Wittgendorf (Schnaudertal)

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50.97666666666712.194722222222267Koordinaten: 50° 58′ 36″ N, 12° 11′ 41″ O

Wittgendorf
Gemeinde Schnaudertal
Höhe: 267 m
Fläche: 12,81 km²
Einwohner: 664 (1. Jan. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06712
Vorwahl: 034423

Wittgendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schnaudertal im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage der ehemaligen Gemeinde Wittgendorf im Burgenlandkreis und in Sachsen-Anhalt. Südlich von Wittgendorf liegt die ehemalige Gemeinde Bröckau, die mit Wittgendorf heute die Gemeinde Schnaudertal bildet.

Wittgendorf liegt etwa acht Kilometer südöstlich von Zeitz. Zur ehemaligen Gemeinde Wittgendorf gehörte der Ortsteil Dragsdorf an der Schnauder.

Geschichte[Bearbeiten]

1269 wurde die Ortschaft erstmals als Witegendorf erwähnt. Durch Verfügung vom 20. Juli 1950 wurden Großpörthen, Kleinpörthen, Nedissen und Wittgendorf zur Gemeinde Wittgendorf zusammengeschlossen. Am 1. Januar 2010 schloss sich die Gemeinde Wittgendorf mit der Gemeinde Bröckau zur Gemeinde Schnaudertal zusammen.[1]

Rittergut[Bearbeiten]

Wittgendorf war ein Zeitzer Stiftslehen. Seit dem 15. Jahrhundert hatte die Familie von Trautzschen ihrem Stammsitz auf dem Rittergut Wittgendorf. Hans Karl Heinrich von Trautzschen verkaufte 1748 das Rittergut Wittgendorf an den königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Christoph Johann von Rockhausen, Herr auf Kirchscheidungen und Albersroda. Ab da Sitz der Familie von Rockhausen bis 1825. Zum Rittergut Wittgendorf gehörten, das Herrenhaus, drei Scheunen, dem Brauhaus, und mit allen Frohnen, Erbzinsen, Wiesenwachs, Holzen, Baumgarten, Fischerein, Jagden, Gerichten, Garten, Steinbrüchen, Braurechten und dem jus Patronatus. Als Rittergutsbesitzer werden die von Rockhausen auch Gerichtsherren über das Dorf, der Flur mit Graben und Zeunen. Mitte 1825 wurde das hoch verschuldete Rittergut Wittgendorf meistbietend an den pensionierten Hauptzollrendanten Friedrich Leberecht Garcke versteigert. Die Familie Garcke besaß das Gut bis zur Enteignung durch die Bodenreform 1945. Das Haupthaus des Rittergutes Wittgendorf, welches sich unweit der Kirche auf einer Anhöhe befand, wurde 1994 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die drei anderen Nebengebäude sind noch erhalten.

Kirche[Bearbeiten]

Kirche Wittgendorf

Links vom Eingang der St. Jakob Kirche des Ortes erinnern noch zwei im Luis-seize-Stil gehaltene Grabsteine an die Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn von Rockhausen, die Rittergutsbesitzer und Patronatsherren von Wittgendorf. In der Kirche befinden sich ein wappengeschmückter Grabstein von 1650 für ein Geschwisterpaar und ein barocker Grabstein des 1698 in Wittgendorf geborenen Premierleutnants Heinrich von Trautzsch. Im „Kirchgarten“ ist noch ein kleiner Friedhof mit weiteren Gräbern zu finden. Die Kirche wurde etwa seit 1980 nicht mehr benutzt. Der Gottesdienst fand aufgrund des Zustandes der Kirche in einen der unteren Räume des benachbarten Hauses statt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 31. Dezember):

  • 1990 - 737
  • 1995 - 698
  • 2000 - 676
  • 2003 - 675
  • 2007 - 661
Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wittgendorf besaß von 1901 bis 1969 einen Anschluss an die Gera-Meuselwitz-Wuitzer Eisenbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Garcke: Ist Wittgendorf bei Zeitz der Herkunftsort der Ritter von Wittgendorf?, Ein methodisch-praktisches Forschungsbeispiel, In: Zeitschrift für Mitteldeutsche Familiengeschichte Jahrgang 48, Heft 2, 2007, Hrg. von der Arbeitsgemeinschaft Mitteldeutsche Familienforschung e.V. (AMF)
  • Klaus Garcke: Der Wittgendorfer Zweig der Familie von Rockhausen, In: Zeitschrift für Mitteldeutsche Familiengeschichte, Jahrgang 49, Heft 1, 2008, Hrg. von der Arbeitsgemeinschaft Mitteldeutsche Familienforschung e.V. (AMF)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittgendorf (Schnaudertal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Wittgendorf (bei Zeitz) – Quellen und Volltexte