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Äffle und Pferdle

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Äffle und Pferdle sind zwei Zeichentrickfiguren des Süddeutschen Rundfunks (SDR), heute Südwestrundfunk (SWR). Sie wurden in kurzen Einspielungen im Werbefernsehen des im SWR-Sendegebiet ausgestrahlten Vorabendprogramms des Ersten als sogenannte Werbetrenner zwischen die Spots eingestreut. Ihr Ziel ist es, die Zuschauer durch schwäbische Kurzfilme zum Lachen zu bringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwickelt wurden die Figuren 1959 von dem Filmproduzenten Armin Lang sowie den Grafikern Werner Klein und Volker Lang[A 1][1] im Auftrag des damaligen SDR mit der Maßgabe, die damals neu ausgestrahlten Werbespots aufzulockern. Erst entstand nach dem Stuttgarter Wappentier ein Pferd, welches am 2. Januar 1960 erstmals zum Start des Werbefernsehens auf den Bildschirm kam. 1963 kam ein Affe hinzu, beide wurden schwäbisch Äffle und Pferdle genannt.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich die beiden Figuren; beschränkte sich ihre Handlung anfangs auf eine kleine Szene, profitierten die Einspieler zunehmend von der komischen Interaktion der beiden. Auch das Umfeld der Äffle-und-Pferdle-Einspieler änderte sich, anfangs schwarz-weiß und nur mit Musik unterlegt, wurden die beiden Ende der 1960er Jahre farbig und begannen einige Jahre später zu sprechen. Hierfür lieh ihnen Zeichner Armin Lang auch seine Stimme. Es lag nahe, dass die beiden Figuren Schwäbisch anstelle von Hochdeutsch sprechen sollten, obwohl Lang selber kein Schwabe, sondern Bayer war. Auch ihr Aussehen wurde zunehmend menschenähnlicher.

Aufgrund ihrer großen Popularität wurden gelegentlich auch etwas längere Einspieler produziert, unter anderem mehrere, bei denen die beiden Zeichentrickfiguren sangen. Am bekanntesten ist ihr „Hafer- und Bananenblues“, aber auch ihre Version von „Auf de schwäbsche Eisebahne“ ist bekannt.

1986 gesellte sich zu beiden Schwaben noch die kurpfälzische Hundedame Schlabbinchen, gesprochen von der Schauspielerin Elsbeth Janda. Das Pferdle war zudem das Maskottchen der Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 in Stuttgart.

Nach dem Tod von Armin Lang 1996 brachte seine Produktionsfirma unter der Regie seines gleichnamigen Sohnes zunächst weitere Spots heraus, die von Peter Barkow und weiterhin auch von Elsbeth Janda synchronisiert wurden. Im Jahr 2001 stellte der Südwestrundfunk die Produktion neuer Einspieler mit Hinweis auf die große Zahl der existierenden Spots und der Produktionskosten ein. Bereits produzierte Spots wurden aber weiterhin ausgestrahlt. 2004 erschienen alle zwischen 1960 und 1999 produzierten Spots auf zwei DVDs.

Seit 1999 denkt sich der Marketingberater, Journalist und TV Moderator Heiko Volz die Äffle-und-Pferdle-Geschichten aus, die in Kalendern des SWR, Büchern und im Internet veröffentlicht werden. Gezeichnet werden die beiden seitdem von den Illustratoren Roman Lang, Alexander Linke und Jürgen Hölzel.

2010 bekamen Äffle und Pferdle neue Synchronstimmen. Das Äffle wird von Autor Heiko Volz gesprochen, das Pferdle von Volker Lang, dem jüngeren Bruder des verstorbenen Armin Lang.

Seit 2011 erscheinen vom Autorenteam Heiko Volz und Roman Lang jährlich Bücher im Verlag Thienemann-Esslinger. Für Promotion-Auftritte werden Akteure in lebensgroßen Figurenmasken eingesetzt.

2016 schaffen es Äffle & Pferdle mit ihrem Hafer- und Bananenblues erstmals mit Platz 9 in die Top Ten der jährlichen SWR1 Hitparade. Beim Deutschen Chorfest 2016 sangen Äffle & Pferdle alias Heiko Volz und Volker Lang John Lennons Imagine auf der Bühne des Stuttgarter Schlossplatzes. Ihr Imagine-Video wurde Klicksieger beim SWR Onlinechor. Im gleichen Jahr produzierte der Schokoladenhersteller Ritter Sport eine Äffle & Pferdle-Sonderedition mit Hafer und Banane.

Seit 1993 haben Äffle & Pferdle einen Fanclub. Dieser sitzt in Heidenheim, veröffentlicht vierteljährlich ein Clubheft und organisiert alljährliche Clubtreffen.[2] Im Januar 2017 initiierte er, nachdem es bereits seit November 2016 in Mainz eine Mainzelmännchen-Ampel gibt, die Aktion einer Online-Petition für eine Äffle & Pferdle-Ampel in Stuttgart, die innerhalb einer Woche das Quorum erreichte.[3]

Nach 16 Jahren Fernsehpause kehrten Äffle und Pferdle wieder ins Fernsehen zurück. Das SWR Fernsehen bringt die beiden Kultfiguren ab Mai 2017 immer freitags am Ende der Landesschau Baden-Württemberg, nicht mehr als Pausenfüller oder Werbetrenner, sondern in einem eigenen 3-Minuten-Format, allerdings ohne neue Spots.[4]

Usenet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 wurde im Usenet die Newsgroup alt.aeffle.und.pferdle eingerichtet. Die Gruppe hat sich daraufhin als Forum in schwäbischer Sprache etabliert, was auf der Ebene alt.… sehr ungewöhnlich ist, da dort üblicherweise englisch kommuniziert wird. Deutschsprachige Gruppen sind in der Hierarchie unter de.… eingeordnet.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Barkow: Pferdle, Äffle + Schlabbinchen, die Fernseh-Lieblinge (Illustr.: Otto Benz):
  • Armin Lang: Pferdle & Äffle: die lustigen Stars aus dem Werbefernsehen des Südwestrundfunks (Illustr.: Julius Senderski):
  • Äffle & Pferdle – A luschtigs Sprüchle für jede Woch! (52 Postkarten zum Aufstellen & Verschicken), Esslinger Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-480-23194-2.
  • Äffle & Pferdle – A subber luschtigs Sprüchle für jede Woch! (52 Postkarten zum Aufstellen & Verschicken), Esslinger Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-480-23329-8
  • Äffle & Pferdle – Spaß muss sei!, Thienemann-Esslinger Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-480-23330-4.
  • Äffle & Pferdle – Älles Gute!, Thienemann-Esslinger Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-480-23384-7.

Tonträger, Merchandising[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Äffle & Pferdle und die Viechle-Sound-Band (Schallplatte, A-Seite: Der Hafer- und Bananen-Blues, B-Seite: Viehlosovieh), Text: Carl J. Schäuble, Musik: Bernd Rabe, 1979 Polydor.
  • Pferdle und Äffle (Schallplatte), TELDEC, Hamburg 1982.
  • Echt schwäbisch. Band 2. Für jeden ebbes: 's Äffle und 's Pferdle (CD), Mäule-und-Gosch-Tonträgervertrieb, Kornwestheim 1996.
  • Roman Lang: Pferdle & Äffle go Techno (CD-ROM: Audio und ROM, mit Original-Videoclips für PC), Mäule-und-Gosch-Tonträgervertrieb, Kornwestheim 1997.
  • Heiko Volz: Äffle & Pferdle – Keksstempel, Esslinger Verlag, Esslingen am Neckar 2014, EAN 4049985003480.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jüngerer Bruder von Armin Lang

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Brüder Lang Lang. Abgerufen am 1. März 2017.
  2. Homepage des Pferdle & Äffle-Clubs Heidenheim
  3. Appell an die Stadt Stuttgart: die Äffle & Pferdle-Ampel muss her!. openPetition, 10. Januar bis 9. April 2017.
  4. Uwe Bogen: SWR mit Riesenüberraschung: Äffle & Pferdle nach 16 Jahren zurück im TV. Stuttgarter-Zeitung.de, 28. April 2017.
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Speichern | Informationen | 03:19 min (1,4 MB) Text der gesprochenen Version (27. Juli 2006)
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