Ämterkauf

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Ämterkauf ist das Erlangen eines Amtes sowie der damit verbundenen Rechte und Einkünfte durch Kauf oder durch eine andere finanzielle Zuwendung.[1]

Die Erlangung eines Amtes durch Kauf war in einzelnen europäischen Staaten vom 16. Jahrhundert bis Anfang des 19. Jahrhunderts nicht selten. Als abwertende Beschreibung etablierte sich auch der Begriff der „Ämterschacherei“.

Hintergrund dieser Einrichtung war, dass es sowohl an einer funktionierenden staatlichen Verwaltungsorganisation fehlte als auch an einem Berufsbeamtentum, das in der Lage war, verwaltungstechnische Aufgaben wahrzunehmen. In Ermangelung einer solchen Organisation wurde beispielsweise staatlicherseits das Recht verkauft, in einem bestimmten Gebiet die Steuer einzutreiben. Entsprechendes galt für Offizierspatente.

Handelt es sich um den Kauf eines kirchlichen Amtes oder von kirchlichen Pfründen, spricht man von Simonie.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlef Liebs: Ämterkauf und Ämterpatronage in der Spätantike. Propaganda und Sachzwang bei Julian dem Abtrünnigen, Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte: Romanistische Abteilung, Band 95, Heft 1 (Aug. 1978), S. 158–186
  • Fritz Friedrich: Der Ämterkauf im vorrevolutionären Frankreich. In: Archiv für Kulturgeschichte, Bd. 32 (1944), S. 254–277, ISSN 0003-9233
  • Klaus Malettke (Hrsg.): Ämterkäuflichkeit. Aspekte sozialer Mobilität im europäischen Vergleich (17. und 18. Jahrhundert). Colloquium-Verlag, Berlin 1980, ISBN 3-7678-0511-1.
  • Ilja Mieck (Hrsg.): Ämterhandel im Spätmittelalter und im 16. Jahrhundert. Colloquium-Verlag, Berlin 1984, ISBN 3-7678-0617-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ämterkauf Historisches Lexikon der Schweiz, 11. Juni 2015
  2. Simonie, in: Peter C. A. Schels, Kleine Enzyklopädie des deutschen Mittelalters