Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll
– ZUZ –
Logo
Staatliche Ebene Bund
Aufsichtsbehörde Zollkriminalamt
Gründung 1995/1998
Hauptsitz Köln, Nordrhein-Westfalen
Bedienstete 47

Die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) ist eine Spezialeinheit der deutschen Zollverwaltung und ist vergleichbar mit einem Spezialeinsatzkommando der Polizei.

Auftrag[Bearbeiten]

Die ZUZ ist dem Zollkriminalamt in Köln (ZKA) unterstellt und unterstützt die Zollfahndungsämter sowie gelegentlich die Polizei. Sie wurde als Antwort auf die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Zollbeamten gegründet. Bis zur Gründung der ZUZ war es gängige Praxis, dass das ZKA bei Einsätzen, welche die Fähigkeiten und Ausrüstung der Zöllner überstieg, Amtshilfe durch ein Spezialeinsatzkommando der Länderpolizeien oder die der GSG 9 der Bundespolizei anforderte. Jedoch konnten in einigen Fällen die Unterstützung der oben genannten Einheiten nicht gewährleistet werden, da diese zeitlich zu stark ausgelastet waren.

Organisation[Bearbeiten]

Um dem entgegenzuwirken wurde 1993/1994 mit der Erstellung eines Anforderungsprofils begonnen, und Gelder für den Aufbau wurden vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) und dem Bundesministerium der Finanzen bereitgestellt, dessen Geschäftsbereich die ZUZ originär untersteht. Im Jahr 1994 wurde mit Hilfe der GSG 9 und des SEK Nordrhein-Westfalen der Aufbau der ZUZ begonnen. Nach Angaben des Zollkriminalamtes meldete die ZUZ zu Jahresbeginn 1998 teilweise Arbeitsbereitschaft an. Seit 2001 umfasst die ZUZ laut ZKA 36 Mann, die sich auf vier Einsatzgruppen verteilen, die sich jeweils auf einen Teilbereich des Aufgaben- und Organisationsspektrums der ZUZ spezialisiert haben (Führung, Zugriffstechnik, Operative Technik). Bis zu 60 Einsatzlagen (wie Festnahmen, Unterstützung anderer Zolleinheiten bei Razzien und Durchsuchungen, aber auch die Absicherung von Scheinkäufern und V-Männern) können hierbei im Jahr bewältigt werden.

Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten]

Beamter der ZUZ
Bewerberkreis
  • Bewerben können sich Beamtinnen und Beamte im Alter bis 35 Jahre.
  • Grundsätzlich müssen Bewerber eine abgeschlossene Zollausbildung vorweisen.
  • Eine gute Gesundheit, psychische Stabilität und hohe körperliche Leistungsfähigkeit sind Grundvoraussetzungen.
Auswahlverfahren

Die Aufnahmeprüfung für die ZUZ dauert 14 Tage. Sie besteht aus einem sportlich-praktischem Teil, in dem die körperliche Leistungsfähigkeit abgeprüft wird, und einem umfangreichen psychologischen Test, der Aufschlüsse über Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit, technisches Verständnis, Stressstabilität und Teamfähigkeit geben soll. Ergänzt wird das Verfahren durch einen Klaustrophobie-, Höhen- und Reaktionstest. Zum Abschluss erfolgt ein Gespräch vor der Auswahlkommission.

Durchfallquote

Im Durchschnitt bestehen nur etwa 20 % der Bewerber diesen umfangreichen Test.

Aus- und Fortbildung

An den erfolgreichen Abschluss der Aufnahmeprüfung schließt sich eine zehnwöchige Basisfortbildung an. Diese Basisfortbildung dient dem gezielten körperlichen Aufbau der Aspiranten sowie der Vermittlung grundlegender Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für die nachfolgende Spezialfortbidung unentbehrlich sind. Die Basisfortbildung schließt mit einem weiteren Test ab, dessen Bestehen Voraussetzung für die Weiterführung der Fortbildung ist.

Die anschließende Spezialfortbildung nimmt eine Zeitspanne von ca. 48 Wochen in Anspruch und wird zum Großteil bei der Polizei in NRW durchgeführt.

Allgemein

Das Anforderungsprofil für Aspiranten ist dem der GSG9 oder eines SEKs vergleichbar. Abweichend hiervon muss der Bewerber nicht bereits zum Zeitpunkt der Bewerbung Waffenträger sein. Die Schießausbildung findet während der Basisfortbildung statt. Das Anforderungsprofil ist für Männer und Frauen identisch. Nach Angaben der ZUZ (Stand 10/2010) hat noch keine Frau das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Waffen der ZUZ: G36K, MP5 und Glock-Pistolen

Die ZUZ gilt als eine der am modernsten ausgerüsteten Einheiten ihrer Art, wobei dies darauf zurückzuführen ist, dass sie die jüngste Spezialeinheit Deutschlands ist. Neben einem umfangreichen Fuhrpark verfügt die ZUZ über ein mit anderen Einheiten vergleichbares Waffenarsenal, in der Regel kommen Waffen von Heckler und Koch und Glock zum Einsatz.

Geschichte[Bearbeiten]

Über Einsätze der ZUZ wird wenig bekannt, obwohl sie aufgrund diverser Zoll- und Betrugsbekämpfungsabkommen innerhalb der EU auch im innereuropäischen Ausland tätig werden kann, in seltenen Fällen sogar weltweit. Dass so wenig über die Einsätze bekannt wird, liegt unter anderem daran, dass die Beamten der ZUZ oft die Aufschrift „Polizei“ auf ihren beschusshemmenden Westen tragen. Dies dient dazu, dass jeder die Beamten als Vollzugsbeamte identifizieren kann. Durch diesen Umstand kann es sein, dass ein Einsatz der ZUZ in der Presse als SEK-Einsatz dargestellt wird.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.9769947.064788Koordinaten: 50° 58′ 37″ N, 7° 3′ 53″ O