Zusammenrückung

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Die Zusammenrückung als Methode der Wortbildung wird in der Sprachwissenschaft unterschiedlich definiert.

Die Wortbildungsforschung sah die Zusammenrückung als Spezialfall einer Komposition. Die Wortbildung erfolgte aus Syntagmen, welche anscheinend Merkmale von Beugungen (Flexion) enthalten.

Beispiele: trotzdem, Bücherkiste, Waldesruhe, Sonnenwende.

Die Grammatik des Dudens wiederum beschreibt eine Zusammenrückung als Zusammensetzung, an der ein Syntagma zu erkennen ist. Es handelt sich also um eine Wortgruppe. (Heinle)

Beispiele: dabei, Hohepriesterin, Auto fahren.

Andere Autoren bezeichnen als Zusammenrückung einen Spezialfall der Wortbildung, in dem ein zur Bildung herangezogenes Wort eine Wortgruppe darstellt oder davon abgeleitet ist.

Beispiele: Saure-Gurken-Zeit (Wortgruppe) und Um-den-heißen-Brei-Schleicherei (Ableitung). Wenn man Zusammenrückung als Komposition von Zusammenbildung als Form der Ableitung (Derivation) unterscheidet, gehört „Um-den-heißen-Brei-Schleicherei“ als Ableitung in eine andere Kategorie.

Fälle wie „Hohepriesterin“, „Langeweile“ und „Saure-Gurken-Zeit“[1] haben als besonderes Merkmal, dass sie innerhalb des Wortes flektieren können. [2]

Als Zusammenrückungen werden auch sog. Satzwörter wie „Tunichtgut“ und Substantivierungen anderer Syntagmen wie „Nichtsnutz“ verstanden.

Literatur[Bearbeiten]

  • E.-M. Heinle: Die Zusammenrückung. In: H. Wellmann, Synchrone und diachrone Aspekte der Wortbildung im Deutschen 1993: 65–78.
  • Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Dudenverlag, Mannheim u. a. 1998: Nr. 778, 1011 ISBN 3-411-04046-7.
  • Helmut Glück (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache. 2. Auflage. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2000.
  • Eva Neuland: Neuhochdeutsch. Fink, München 1986. S. 152–153. ISBN 3-7705-2287-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Speziell zu „Saure-Gurken-Zeit“: Shari Low: Saure Gurken Zeit. Lübbe, Bergisch Gladbach 2004. Auf der Rückseite des Buchumschlags finden sich die Zitate: „…herrscht gerade Saure-Gurken-Zeit“ und „Jetzt muss sie mit einer Sauren-Gurken-Zeit ganz anderer Art fertig werden…“
  2. Belege für flektierte Formen von Langeweile und Sauregurkenzeit in Hermann Paul, Deutsches Wörterbuch. Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatzes. 10., überarbeitete und erweiterte Auflage von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel. Niemeyer, Tübingen 2002. ISBN 3-484-73057-9 S. 587, 824 f.