Klaus Malettke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klaus Malettke (* 30. Mai 1936 in Rastenburg) ist ein deutscher Historiker und emeritierter Hochschullehrer der Philipps-Universität Marburg. Er gilt als einer der wichtigsten wissenschaftlichen Vermittler zwischen Deutschland und Frankreich im späten 20. Jahrhundert.

Leben[Bearbeiten]

Klaus Malettke studierte Geschichtswissenschaft, Romanistik und Pädagogik an den Universitäten Marburg, Dijon und an der Sorbonne in Paris. Er wurde 1965 in Marburg bei Wilhelm Mommsen promoviert und machte im gleichen Jahr ein Staatsexamen als Lehrer für Geschichte und Französisch. Nach seiner Promotion wechselte er mit Fritz Dickmann an die Freie Universität Berlin. Dort habilitierte er sich 1972 und erhielt bald darauf eine Professur für Neuere Geschichte. 1980 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der westeuropäischen Geschichte an der Philipps-Universität Marburg (Nachfolge Gerhard Oestreich). Sein Schwerpunkt bildete bis zu seiner Emeritierung 2001 die Frühe Neuzeit. Im Wintersemester 1989/90 unterrichtete er als Gastprofessor an der Universität Paris X (Nanterre).

Durch sein ehrenamtliches Engagement in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gremien und seine guten Kontakte zu verschiedenen französischen Universitäten kam es zu einem regen Austausch mit französischen Universitäten sowohl auf der Seite der Studenten wie auch der Forschung. Malettke war ein großer Initiator und Förderer der europäischen Erasmus- bzw. Sokratesprogramme. Im Jahre 2007 wurde er dafür mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Auf französischer Seite wurde er 1998 Ritter der Ehrenlegion der Republik Frankreich, 2005 folgte eine Beförderung zum Offizier der Ehrenlegion.[1]

In den Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Historischen Instituts (DHI) in Paris wurde der Historiker 1984 berufen und übernahm von 1993 bis 1999 das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Seit 1997 ist Malettke Vizepräsident der Internationalen Kommission zur Herausgabe von Quellen zur Europäischen Geschichte „Monumenta Europae Historica“. Im Jahr 2000 wurde er Mitglied des „Centre des Recherche sur l’Histoire de l’Europe centrale“ der Universität Sorbonne in Paris. Malettke ist assoziierter Professor und Ehrendoktor der Sorbonne.[1]

Malettke forscht schwerpunktmäßig zur Geschichte Frankreichs und Westeuropas im Ancien Régime sowie die Außenwahrnehmung dieses "Alten Reiches" in Frankreich. Sein besonderes Interesse galt der Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen, des Systems der Staaten und der internationalen Beziehungen sowie der Friedens- und Europakonzeptionen in der Frühen Neuzeit.[2] Im Jahr 1995 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Sonderausstellung des Europarats „1648 - Krieg und Frieden in Europa“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörg Ulbert (Hrsg.): Formen internationaler Beziehungen in der Frühen Neuzeit. Frankreich und das Alte Reich im europäischen Staatensystem. Festschrift für Klaus Malettke zum 65. Geburtstag (Historische Forschungen, 71), Berlin 2001

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für Prof. Dr. Dr. h. c. Klaus Malettke
  2. http://www.uni-marburg.de/fb06/fnz/forschung/Arbeitsgebiete