William Woodthorpe Tarn

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William Woodthorpe Tarn (* 26. Februar 1869 in London; † 7. November 1957 in Muirtown) war ein britischer Althistoriker und Schriftsteller, der insbesondere mit Forschungen zum Hellenismus hervorgetreten ist.

Leben[Bearbeiten]

William Woodthorpe Tarn besuchte von 1882 bis 1888 das Eton College. Es folgte bis 1892 ein Studium insbesondere der griechischen Philosophie bei Henry Jackson am Trinity College der University of Cambridge. Nach dem Studium schloss sich eine Berufsausbildung an und 1894 bis 1905 wirkte Tarn als Anwalt in London. Aufgrund gesundheitlicher Probleme beendete er die berufliche Tätigkeit und ging als Privatgelehrter nach Schottland. 1913 veröffentlichte er seine erste aus seinen Studien resultierende Arbeit, eine seinem Lehrer Jackson gewidmete Biografie des Antigonos Gonatas. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete Tarn für das War Office in London. Nach dem Krieg kehrte er nach Muirtown zurück. 1919 veröffentlichte er erfolgreich ein Märchen. Als Althistoriker trug er zu mehreren Bänden der Cambridge Ancient History bei. Diese Arbeiten führten auch zu einer intensiveren Beschäftigung mit Alexander dem Großen. Ende der 1920er Jahre wurde Tarn Lee-Knowles-Lecturer am Trinity College, dessen Honory Fellow er 1939 wurde.

1948 erschien Tarns zweibändige Alexander-Biografie, die ihn einerseits laut A. Brian Bosworth zum most famous name in Englisch scholarship on Alexander (zum berühmtesten Namen in der britischen Alexander-Forschung) machte, die aber auch Widerspruch hervorrief. Tarn schrieb Alexander große zivilisatorische und menschheitsvereinende Ziele zu, die unter anderem den scharfen Widerspruch von Ernst Badian, Hermann Bengtson und Fritz Schachermeyr hervorriefen. Auch eine weitere Monografie über die hellenistische Zeit war sehr einflussreich und weit verbreitet. Sie erfuhr mehrere jeweils ergänzte Neuauflagen. Seine Forschungen zu Baktrien und Indien eröffneten der Alten Geschichte sogar neue Regionen. Tarn wurde 1928 Mitglied der British Academy und 1952 in den Ritterstand erhoben. Er war auswärtiges Mitglied der Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen und der American Philosophical Society sowie korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Kultur der hellenistischen Welt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1966
  • mit Martin P. Charlesworth: Octavian, Antonius und Kleopatra. Callwey, München 1967
  • Alexander der Grosse. (2 Bände), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1968

Literatur[Bearbeiten]