Wolliger Schneeball

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Wolliger Schneeball
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Blüten

Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Blüten

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Gattung: Schneeball (Viburnum)
Art: Wolliger Schneeball
Wissenschaftlicher Name
Viburnum lantana
L.

Der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) ist eine Pflanzenart in der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

reife (schwarz) und unreife (rot) Früchte

Der Wollige Schneeball ist ein sommergrüner, kräftiger Strauch mit aufrechten Ästen, der Wuchshöhen von ein bis vier Metern erreicht. Die Triebe sind braun und dicht mit Sternhaaren besetzt, also nicht wollig.

Die ungeteilten, eiförmig Laubblätter sind gegenständig angeordnet und werden 5 bis 12 cm lang und bis zu 6 cm breit. Sie sind 1 - 3 cm lang gestielt. Die dicklichen Blätter sind weich und haben einen scharf gesägten Blattrand. Ihre Farbe ist mattgrün. Die Blattunterseite ist graufilzig, die Oberseite mehr oder weniger runzelig. Die Knospen sind nackt, das heißt, sie haben keine Knospenschuppen.

Die cremeweißen Blüten stehen in einer leicht gewölbten, meist siebenstrahligen Schirmrispe, die Durchmesser von 5 bis 10 Zentimeter erreicht. Die Krone einer einzelnen Blüte erreicht einen Durchmesser von 6 bis 8 mm. Die Blüten duften etwas unangenehm. Blütezeit ist von April bis Juni.

Die eiförmigen Steinfrüchte sind zuerst rot dann glänzend schwarz und sind Wintersteher, das heißt sie hängen im Winter oft noch getrocknet an den Zweigen. Fruchtreife ab September.

[Bearbeiten] Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet umfasst Mittel- und Südeuropa von den Britischen Inseln bis ins Mittelmeergebiet. In Deutschland fehlt die Art im nordwestlichen Tiefland. In Österreich häufiges Vorkommen in allen Bundesländern. Der Wollige Schneeball wird auch häufig entlang von Straßen angepflanzt.

Als Standort bevorzugt die kalkliebende Pflanze lichte Laubwälder (Eichenmischwälder und Föhrenwälder), Gebüsche und Wegränder. Es handelt sich beim Wolligen Schneeball um eine Licht- bis Halbschattengehölzart.

[Bearbeiten] Nutzung

Aus den Ästen des Strauches wurden und werden Pfeile für das Bogenschießen gefertigt, die wegen des fasrigen Aufbaus sehr elastisch und bruchfest sind. Speziell Schützen des Traditionellen Bogenschießens nutzen sie. Schon die bei der 5300 Jahre alten Gletschermumie Ötzi gefundenen Pfeile waren aus diesem Holz gefertigt.[1]

[Bearbeiten] Giftigkeit

Der Wollige Schneeball enthält in der Rinde die Triterpene alpha- und beta-Amyrin. Die reifen Früchte enthalten anscheinend keine Toxine.

[Bearbeiten] Literatur

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verb. u. erw. Auflage. Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5. 
  • Kremer, Strauchgehölze. Niedernhausen, 2002. ISBN 3-576-11478-5

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Wolliger Schneeball – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Die Pfeile. Südtiroler Archäologiemuseum, abgerufen am 15. Juni 2011.
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