Öko-Box

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Öko-Box Sammelgesellschaft m.b.H.
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Sitz Wien 4, Prinz-Eugen-Straße 18
Leitung Georg Matyk (Geschäftsführer)
Branche Verpackungsrecycling
Website oekobox.at

Öko-Box ist ein österreichisches Unternehmen zur stofflichen Wiederverwertung der weit verbreiteten, aus beschichtetem Karton bestehenden Einwegverpackungen für Getränke, die allgemein als Tetra-Pak bezeichnet werden. Es wurde 1991 gegründet.[1] Aufgrund einer seit 1. Jänner 2015 in Kraft getretenen Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes wurde die Öko-Box Mitte 2014 vollständig in die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) eingegliedert. Verpackungssammelsysteme müssen nun auf die gesamte Leichtverpackungsfraktion ausgelegt sein.[2]

Dem Konsumenten werden kostenlose Sammelkartons zur Verfügung gestellt, in denen die entleerten Verpackungen zur verwertenden Kartonfabrik der Firma Mayr-Melnhof Karton in Frohnleiten gebracht werden.

Sammlung[Bearbeiten]

Die Sammlung erfolgt über Haushaltsabholung und Sammlung in Postfilialen sowie Altstoffsammelzentren. Die größeren, als Öko-Box bezeichneten Sammelkartons sind auf jedem Postamt Österreichs erhältlich und können dort auch portofrei eingesandt werden. Zusätzlich können sie bei sämtlichen Altstoffsammelzentren und Bauhöfen abgegeben werden, wo die Getränkekartons oft auch in Säcken gesammelt werden. Leere Boxen sind in Filialen des Lebensmitteldiskonters Hofer erhältlich. Dort ist die Abgabe voller Schachteln allerdings nicht möglich.

Haushaltssammlung[Bearbeiten]

Die Haushaltsabholung wird beziehungsweise wurde in den einzelnen Bundesländern vielfach von sozialen Organisationen durchgeführt, welche dadurch benachteiligten und beeinträchtigten Menschen eine Arbeit bieten. Dafür wurde die Öko-Box auch schon ausgezeichnet. Die Haushalte werden zu regelmäßigen Terminen – üblicherweise alle drei Wochen – angefahren. Die Mitarbeiter sammeln dabei die vollen, vor den Haustüren beziehungsweise Gartentoren abgestellten, Boxen ein und stellen wieder leere Boxen zur Verfügung. Bei den Schachteln für die Haushaltssammlung handelt es sich um sogenannte Öko-Bags, welche etwas kleiner als die anderen Ökoboxen sind.

Bis Ende 2012 gab es in allen Bundesländern außer dem Burgenland vor allem in den Landeshauptstädten und weiteren größeren Gemeinden eine Haushaltssammlung. Diese wurde mit Jahresende 2013 in Oberösterreich eingestellt. Obwohl anfänglich betont wurde, dass durch den Zusammenschluss mit der ARA die Sammelsystematik erhalten bleibe, [2] wurde mit Jahresende 2014 die Haushaltsabholung in Vorarlberg, Tirol und der Steiermark sowie mit Ende Juni 2015 auch in Salzburg eingestellt. In diesen Regionen werden Getränkekartons nun über die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack gesammelt. Derzeit gibt es eine Haushaltssammlung nur noch in einigen Bezirken Kärntens sowie in Wien und im Bezirk Wien-Umgebung. Verantwortlich für die Abholung der Getränkekartons ist das Unternehmen redmail. Für die Sammlung in Kärnten besteht ein Vertrag mit der Sozialorganisation pro mente Kärnten.

Im Juli 2015 wurde bekannt, dass mit Jänner 2016 auch in Kärnten die Haushaltssammlung eingestellt werden soll. Bei pro mente fürchtet man um die Arbeitsplätze von elf Mitarbeitern und hofft auf eine Fortführung des bestehenden Sammelsystems.[3] Die Einstellung der Sammlung in Innsbruck sorgte schon zuvor bei der Lebenshilfe Tirol, welche jahrelang dafür zuständig gewesen war, für Unmut. Die Lebenshilfe Tirol hatte dafür von der Stadt Innsbruck einst den Umweltschutzpreis verliehen bekommen.[4] Seitens der ARA wird für die Einstellung der Haushaltssammlung mit Effizienz- und Kostengründen argumentiert. So sei es für die Bürger einfacher, die Getränkekartons in der Gelben Tonne gemeinsam mit anderen Kunststoffverpackungen zu sammeln.[3]

Verwertung[Bearbeiten]

In der Kartonfabrik werden die Verpackungen aufgelöst. Die Zellulose dient der Kartonerzeugung, das von der Beschichtung stammende Aluminium und Polyethylen wird verbrannt. In Abhängigkeit des Verschmutzungsgrades sowie der Materialqualität wird der Zelluloseanteil auch bei der Sammlung über die Gelbe Tonne wiederverwertet.[5]

2012 wurden von Öko-Box knapp 7700 Tonnen Getränkekartons stofflich verwertet und weitere rund 7300 Tonnen thermisch verwertet.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Georg Matyk
  2. a b umweltruf.de: Altstoff Recycling Austria AG übernimmt Öko-Box Sammelges. m. b. H... Artikel vom 24. Juni 2014, abgerufen am 7. August 2015
  3. a b kärnten.orf.at: Ökoboxen: pro mente verliert Arbeitsplätze. Artikel vom 29. Juli 2015, abgerufen am 7. August 2015
  4. tirol.orf.at: Ökobox fiel Rentabilität zum Opfer. Artikel vom 15. Feber 2015, abgerufen am 7. August 2015
  5. http://www.oekobox.at/sammlung_abholtage_ooe.shtml, abgerufen am 7. August 2015
  6. http://www.oekobox.at/recycling_statistik.shtml