Ziborium (Gefäß)

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Dieser Artikel bezieht sich auf das Gefäß Ziborium; zu dem Altarüberbau Ziborium siehe Ziborium (Altaraufbau)
Ciborium (PSF).jpg

Ein Ziborium (lat. ciborium „Trinkbecher“, Mehrzahl Ziborien) ist ein in der katholischen und orthodoxen Kirche gebräuchliches Gefäß zur Aufbewahrung der konsekrierten Hostien.

Das Ziborium ist ein Speisekelch mit einem festen Deckel. Die bei der Heiligen Messe konsekrierten Hostien werden darin im Tabernakel für die Krankenkommunion aufbewahrt. Manchmal wird mit einem Ziborium bei einer Andacht auch der sakramentale Segen erteilt, wie sonst mit der Monstranz. Das Ziborium kann mit einem Ziboriumvelum bedeckt sein, um die Gegenwart des Allerheiligsten darin zu verdeutlichen.

In der frühen Kirche wurde das Allerheiligste aus Furcht vor Entweihung noch nicht in den Kirchen verwahrt. Später bewahrten die Christen die Hostien, die zur Wegzehrung bei der Spendung der Sterbesakramente bestimmt waren, in ihren Häusern in einem Ziborium auf.

Im frühen Mittelalter wurde das Ziborium meist in Büchsenform aus edlem Holz, Elfenbein oder Metall angefertigt und mit einem Kreuz versehen. Im ausgehenden Mittelalter hatte sich die Form des Ziboriums so sehr der Form des Messkelches angenähert, dass nur noch der Deckelabschluss den Unterschied verdeutlicht. In manchen Gegenden ist deshalb auch die Bezeichnung „Speisekelch“ gebräuchlich. Theologen und Kunsthistoriker sehen heute in der Wahl der Form als Kelch für die Hostien eine Täuschung der Gläubigen, nachdem die katholische Kirche 1415 die Kelchkommunion, den Empfang des konsekrierten Weines, für Laien verboten hatte, aber die Reformatoren den „Laienkelch“ propagierten.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ziborien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Max-Josef Schuster: Tabernakelkommunion in: Christ in der Gegenwart 31/2010