Yasni

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Yasni
Yasni logo.png
www.yasni.de
Beschreibung Personen-Suchmaschine
Registrierung teilweise erforderlich
Sprachen mehrsprachig
Eigentümer yasni GmbH
Erschienen Juli 2007
Status online

Yasni ist eine Personensuchmaschine, betrieben von der Yasni GmbH. Sie aggregiert Suchergebnisse aus externen Quellen und ist damit eine Metasuchmaschine.

Entstehung und Entwicklung[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Yasni GmbH 2007 von Steffen Rühl, Christian Rühl und Robert Ziesche. Im selben Jahr startete das Online-Angebot. 2008 stiegen die Mountain Business Angels unter Cornelius Boersch als Investorengruppe ein,[1] woraufhin Yasni expandierte und weitere Länderversionen entwickelte. Im Februar 2008 erzielte Yasni über eine Million eindeutige Besucher pro Monat. Im März 2009 wurde laut comScore Yasni unter den 100 meistbesuchten Webseiten in Deutschland 2008 als Webseite mit den größten Zuwachsraten bei deutschen Nutzern gemessen. Im Oktober 2010 verzeichnete die Firma 22 Millionen Besucher und 50 Millionen Seitenaufrufe pro Monat. Mehr als eine Million Benutzer sind weltweit registriert.

Die Webseite ist in 15 Sprachen und auf 21 Länderdomains verfügbar - das jüngste Angebot (Stand 2012) ist "yasni.pl" bezogen auf Polen.[2]

Merkmale[Bearbeiten]

Neben der einfachen Suche gibt es die Möglichkeit, sich neu gefundene Suchergebnisse regelmäßig in Form eines E-Mail-Newsletters zuschicken zu lassen oder aktiv Suchanzeigen zu schalten. Yasni ermöglicht registrierten Nutzern, Profile (bei Yasni „Exposés“) anzulegen und dadurch die gefundenen Suchergebnisse bei Namesakes eindeutig zuzuordnen. Auch durch erweiterte Möglichkeiten, wie das Hinzufügen eigener Links, Texte oder Bilder oder dem Erstellen einer Visitenkarte, erlaubt Yasni eine Abgrenzung von Namensvettern. In diesem Rahmen bietet Yasni den Nutzern untereinander auch die gängigen Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten eines sozialen Netzwerks. Hier (Yasni.de) kommunizieren offenbar eine Reihe von Nutzern und sammeln damit Hierarchie-Punkte, aber inhaltlich hat das Netzwerk keine Themen und ist insofern beliebig bzw. banal.

Nutzung[Bearbeiten]

Laut der AGOF-Studie belegt yasni.de Platz 29 der deutschen Internet-Angebote.[3] Die IVW-Zahlen konstatieren Yasni ca. 22 Mio. Visits im Monat (Stand Juli 2011).[4]

Kontext[Bearbeiten]

Die Bedeutung von Yasni als Metasuchmaschine wird durch die Quantität der Klickzahlen belegt.[3][4] Diese Klickzahlen müssen in mehrfacher Hinsicht in ihrem Kontext beurteilt werden:

  1. Die Zahlen der „Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e. V.“ stehen in der Kritik, dass sie den Markt verzerrt darstellen. Beispielsweise werden mehrere Webseiten mit den höchsten Besucherzahlen (wie Google, Facebook, Youtube und Wikipedia) in den AGOF-Studien gar nicht erwähnt.
  2. Die Zahlen der „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.“ sind rein interessensorientierte Statistiken (Verbreitung von Werbung) und keine Zahlen über das Nutzungsverhalten einer Metasuchmaschine.
  3. Die veröffentlichten Zahlen geben immer nur die reinen Abfragemengen an, ohne weiter zu differenzieren. Es wird u.a. nicht unterschieden zwischen automatisierten Abfragen (Beispiel: Webcrawler) oder einmaligen Klicks (Beispiel: ein Nutzer gelangt zufällig zu Yasni und schließt die Seite sofort) – daher kann anhand der vorhandenen Zahlen kein Nachweis für eine nachhaltige Nutzung erbracht werden.
  4. Die Analyse der veröffentlichten Zahlen[3][4] lässt ebenso die Vermutung zu, dass das Geschäftsmodell von Yasni darin besteht, durch Suchmaschinenoptimierung möglichst viele Seitenaufrufe („Klicks“) anzuziehen (Content Farm).

Kritik[Bearbeiten]

Die Kritik an Yasni bezieht sich vor allem auf den Suchmaschinenbereich, der als datenschutzrechtlich bedenklich gewertet wird, da (zwar öffentlich sichtbare) Suchergebnisse in einer dossierartigen Übersicht zusammengeführt werden (siehe auch den Abschnitt „Datenschutz & Recht" im Artikel „Personensuchmaschine“). Yasni ist als Prozessbeteiligte auch an einigen Grundsatzurteilen zum Thema Datenschutz im Internet beteiligt wie z. B. an „Keine Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Bildvorschau in Personensuchmaschine“.[5]

Kritik gibt es ebenfalls an der Suchmaschinenoptimierung, die dafür sorgt, dass Ergebnisseiten von Yasni „echte" Suchergebnisse in Google verdrängen. Zudem wird Kritik daran geäußert, dass Yasni die Suchergebnisse von Suchmaschinen indexieren lässt. Dies unterläuft die Funktion der robots.txt-Datei und ist ein typisches Merkmal von „Scraper Sites“.[6][7] Des Weiteren wird nicht – wie bei Suchmaschinen üblich – die Zielseite direkt verlinkt, sondern auf eine interne Seite verwiesen, die die Seite in einem Frame darstellt und mit Werbung von Yasni versieht. Ein anderes Problem ist, dass Yasni nicht alle (wichtigen) im Internet auffindbaren Infos schnell erfasst. Exposé-Inhaber haben aber die Möglichkeit, selbst solche Internetauftritte zu benennen. Fotos im Internet, insbesondere Wikipedia-Bilder, werden selten bis gar nicht erfasst und benannt oder mit monatelanger Verspätung.

Neben der technischen, von Yasni vorgegebenen Funktion besteht innerhalb der Gemeinschaft die Möglichkeit, Angaben von Erfassten zu bestätigen. Überprüft man willkürlich einen Eintrag (so "Michael Schreiber") findet man viele hundert falsche "Beglaubigungen". Es erscheint etwas als echt, was tatsächlich nicht auf die eingetragene Person bezogen ist, sondern z.B. auf Namesakes oder wie im genannten Fall auch auf "stayfriends".

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://blog.yasni.de/presse/mountain-super-angel-ag-beteiligt-sich-an-der-yasni-gmbh/
  2. Interview mit Florian Schütz – Social Media Manager bei Yasni.de Interview-heute.de vom 13. März 2013
  3. a b c http://www.agof.de/angebotsranking.619.html
  4. a b c yasni.de-Nutzungsdaten bei IVW
  5. LG Köln, Urteil vom 22. Juni 2011, Az.: 28 O 819/10
  6. Kai Biermann: Die Schleppnetz-Fischer, Zeit Online, 5. November 2009
  7. Markus Albers: Die Menschenfischer, brand:eins, Juli 2007

Weblinks[Bearbeiten]