % auf Sauergräsern. Arten mit Teliosporen parasitieren dabei krautige Pflanzen, solche ohne Teliosporen (etwa Nacktbasidienartige (Exobasidiales) und die Vertreter der Microstromatales) Holzpflanzen

Systematik[Bearbeiten]

Die Arten in Ustilaginomycotina bilden als monophyletische Gruppe eine der drei Unterabteilungen der Ständerpilze (Basidiomycota). Sie selbst werden in zwei Klassen mit mehreren Ordnungen unterteilt:[2]

Die Unterteilung von Ustilaginomycotina in holobasidiate Brandpilzartige (Ustilaginales) und phragmobasidiate Tilletiales geht auf Louis René und Charles Tulasne (1847) zurück.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dominik Begerow, Matthias Stoll, Robert Bauer: A phylogenetic hypothesis of Ustilaginomycotina based on multiple gene analyses and morphological data. In: Mycologia. 98, Nr. 6, 2006, S. 906-916, doi:10.3852/mycologia.98.6.906.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Robert Bauer, Dominik Begerow, José Paulo Sampaio, Michael Weiß, Franz Oberwinkler: The simple-septate basidiomycetes: a synopsis. In: Mycological Progress. 5, 2006, S. 41-66, doi:10.1007/s11557-006-0502-0.
  2.  David S. Hibbett, Manfred Binder, Joseph F. Bischoff, Meredith Blackwell, Paul F. Cannon, Ove E. Eriksson, Sabine Huhndorf, Timothy James, Paul M. Kirk, Robert Lücking, H. Thorsten Lumbsch, François Lutzoni, P. Brandon Matheny, David J. McLaughlin, Martha J. Powell, Scott Redhead, Conrad L. Schoch, Joseph W. Spatafora, Joost A. Stalpers, Rytas Vilgalys, M. Catherine Aime, André Aptroot, Robert Bauer, Dominik Begerow, Gerald L. Benny, Lisa A. Castlebury, Pedro W. Crous, Yu-Cheng Dai, Walter Gams, David M. Geiser, Gareth W. Griffith, Cécile Gueidan, David L. Hawksworth, Geir Hestmark, Kentaro Hosaka, Richard A. Humber, Kevin D. Hyde, Joseph E. Ironside, Urmas Kõljalg, Cletus P. Kurtzman, Karl-Henrik Larsson, Robert Lichtwardt, Joyce Longcore, Jolanta Miądlikowsk, Andrew Miller, Jean-Marc Moncalvo, Sharon Mozley-Standridge, Franz Oberwinkler, Erast Parmasto, Valérie Reeb, Jack D. Rogers, Claude Roux, Leif Ryvarden, José Paulo Sampaio, Arthur Schüßler, Junta Sugiyama, R. Greg Thorn, Leif Tibell, Wendy A. Untereiner, Christopher Walker, Zheng Wang, Alex Weir, Michael Weiß, Merlin M. White, Katarina Wink, Yi-Jian Yao, Ning Zhang: A higher-level phylogenetic classification of the Fungi. In: Mycological Research. 111, Nr. 5, British Mycological Society, 2007, S. 509-547, doi:10.1016/j.mycres.2007.03.004 (PDF; 1,01 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ustilaginomycotina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien