Ölhafenbahn

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Ölhafenbahn
Wien Stadlau – Wien Lobau Hafen
2016 013 68233 Unterfuehrung Lobau Hst.jpg
Strecke der Ölhafenbahn
Streckennummer: 190 01
Streckenlänge: 5,014 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 5,8 
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Strecke – geradeaus
von Laa an der Thaya
Bahnhof ohne Personenverkehr
10,552 Wien Stadlau Frachtenbahnhof
   
9,982
0,000
nach Wien
Planfreie Kreuzung – unten
Wien–Laa an der Thaya
   
3,278 AB (Awanst) Dampfkraftwerk Donaustadt
Bahnhof ohne Personenverkehr
4,444 Wien Lobau Hafen
   
5,675
0,000
AB (Awanst) Shell
   
0,375 AB (Awanst) OMV Zentraltanklager
   
2,674 AB (Awanst) OMV
   
2,785 AB (Awanst) Bio Diesel Vienna Ges.m.b.H.
   
2,833 AB (Awanst) Erdöl Tanklager G.m.b.H.
   
3,085
0,000
AB (Awanst) SLC Stahl Logistik Center
Streckenende auf freier Strecke – Ende
0,480 Gleisende

Die Ölhafenbahn bzw. Wiener Ölbahn oder Lobaubahn ist eine österreichische Eisenbahnstrecke in Wien, die den Bahnhof Wien Stadlau mit dem Ölhafen Lobau verbindet. Die ausschließlich für den Güterverkehr genutzte Strecke mit der Nummer 190 01 hat eine Länge von 5,0 Kilometern und eine Normalspurweite von 1435 mm.

Im Anschluss an den Bahnhof Lobau Hafen beginnt die Werksbahn ins Zentraltanklager. Sie umfasst 42 Weichen und 37 Gleise mit einer Gesamtlänge von rund 13,2 Kilometer. Die Bereitstellung der Wagen an den Abfüllstationen erfolgt mit insgesamt vier Seilspillanlagen.

Alte Trasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Trasse der Bahnstrecke, welche am 6. Oktober 1941 eröffnet wurde, zweigte am südlichen Ende des Bhf. Stadlau nach der Viehtriebbrücke (heutige Brücke über die Neuhaufenstraße) rechts ab, führte mittels einer steilen Rampe (16 Promille Gefälle) über den alten Stadlauer Sportplatz und unterquerte in einem engen Linksbogen (r = 180 m) die Mühlwasserbrücke der Ostbahn. Anschließend verlief die Trasse ein kurzes Stück entlang des Unteren Mühlwassers und anschließend nach einem Rechtsbogen durch den Bereich des „KGV Fischerwiese“ weiter bis zum heutigen Streckenverlauf an der Raffineriestraße. Der Grund für diese Trassenführung lag damals beim schlechten Zustand der Mühlwasserbrücke bei der es auch nicht möglich war, ein drittes Gleis zu verlegen.

Neue Trasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von massiven Anrainerbeschwerden kam es im Jahr 1987 zu einer Neutrassierung – bereits im Vorjahr begannen die Dammschüttungen. Im April 1987 starteten die Oberbauarbeiten durch die Firma „Schmidt & Metzger“ und bereits am 30. Mai 1987 erfolgte die Gleisverschwenkung nahe dem Schilloch.

Die neue Strecke ist mit 1,527 Kilometern ist um 534 Meter kürzer als die alte Strecke. Sie zweigt beim bestehenden Gleis 3a am Bahnhof Stadlau ab und verläuft über die Mühlwasserbrücke und das Kleehäufel hinab zur Raffineriestraße um danach nach der Unterquerung der Ostbahn bei der Haltestelle Lobau auf den bisherigen Streckenverlauf zu treffen. Die Bogenradien konnten von 180 Metern auf 350 Meter erweitert werden, außerdem beträgt die maximale Steigung nur noch 5,2 Promille anstatt wie bisher 16. Weiters konnte die Anhängelast der Kesselwagenzüge auf 1400 Tonnen angehoben werden.

Letztmals verkehrte an diesem Tag der Zug 80470 vom Bahnhof Lobau zum Bahnhof Stadlau (Ankunft um 05:25 Uhr) über das alte Gleis. Am 1. Juni 1987 war der Zug 80469 mit der Planabfahrt um 06:30 Uhr in Stadlau war der erste Zug welche die neue Strecke befuhr.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Österreich unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde auf Befehl des Reichsverkehrsministeriums mit dem Bau des Donau-Oder-Kanals begonnen, wodurch vor Ort ein Hafen benötigt wurde, dessen Bau im Dezember 1939 begann. Dort wurde in der Folgezeit in erster Linie Erdöl umgeschlagen, das von rumänischen Ölfeldern die Donau hinaufgeschifft wurde. Der Weitertransport erfolgte ausschließlich über die zu diesem Zweck angelegte Ölhafenbahn, die das Öl (und später auch Kohle) zum zehn Kilometer entfernten Knotenpunkt Wien Stadlau transportierte.

Heute erfolgt der Transport des Öls durch zum Hafen verlegte Pipelines, sodass der ursprüngliche Zweck der Bahnstrecke entfallen ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Haftel: Die Wiener Hafenbahnen. Lobauer Hafenbahn. In: Eisenbahn 3/1966.
  • Friedrich Haftel: Die Werks- und Anschlußbahnen in Österreich. Zentraltanklager der Österreichischen Mineralölverwaltung, Wien-Lobau. In: Eisenbahn 11/1966.
  • Die ÖBB und der große Ölhahn. Besuch bei der ÖMV Schwechat und in der Lobau. In: Die ÖBB in Wort und Bild 3/1975.
  • Hafenbahn Stadlau – Lobau. Teilweise Neutrassierung. In: Eisenbahn 8/1987. Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co, Wien.
  • Peter Wegenstein (Hrsg.): Österreichs Eisenbahnstrecken. 1. Auflage. Verlag Pospischil, Wien 1983. (2007 überarbeitete Neuauflage)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ölhafenbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 10′ 58″ N, 16° 29′ 0″ O