Zingulum

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Gürtel als Kleidungsstück, für weitere Bedeutungen siehe auch Cingulum

Das Zingulum oder Cingulum (v. lat. cingulum „Gürtel“) ist der Gürtel, den Mönche bzw. Nonnen um ihren Habit, oder Priester um ihre Soutane bzw. Albe tragen.

Das Zingulum kann ein einfacher Strick sein, ein Ledergürtel oder als Stoffband mit dem Skapulier verbunden sein. Bei der Soutane der Kleriker ist es ein breites Band aus edlem Stoff. So trägt ein Priester ein schwarzes, ein Bischof ein violettes, ein Kardinal ein scharlachrotes und der Papst ein weißes Zingulum. Gelegentlich tragen auch Ministranten ein farbiges Zingulum, das jedoch wie das Messgewand des Priesters der liturgischen Farbe entspricht. Die Allgemeine Einführung ins Messbuch sieht unter Nr. 81c vor, dass alle, die eine Albe tragen, auch Schultertuch und Zingulum verwenden können.

Für die Deutung des Zingulums wurde auf die biblische Symbolik des Sich-Gürtens zurückgegriffen: Der Gürtel ist eine von Gott kommende Kraft, vgl. Ps 18,33 EU: „Gott hat mich mit Kraft umgürtet, er führte mich auf einen Weg ohne Hindernis.“ Das Umgürten drückt ferner Bereitschaft aus, siehe Ex 12,11 EU: „So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn“, Eph 6,14 EU: „Gürtet euch mit Wahrheit“ und Lk 12,35-36 EU: „Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft“. Das Zingulum kann Demut gegenüber dem sich aufblähenden Gewand bedeuten (vgl. Seckauer Missale, 12. Jh.) oder, da es die Albe als Sinnbild der Taufe zusammenhält, eine Bitte um Bewahrung der Taufgnade ausdrücken. Im Mittelalter trat daneben auch die Bitte um Beherrschung der Triebe, etwa im Sakramentar von Tours, 9./10. Jh.[1].

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Josef Andreas Jungmann: Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der Römischen Messe, Herder, 3. Auflage, Wien 1953, Band 1, S 368f
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