Zhili (Provinz)

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Die große Mauer als Nordgrenze der ehemaligen (von Peking direkt regierten) Provinz (Nord-)Zhili

Zhili (直隸Zhí​lì) ist eine ehemalige chinesische Provinz während der Ming- und Qing-Dynastie. Gegen Ende der Kaiserzeit umfasste die (ursprünglich wesentlich größere) Provinz in etwa die heutige Provinz Hebei mit ihren Enklaven Beijing und Tianjin.

Geschichte[Bearbeiten]

Die chinesischen Provinzen während der Qing-Dynastie 1820

Nord-Zhili (北直隸Běi Zhí​lì, veraltete Transkription Petschili oder Pe-Tschili) und Süd-Zhili (南直隸Nán Zhí​lì) waren zwei direkt regierte Provinzen unter Kaiser Yongle. 1403 verlegte dieser die Hauptstadt von Nanjing („Süd-Hauptstadt“) nach Beiping, das er anschließend in Beijing („Nord-Hauptstadt“) umbenannte. Beide direkt regierten Provinzen hießen zusammen Zhili („direkt regiert“). Der nördliche Teil umfasste die Städte Beijing, Tianjin, den größten Teil der heutigen Provinzen Hebei und Henan sowie Teile Shandongs. Das Gebiet um die Reserve-Hauptstadt Nanjing im Süden umfasste Teile der heutigen Provinzen Jiangsu, Anhui und den Verwaltungsbezirk von Shanghai.

Als Nanjing während der Qing-Dynastie seinen Status als „Zweite Hauptstadt“ verlor, wurde Süd-Zhili zu einer regulären Provinz Jiangnan rekonstituiert. Das nördliche Zhili wurde in Zhili umbenannt und im 18. Jh wurden seine Grenzen verschoben und es erstreckte sich nunmehr über das heutige (2013) Beijing, Tianjin und die Provinzen Hebei, West-Liaoning, Nord-Henan und das Autonome Gebiet Innere Mongolei. 1928 ordnete die Regierung der Republik China Teile von Zhili seinen Nachbarn im Norden zu und benannte Zhili um in Hebei.

Geographie[Bearbeiten]

Laut Pierer's Universal-Lexikon (4. Auflage 1857–1865)[1] ist

„Pe-Tschili die nordöstlichste Provinz China's, im Osten von dem Golf von Petschili begrenzt, im Norden durch die große Mauer von der Mongolei u. Mandschurei getrennt, im Westen u. Süden von den Provinzen Schansi, im Honan u. Schantung begrenzt. Fast die ganze Provinz gehört dem Flachlande an u. nur im Westen u. Norden ist sie vom Berglande berührt, welches den Übergang von dem Plateau Inner Asiens zu der östlichen Tiefebene bildet. Bei einem Areal von 2784 QM. soll die Provinz (nach der Zählung von 1842) 36,880,000 Ew. haben (13,246 auf 1 QM.) u. enthält 6  Haupt-Kreisstädte, 16 Kreis- u. 121 Districtsstädte, 1 Festung u. 39,687 größere u. kleinere Ortschaften. Flüsse: Peiho mit zahlreichen Nebenflüssen, Pehtang-ho, Tschiang-ho, Tsching-ho, Lan-mu-ho u. viele andere. Der Küstensaum ist meist sumpfig u. Überschwemmungen ausgesetzt, mehr landeinwärts folgt dann eine breite Zone öden Flachlandes, das aus aufgeschwemmtem Lehm, Sand u. Thon besteht u. fast nur längs der Flußläufe cultivirt u. bewohnt ist; von da an erhebt sich nach Westen u. Norden das Land mehr u. mehr u. wird auch in demselben Maße fruchtbarer u. besser bebaut, obgleich die Provinz bei Weitem nicht ausreichend Getreide erbaut u. dasselbe aus dem Süden beziehen muß, wozu bes. der Kaiserkanal, welcher mit dem Peiho in Verbindung steht, die Communication vermittelt. Mehrere gute Straßen durchkreuzen die Provinz in verschiedenen Richtungen u. haben ihren Centralpunkt in der Hauptstadt Peking.“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pe-Tschili