Öko-Box

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Öko-Box Sammelgesellschaft m.b.H.
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Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Auflösung 2014
Auflösungsgrund Eingliederung in die ARA
Sitz Wien 4, Prinz-Eugen-Straße 18
Leitung Georg Matyk (Geschäftsführer)
Branche Verpackungsrecycling
Website oekobox.at

Öko-Box war ein österreichisches Unternehmen zur stofflichen Wiederverwertung der weit verbreiteten, aus beschichtetem Karton bestehenden Einwegverpackungen für Getränke, die allgemein als Tetra-Pak bezeichnet werden. Es wurde 1991 gegründet.[1] Aufgrund einer seit 1. Jänner 2015 in Kraft getretenen Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes wurde das Unternehmen mit 30. Juni 2014 vollständig in die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) eingegliedert[2], von der das Sammelsystem unter dem bekannten Namen weitergeführt wird, aber zurückgefahren und mit April 2018 komplett abgestellt wird. Verpackungssammelsysteme müssen nun auf die gesamte Leichtverpackungsfraktion ausgelegt sein.[3]

Dem Konsumenten werden kostenlose Sammelkartons zur Verfügung gestellt, in denen die entleerten Verpackungen zur verwertenden Kartonfabrik der Firma Mayr-Melnhof Karton in Frohnleiten gebracht werden. Insbesondere seit der Übernahme durch die ARA wird dieses Sammelsystem allmählich zu Gunsten der Sammlung in der Gelben Tonne eingestellt.

Die Box[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Material der Box ist etwa 1 mm starker, grauer Karton, mehrfärbig bedruckt. Nach dem Stanzen und Bedrucken wird der Karton gefalzt, geklebt und flach gefaltet, gestempelt und umreift. In so gepresster Form misst das Stück etwa 50 × 35 × 1 cm bei 100 g Masse. Nach Auffalten zum Quader (L:B:H = ca. 3:2:2) arretiert das Einrasten von zwei Laschen den Boden und hält so die Box in Form. Im Haushalt soll jede geleerte Getränkepackung mit kaltem Wasser ausgespült, möglichst flach gefaltet und hochkant in die Box gesteckt werden.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung erfolgt über Haushaltsabholung und Sammlung in Altstoffsammelzentren. Die größeren, als Öko-Box bezeichneten Sammelkartons waren bis Ende November 2015 auf jedem Postamt Österreichs erhältlich und können dort noch bis Ende März 2016 portofrei eingesandt werden. Zusätzlich können sie bei sämtlichen Altstoffsammelzentren und Bauhöfen abgegeben werden, wo die Getränkekartons oft auch in Säcken gesammelt werden. Leere Boxen sind derzeit nur noch in den Wiener Filialen des Lebensmitteldiskonters Hofer erhältlich. Dort ist die Abgabe voller Schachteln allerdings nicht möglich. Die Ausgabe der Boxen in den Hofer-Filialen anderer Bundesländer wurde mit Ende September 2015 eingestellt. 2003 hatte die Öko-Box GmbH in ihrem Branchenbereich eine „monopolartige Stellung“.[4]

Haushaltssammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haushaltsabholung wird beziehungsweise wurde in den einzelnen Bundesländern vielfach von sozialen Organisationen durchgeführt, welche dadurch benachteiligten und beeinträchtigten Menschen eine Arbeit bieten. Dafür wurde die Öko-Box auch schon ausgezeichnet. Die Haushalte werden zu regelmäßigen Terminen – üblicherweise alle drei Wochen – angefahren. Die Mitarbeiter sammeln dabei die vollen, vor den Haustüren beziehungsweise Gartentoren abgestellten, Boxen ein und stellen wieder leere Boxen zur Verfügung. Bei den Schachteln für die Haushaltssammlung handelt es sich um sogenannte Öko-Bags, welche etwas kleiner als die anderen Ökoboxen sind.

Bis Ende 2013 gab es in allen Bundesländern außer dem Burgenland vor allem in den Landeshauptstädten und weiteren größeren Gemeinden eine Haushaltssammlung. Diese wurde mit Jahresende 2013 in Oberösterreich eingestellt. Obwohl anfänglich betont wurde, dass durch den Zusammenschluss mit der ARA die Sammelsystematik erhalten bleibe, [3] wurde mit Jahresende 2014 die Haushaltsabholung in Vorarlberg, Tirol und der Steiermark, Ende Juni 2015 auch in Salzburg und schließlich Anfang 2016 in Kärnten eingestellt. In diesen Regionen werden Getränkekartons nun über die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack gesammelt.

Als im Juli 2015 bekannt wurde, dass mit Jänner 2016 auch in Kärnten die Haushaltssammlung eingestellt werden soll, hoffte man bei der für die Sammlung beauftragten Organisation pro mente zur Erhaltung der Arbeitsplätze auf eine Fortführung des bestehenden Sammelsystems.[5] Es wurde jedoch nur eine Übergangslösung getroffen, sodass die Haushaltssammlung in Teilen Kärntens - wie der Landeshauptstadt Klagenfurt - noch bis Ende März 2016 fortgeführt wurde, während ab Jänner 2016 auch schon eine Sammlung über die Gelbe Tonne und den Gelben Sack möglich war. Die Einstellung der Sammlung in Innsbruck sorgte schon zuvor bei der Lebenshilfe Tirol, welche jahrelang dafür zuständig gewesen war, für Unmut. Die Lebenshilfe Tirol hatte dafür von der Stadt Innsbruck einst den Umweltschutzpreis verliehen bekommen.[6] Seitens der ARA wird für die Einstellung der Haushaltssammlung mit Effizienz- und Kostengründen argumentiert. So sei es für die Bürger einfacher, die Getränkekartons in der Gelben Tonne gemeinsam mit anderen Kunststoffverpackungen zu sammeln.[5]

Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in Wien werden die gefüllten Boxen straßennah Pkw-basiert abgeholt, wo sie dafür an der Haustür oder allenfalls Gartentür sichtbar bereitzustellen sind. Zuletzt publizierte die diese Sammlung durchführende ARA auf ara.at die Abholtermine der Boxen für 6 Monate im Voraus. Wien ist in 4 Zonen von je 5 bis 7 Bezirken eingeteilt, diese Zonen werden jeweils 14-tägig bedient, am Dienstag 1 bzw. 2 und Mittwoch 1 bzw. 2. Durch Feiertage kommt es selten zur Verschiebung um 1 Tag nach hinten.[7]

Zuletzt beteiligten sich in Wien etwa 10 % der Haushalte am Recycling von Verbundkartonverpackungen via Öko-Box. Damit wurden in Wien 400 Tonnen/Jahr Sammelergebnis erzielt, was weniger als 9 % Recyclingrate der Milch- und Saftverpackungen auf diesem Pfad bedeutet.[8]

Bis Ende März 2018 erfolgt die Einstellung der Haussammlung in Wien. Verantwortlich für die Abholung der Getränkekartons ist das Unternehmen redmail.

Leere Getränkekartons sollen danach über Gelbe Tonne bzw. Gelben Sack entsorgt und durch den Sortierprozess wieder dem Kartonrecycling zugeführt werden. Von einer verbraucherseitigen Vereinfachung wird eine höhere Recyclingrate erwartet.[9]

Verwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kartonfabrik werden die Verpackungen aufgelöst. Die Zellulose dient der Kartonerzeugung, das von der Beschichtung stammende Aluminium und Polyethylen wird verbrannt. Abhängig vom Verschmutzungsgrad sowie der Materialqualität wird der Zelluloseanteil auch bei der Sammlung über die Gelbe Tonne wiederverwertet.[10]

2012 wurden von Öko-Box knapp 7700 Tonnen Getränkekartons stofflich verwertet und weitere rund 7300 Tonnen thermisch verwertet.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit Georg Matyk
  2. Tiroler Tageszeitung: Öko-Box begibt sich unter die Fittiche der ARA. Artikel vom 23. Juni 2014, abgerufen am 6. Februar 2018
  3. a b umweltruf.de: Altstoff Recycling Austria AG übernimmt Öko-Box Sammelges. m. b. H... Artikel vom 24. Juni 2014, abgerufen am 7. August 2015
  4. Dagmar Hemmer, Andreas Höferl: Privatisierung und Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU-15: Abfallwirtschaft. Hrsg.: Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung. Wien April 2003, S. 27 (PDF, 131 KiB).
  5. a b kärnten.orf.at: Ökoboxen: pro mente verliert Arbeitsplätze. Artikel vom 29. Juli 2015, abgerufen am 7. August 2015
  6. tirol.orf.at: Ökobox fiel Rentabilität zum Opfer. Artikel vom 15. Februar 2015, abgerufen am 7. August 2015
  7. http://www.ara.at/fileadmin/user_upload/Downloads/Abholtermine_Wien_2018_bis_Maerz.pdf
  8. Öko-Box wird abgeschafft orf.at, 3. Februar 2018, abgerufen 4. Februar 2018.
  9. ARA Ökobox: http://www.oekobox.at/, abgerufen am 28. Jänner 2018
  10. Archivlink (Memento des Originals vom 10. Juli 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oekobox.at, abgerufen am 7. August 2015
  11. Archivlink (Memento des Originals vom 19. Januar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oekobox.at