Čertižné

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Čertižné
Чертiжне
Wappen Karte
Wappen fehlt
Čertižné (Slowakei)
Čertižné
Čertižné
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Prešovský kraj
Okres: Medzilaborce
Region: Horný Zemplín
Fläche: 23,729 km²
Einwohner: 340 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Höhe: 459 m n.m.
Postleitzahl: 067 52 (Postamt Habura)
Telefonvorwahl: 0 57
Geographische Lage: 49° 21′ N, 21° 50′ OKoordinaten: 49° 21′ 4″ N, 21° 49′ 38″ O
Kfz-Kennzeichen: ML
Kód obce: 520128
Struktur
Gemeindeart: Gemeinde
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Peter Tričák
Adresse: Obecný úrad Čertižné
č. 57
067 52 Habura
Statistikinformation auf statistics.sk

Čertižné (bis 1927 slowakisch „Čertiažne“; russinisch Чертiжне/Tschertischne; ungarisch Nagycsertész – bis 1907 Csertész) ist eine Gemeinde im äußersten Osten der Slowakei mit 287 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) und gehört zum Okres Medzilaborce, einem Kreis des Prešovský kraj.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsschild von Čertižné

Die Gemeinde befindet sich in den Niederen Beskiden nahe der Grenze zu Polen am Zusammenfluss mehrerer kleiner Bäche, die den Quellbereich des Laborec ausmachen. Über den nicht befahrbaren Sattel Čertiažské sedlo am Karpatenhauptkamm besteht eine Verbindung Richtung Polen. Das Ortszentrum liegt auf einer Höhe von 259 m n.m. und ist elf Kilometer von Medzilaborce entfernt.

Nachbargemeinden sind Habura im Südosten, Vladiča im Westen und Jaśliska (PL) im Norden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Griechisch-katholische Kirche
Gedenkhaus an den Aufstand von Čertižné und Habura

Čertižné wurde zum ersten Mal 1431 als Cherthws schriftlich erwähnt. Es gehörte jahrelang zum Herrschaftsgut Humenné und somit auch dem Geschlecht Drugeth, im 17. Jahrhundert kam es zum Geschlecht Csáky, im 18. Jahrhundert Szirmay und nach 1863 Dobrzanski. 1715 gab es hier eine Mühle und 22 Haushalte, 1828 zählte man 103 Häuser und 775 Einwohner, die in den dichten Wäldern sowie als Köhler arbeiteten. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wanderten viele Einwohner aus, 1914–1915 wurde das ganze Dorf während einer Offensive russischer Truppen zerstört.

Bis 1918 gehörte der im Komitat Semplin gelegene Ort zum Königreich Ungarn und kam danach zur Tschechoslowakei beziehungsweise heute Slowakei. Zusammen mit dem Nachbarort Habura war Čertižné Standort eines bäuerlichen Aufstands gegen versuchte Pfändungen. Im Zweiten Weltkrieg fanden Partisanen Unterstützung durch die örtliche Bevölkerung; am 8. Oktober 1944 wurde das Dorf durch Truppen der 4. Ukrainischen Front von der Wehrmacht befreit.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Volkszählung 2011 wohnten in Čertižné 375 Einwohner, davon 240 Russinen, 113 Slowaken, sechs Ukrainer sowie jeweils drei Magyaren und Tschechen. Zehn Einwohner machten diesbezüglich keine Angabe. 286 Einwohner bekannten sich zur griechisch-katholischen Kirche, 26 Einwohner zur orthodoxen Kirche, 21 Einwohner zur römisch-katholischen Kirche, vier Einwohner zu den Zeugen Jehovas und drei Einwohner zur evangelischen Kirche A. B.; ein Einwohner bekannte sich zu einer anderen Konfession. 22 Einwohner waren konfessionslos und bei 12 Einwohnern wurde die Konfession nicht ermittelt.[1][2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • griechisch-katholische Kirche
  • Gedenkhaus an den Aufstand von Čertižné und Habura
  • Grabmal von Adolf Dobrjanský
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Čertižné

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 nach Ethnie (slowakisch) (Memento vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)
  2. Volkszählung 2011 nach Konfession (slowakisch) (Memento vom 7. September 2012 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Čertižné – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien