Widerlager (Bautechnik)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ermita de la Salut – seitliche Strebepfeiler und Apsiden leiten den Gewölbeschub ab.
Strebebögen an der gotischen Kathedrale Notre-Dame de Paris

Widerlager sind in der Bautechnik Bauteile, die horizontale und etwaige vertikale Kräfte (z. B. Gewölbeschub) aufnehmen können.[1][2] Früher handelte es sich hauptsächlich um Strebepfeiler und Strebebögen, später dann um massive Mauerwerks- oder Betonkörper, die so konstruiert sind, dass sie horizontale Druckkräfte aufnehmen und in den dazu ausreichend tragfähigen Baugrund ableiten können. Auch andere Bauteile (z.  B. Apsiden-, Kapellen- oder Turmanbauten) können als Widerlager fungieren.

Beispielsweise werden als Widerlager bezeichnet:

  • Kämpfer eines Gewölbes (z. B. Kirchenbau),
  • bei Rohrleitungsbögen die Bauteile zur Aufnahme von Umlenkkräften[3],
  • im Talsperrenbau (Staudämme, Staumauern) bei den Absperrbauwerken die Bauteile, die den horizontalen Wasserdruck aufnehmen und ableiten [4].
  • bei Sparrendächern die Auflagerpunkte, sofern sie in die Betondecke integriert sind.
  • im Brückenbau die Kämpferfundamente eines Bogens.
  • Widerlager können auch nur vorübergehend für die Bauzeit angelegt werden. So werden zum Beispiel beim horizontalen Rohrvortrieb die Vorrichtungen, die der Vortriebsvorrichtung genügend Halt zum Vortrieb der Rohre geben, Widerlager genannt (in der Regel eine Pressgrube).
  • Verankerungsblöcke der Zugkräfte des Spannstahls zur werksmäßigen Fertigung von Spannbetonbauteilen im Spannbett.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abutments – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baulexikon: Widerlager
  2. Wissen.de: Widerlager
  3. Wendehorst/Muth: Bautechnische Zahlentafeln, 26. Auflage, BG Teubner Verlag Stuttgart, 1994
  4. Peter Rißler, Talsperrenpraxis, R. Oldenbourg Verlag München Wien, 1998